Eisbären

13 tolle Böller zum Jahreswechsel

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Auch mit Mini-Kader und ohne Trainer Kai Sellers ließen die Eisbären Heilbronn beim Tabellenletzten aus Pforzheim nichts anbrennen und fuhren einen schlussendlich ungefährdeten 5:13 (1:3/3:4/1:6)-Auswärtserfolg ein. Mit dem 17. Sieg im 17. Saisonspiel der Regionalliga Südwest fehlen den Eisbären jetzt noch 4 Punkte aus den verbleibenden 4 Partien um Platz 1 nach der Hauptrunde auch rechnerisch perfekt zu machen. Zudem war der Kantersieg in der Goldstadt bereits der sechste zweistellige Erfolg in dieser Spielzeit.

Die Eisbären reisten mit nur 12 Feldspielern und 2 Torhütern zu den Blue Gold Stars. Co-Trainer Konrad Hoffmann vertrat wie schon in Stuttgart Kai Sellers an der Bande. Da die Eisbären-Spieler abseits der Eisfläche einem geregelten Beruf nachgehen, weilten viele Akteure im verdienten Winter-Urlaub oder waren anderweitig verhindert. Es sei ihnen gegönnt. Pforzheim auf der anderen Seite agierte mit zwei neuen Spielern, die in Heilbronn keine Unbekannte sind. Ex-Eisbär Dominic Bauhardt sowie der Bietigheimer Ex-Profi Andrej Kaufmann, der 2002 beim Eröffnungsspiel des neuen Heilbronner Eisstadions im Einsatz war, verstärkten die Mannschaft von Trainer
Ken Filbey.

Das erste Drittel sah aus Gäste-Sicht einen eher zähen Start. Zwar dominierten die Eisbären erwartungsgemäß trotz des dezimierten Kaders die Partie, taten sich aber mitunter schwer im Abschluss. So standen am Ende der Begegnung neben 13 Toren auch 7 Pfostentreffer für die Käthchenstädter zu Buche.

Gut aber, dass es einen Sascha Bernhardt gibt. Das Eisbären-Urgestein überzeugte auch gestern wieder vollauf, und sollte langsam aber sicher seinen zum Saisonende angekündigten Rücktritt nochmals überdenken. Der wohl beste Bernhardt aller Zeiten legte gleich in der 2. Spielminute auf Leontin Kreps, der auch sofort Dankeschön sagte und das 0:1 besorgte. Lange hielt die Gäste-Führung allerdings nicht: Marco Windisch glich bereits in Minute 4 zum 1:1 aus. Überhaupt hatte Pforzheim eher wenige Chancen, suchte sein Glück meist mit Distanzschüssen. Dennoch dauerte es bis zur 16. Minute, ehe Axel Hackert die Heilbronner Farben mit dem 1:2 wieder in Führung brachte. Robin Platz setzte in Minute 18 noch einen drauf und besorgte die 1:3-Drittelführung.

Auch der zweite Spielabschnitt wirkte aus Gäste-Sicht eher zerfahren, sah aber teilweise auch sehr starke Blue Gold Stars, die sich gute Chancen herausspielten, allerdings auch vom Leichtsinn und den Abwehrfehlern der Unterländer profitierten. Auch die Chancenverwertung auf Heilbronner Seite blieb mangelhaft.

So konnte Pforzheim bereits kurz nach Wiederaufnahme der Begegnung zum 2:3-Anschluss verkürzen. Steffen Bischoff traf in der 21. Minute. Als jener Bischoff gar noch den 3:3-Ausgleich folgen ließ (30.), schien eine Überraschung möglich. Zumal der erneute Eisbären-Führungstreffer durch Sascha Bernhardt zum 3:4 (31.) durch Marco Windisch mit dem 4:4 erneut gekontert werden konnte (32.). Der Knackpunkt der Partie war dann allerdings das Unterzahltor von Dominique Hensel, der nach Vorlage von Sascha Bernhardt in der 34. Minute zum 4:5 vollendete. Nun zeigten die Eisbären, wer der Tabellenführer ist, fingen sich merklich, und waren wieder vollauf Herr der Lage. Noch vor der zweiten Drittelsirene sorgten Sascha Bernhardt (36.) und Kapitän Heiko Vogler (38.) für den 4:7-Pausenstand.

Das letzte Drittel sah dann das gewohnte Ramba-Zamba-Eishockey, das die Eisbären-Fans diese Saison schon so oft entzückt hat. Die Gäste waren nun drückend überlegen, nutzten ihre Chancen viel konsequenter, und kamen so folgerichtig zu einem erneuten Kantersieg. Milan Liebsch besorgte in Minute 45 das 4:8, nur einen Minute später ließ Stefan Schrimpf (Foto) das 4:9 folgen. Die Heilbronner Nummer 90 war es dann auch, die es in Minute 49 mit
dem Treffer zum 4:10 zweistellig machte. Nach einem kurzen Pforzheimer Intermezzo und dem dritten Treffer von Steffen Bischoff zum 5:10 (50.), rollte der Eisbären-Express weiter. Zunächst markierte Milan Liebsch in
der 52. Minute das 5:11, bevor Robin Platz eine Minute später das Dutzend voll machte. Da die Blue Gold Stars ihren dreifachen Torschützen bereits hatten, wollten auch die Eisbären hier in nichts nachstehen. Stefan Schrimpf durfte sich in Minute 58 mit seinem Tor zum Endstand von 5:13 ebenfalls für einen Hattrick feiern lassen. Nicht schlecht für einen Verteidiger! In den letzten 5 Minuten der Partie konnte sich zudem auch Torfrau Jenny Weis nochmals auszeichnen, die für Marian Metz eingewechselt wurde und ohne Gegentreffer blieb.

Fazit:
Alles in allem ein verdienter und ungefährdeter Eisbären-Erfolg, der bei besserer Chancenauswertung (neben den angesprochenen 7 Pfostentreffern waren auch zahlreiche Alleingänge dabei) noch deutlich höher hätte ausfallen können.

Das nächste Spiel bestreiten die Eisbären nach drei Auswärtspartien nun endlich wieder in der heimischen Kolbenschmidt-Arena. Zu Gast sind am Dreikönigstag, 6. Januar 2013 (19 Uhr), die Fire Wings aus Schwenningen, die mit Pforzheim derzeit um den vorletzten Platz kämpfen. Die Eisbären gelten also als klarer Favorit und könnten mit einem Dreier Platz 1 nach der Hauptrunde so gut wie klar machen.

(Klaus Drienko)