Eisbären

4:1-Sieg in Spiel 1 – der erste Schritt ist gemacht

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Vor 1.427 Zuschauern haben die Eisbären Heilbronn am Freitag abend das erste Finalspiel gegen den SC Bietigheim mit 4:1 (0:0, 3:1, 1:0) gewonnen. Damit hat der Titelverteidiger bereits eine Hand am Meisterpokal – denn das Team, das in dieser Finalserie als erstes zwei Siege feiert, kann sich Regionalliga-Meister 2013/14 nennen.

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Bis es aber zu diesem Sieg kam, hatten die Eisbären ein hartes Stück Arbeit zu verrichten. Die Cracks um Kapitän Felix Kollmar waren von der Bedeutung des Spiels, von der großen Kulisse und nicht zuletzt von der von Sven Müller live gesungenen Nationalhymne direkt vor dem ersten Bully schwer beeindruckt und fanden nur schleppend ins Spiel.

Die jungen Steelers dagegen fuhren von Beginn an jeden Check zu Ende und versuchten die Eisbären gar nicht erst zu ihrem Spiel kommen zu lassen – was ihnen im ersten Drittel auch sehr gut gelang. Während sich die Eisbären im Spiel nach vorne ungewöhnlich schwer taten, lauerten die Gäste auf schnelle Gegenstöße – ein probates Mittel, wie die Eisbären erkennen mussten. Denn es war einzig und allein Torhüter Kevin Yeingst zu verdanken, dass es nach dem ersten Drittel noch 0:0 stand. Sowohl in der 9. als auch in der 16. Minute fischte der Keeper im Liegen noch akrobatisch die Scheibe aus der Luft und vereitelte damit zwei klare Bietigheimer Tore.

Völlig verwandelt kamen die Gastgeber dann aus der ersten Pause zurück. Trainer Kai Sellers schien die richtigen Worte gefunden zu haben, denn plötzlich wirbelten die Eisbären so wie man es aus dem Halbfinale gegen Schwenningen kannte. Die Zuschauer auf der voll belegten Sitzplatztribüne hatten noch nicht richtig Platz genommen, da zappelte die Scheibe zum ersten Mal im Bietigheimer Netz. Felix Kollmar hatte von der blauen Linie abgezogen, und Sven Breiter gab dem Puck mit seinem Schläger die entscheidende Wendung. Bietigheims Keeper Max Häberle war zum ersten Mal geschlagen.

Das Drängen der Eisbären auf das 2:0 wurde in der 25. Minute durch eine Strafe gegen Stefan Schrimpf wegen hohem Stock vorübergehend unterbrochen. Der baumlange Verteidiger war gerade mal für drei Sekunden auf der Strafbank, da glich Maurice Pietzka zum 1:1 aus.

Doch die Eisbären zeigten sich von dem Gegentreffer recht wenig beeindruckt. Die Scheibe lief leichter als im ersten Drittel, die Nervosität war verschwunden, und die Zuschauer sahen ein selbstbewusstes Team, das nur ein Ziel hatte: dieses erste Finalspiel zu gewinnen. In der 26. Minute hatten die Gäste noch Glück, als ein „Hammer“ von Konrad Hoffmann an die Querlatte krachte, doch eine Minute später musste sich Max Häberle dann zum zweiten Mal geschlagen geben. Manuel Weibler versenkte den Abpraller seines eigenen Schusses zum 2:1. Schon eine Minute später folgte der nächste Lattenkracher, als Axel Hackert abgezogen hatte.

Die Eisbären waren nun im „Flow“, sie waren bissig, erkämpften sich bereits verloren geglaubte Scheiben – und erhöhten in der 28. Minute durch Marc Oppenländer auf 3:1. Nach diesem Treffer nahm Bietigheim eine Auszeit, um das eigene Spiel wieder neu zu ordnen. Die Gäste wirkten zwar nach dieser Auszeit wieder bissiger, doch mussten sie ihrem kleinen Kader und dem kraftraubenden ersten Drittel Tribut zollen. Beinahe hätte Sven Breiter in der 39. Minute sogar auf 4:1 erhöht, doch sein vermeintlicher Treffer fand keine Anerkennung.

Besser machte es die Nummer 27 der Eisbären dann nach 72 Sekunden im Schlussdrittel. Milan Liebsch hatte sich hinter dem gegnerischen Tor an der Bande die Scheibe erkämpft – den folgenden Pass verwandelte Breiter zum 4:1.  Nach diesem Tor wurden die spielerischen Highlights weniger. Die Eisbären verwalteten die Führung gegen immer noch kämpferisch ans Limit gehende Steelers und feierten letztendlich einen verdienten 4:1-Sieg.

Jetzt gilt es, die Form vor allem aus dem zweiten Drittel mit in das zweite Finalspiel zu nehmen, das dam nächsten Samstag, den 29. März, um 15 Uhr in Bietigheim stattfindet. „In Bietigheim müssen wir nochmal eine Schippe drauflegen“, sagte Coach Sellers nach dem Spiel. „Wir müssen hoch konzentriert zu Werke gehen und alle an einem Strang ziehen. Irgendwelche Überheblichkeiten, die leider im Finale der letzten Saison zu Tage getreten waren, sind fehl am Platz und werden auch nicht mehr auftreten. Daraus haben wir alle gelernt, diese Erfahrung hat uns in diesem Jahr noch stärker gemacht.“

Besonders erfreulich war am Rande des Spiels die Spendenaktion der Tornados Unterland. Für die an frühkindlichem Autismus leidende Alicia Desirée Mayer-Geiger aus Lauffen sammelte der Eisbären-Fanclub stolze 713,84 Euro, die die Familie zur Finanzierung eines Delfintherapie für die Dreijährige verwenden wird.