Eisbären

2:4 – die Eisbären sind in der Realität angekommen

Veröffentlicht

Das Wintermärchen 2012/13 ist endgültig Geschichte – die Eisbären Heilbronn sind in der Realität der Saison 2013/14 angekommen und mussten die erste Heimniederlage seit dem 11. März 2012 hinnehmen. Das Team von Trainer Kai Sellers unterlag in der Neuauflage des letztjährigen Finales gegen die Baden Rhinos Hügelsheim mit 2:4 (1:2, 1:0, 0:2).

Dabei waren die Eisbären eigentlich über weite Strecken das bessere Team, sie verstanden es aber nicht ihre vielen Chancen in Tore umzumünzen. Besser machte es der Tabellenführer vom Baden Airpark, der dem Meister zeigte, was Effektivität bedeutet. Mit der ersten Demonstration ihrer Effektivität warteten die Gäste nicht lange: Es waren gerade mal 18 Sekunden gespielt, als Eisbären-Goalie Kevin Yeingst die Scheibe nicht richtig unter Kontrolle bringen konnte und Cedrick Duhamel zum 0:1 abstaubte.

Die Eisbären wirkten sichtlich geschockt und kamen nur langsam ins Spiel. Erst als die Referees nach vier Minuten die erste Strafe gegen Hügelsheim aussprachen, verlagerte sich das Spiel zusehends vor das Rhinos-Tor. In der 6. Minute bejubelte Milan Liebsch den vermeintlichen Ausgleich, sein Treffer fand jedoch keine Anerkennung. Hat das Tor auch nicht gezählt, so verlieh diese Szene den Eisbären endgültig Oberwasser – doch sie fanden ein ums andere Mail in Rhinos-Keeper Sebastian Trenholm ihren Meister. Hügelsheim verlagerte sich aufs Kontern und wäre in der 10. Minute beinahe zum Erfolg gekommen, doch Kevin Yeingst war auf dem Posten und rettete gegen zwei frei vor ihm auftauchende gegnerische Stürmer.

In der 14. Minute musste er sich bei einem weiteren Tempogegenstoß dann noch wieder geschlagen geben – Mathieu Fleury traf zum 0:2. Doch die Eisbären hatten vor über 400 Zuschauern nun ihr Spiel gefunden. Sie ließen sich durch den Gegentreffer nicht mehr aus dem Konzept bringen, und Leo Kreps verkürzte drei Minuten vor der Pause zum 1:2.

Der mittlere Spielabschnitt entwickelte sich dann zum Drittel der ausgelassenen Großchancen. Gleich dreimal trafen die Eisbären das Torgestänge (Haiko Hirsch 23. Minute, Axel Hackert und Manuel Weibler je 32. Minute), während auf der anderen Seite Rouven Siel und Mathieu Fleury zweimal am leeren Tor vorbei schossen. Einzig Kapitän Heiko Vogler schaffte es die Scheibe im Tor unterzubringen, als ihm in der 36. bei Fünf-gegen-drei-Überzahl der viel umjubelte Ausgleich gelang. Bei den Rhinos stand inzwischen Christian Sess zwischen den Pfosten, nachdem sich starting Goalie Sebastian Trenholm in der 22. Minute verletzt hatte.

Im Schlussdrittel wich die spielerische Stärke der Eisbären einer ungewohnten Verkrampftheit, was der Qualität des Spiels nicht wirklich zuträglich war. So war die letzte Viertelstunde geprägt von Kampf, und es war bald klar, dass das nächste Tor die Entscheidung bringen würde. Dieses ließ bis zur 55. Minute auf sich warten, dann traf Cedrick Duhamel aus kurzer Distanz zum 2:3. Kai Sellers nahm in der Schlussminute noch seinen Keeper zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Doch der Schuss ging nach hinten los, denn Duhamel machte 16 Sekunden vor dem Ende mit seinem dritten Treffer alles klar und sorgte für die zweite Eisbären-Niederlage in Folge.

„Wir hatten 35:21 Schüsse und haben 2:4 verloren. Diese Abschlussschwäche müssen wir abstellen, um wieder auf die Erfolgsspur zurück zu finden“, sagte Sellers nach dem Spiel. „Aber letztendlich waren das Bietigheim-Spiel letzte Woche und das von heute nur zwei von 24 Hauptrundenspielen. Dass wir zwei Spiele in Folge verlieren, zeigt uns, dass die Liga dieses Jahr stärker ist als noch letzte Saison“. Co-Trainer Sascha Bernhardt konnte der Niederlage sogar Positives abgewinnen: „Die beiden Niederlagen bringen dem Team mehr als das 18:0 gegen die Mad Dogs. Wir befinden uns in einer Lernphase und haben zwei wichtige Erfahrungen gemacht.“

Am nächsten Samstag müssen die Eisbären nach Schwenningen fahren, wo sie um 20 Uhr bei den Fire Wings antreten.