Eisbären

4:2-Arbeitssieg in Stuttgart mit Hilfe des Eishockeygotts

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Stuttgart-Pfenning

Mit 4:2 (0:1, 3:1, 1:0) haben die Eisbären Heilbronn ihr Auswärtsspiel bei den Stuttgart Rebels gewonnen. Vor 511 Zuschauern lag der Tabellenführer bereits mit 0:2 zurück, ehe sich das Team ins Spiel zurückkämpfte und mit einem wahren Kraftakt doch noch die drei Punkte mit nach Hause nehmen konnte.

In den ersten Minuten tasteten sich die Kontrahenten erstmal zaghaft ab, ehe das Tempo dann von Minute zu Minute schneller wurde. Als etwas mehr als zehn Minuten gespielt waren, verlagerten sich die Kräfteverhältnisse zusehends zu Gunsten der Gastgeber, die in der 15. Minute dann auch zum 1:0 durch Tim Becker kamen. Die Eisbären waren zwar bemüht, konnten sich aber nur wenige Chancen gegen die clever agierenden Rebellen und ihren erneut stark haltenden Goalie Dominik Guris erarbeiten. Die einzige zwingende Chance der Gäste im ersten Drittel resultierte ausgerechnet aus einem Patzer von Guris, als der Slowake einen Schuss von Moritz Muth zwar nicht festhalten, aber dennoch so stark abbremsen konnte, dass die Scheibe nur noch leicht den Pfosten touchierte und dann liegen blieb.

In den zweiten 20 Minuten schickten die Schiedsrichter gleich fünfmal einen Stuttgarter Spieler auf die Strafbank. Für die Eisbären mit ihrem eigentlich überaus starken Powerplay eine Einladung um das Spiel zu drehen – jedoch nicht an diesem Tag. Vielmehr fing man sich schon während des ersten Überzahlspiels durch Puckverluste im Angriffsdrittel zwei brandgefährliche Konter ein, die nur dank einer überragenden Torhüterleistung nicht ihren Weg ins Tor fanden. Auch bei der zweiten Strafzeit patzte man wieder im gegnerischen Drittel – doch diesmal schloss Patrick Eisele in der 25. Minute den Konter in Unterzahl erfolgreich zum 2:0 ab.

Es sah in dieser Phase nicht gut aus für die Eisbären, die schon eineinhalb Minuten später ein weiteres Überzahlspiel geschenkt bekamen. Auch diesmal schien die Überzahl auf dem Eis eher eine Bürde denn ein Vorteil zu sein – doch dann stocherte John Kraiss in der 27. Minute den Puck im dritten Nachsetzen irgendwie zum 2:1 über die Torlinie.

Auch dieser Treffer gab den Eisbären keinen Auftrieb, zumal nun nacheinander Daniel Brendle und Stefan Schrimpf eine zweiminütige Auszeit aufgebrummt bekamen und man sich in Unterzahl gegen die Stuttgarter Angriffe wehren musste. Die fünfte Stuttgarter Strafe in diesem zweiten Drittel brachte dann aber doch noch den umjubelten Ausgleich. Auch diesmal war es wieder ein „dreckiges“ Tor. Wie schon beim 2:1 hatte Guris die ersten beiden Schussversuche abgewehrt, ehe Patrick Luschenz die Scheibe zum 2:2 in die Maschen lupfte (38.).

Wie aus dem heiterem Himmel fiel dann 12 Sekunden vor der zweiten Pause das schmeichelhafte 3:2 für die Eisbären. John Kraiss hatte das Spielgerät mit der Rückhand flach zwischen zwei Verteidigern und unter den Schonern von Keeper Guris durch ins Netz geschoben – ein Zeitpunkt, der besser nicht hätte sein können, da die Gastgeber durch die kurz darauf folgende Pause nicht direkt auf den Gegentreffer reagieren konnten und die Last des Rückstands mit in die Kabine nehmen mussten.

Wie schon in den vergangenen Partien konnten die Eisbären dann im Schlussdrittel nochmal eine Schippe drauflegen. Waren die Rebels in den ersten 40 Minuten noch das klar bessere Team, so fand der Titelverteidiger nun zu alter Stärke zurück, ohne jedoch das Spiel zu dominieren. Als nach 50 Minuten Igor Filobok 2+2 Strafminuten kassierte, waren nun die Eisbären mit einem Unterzahl-Treffer an der Reihe. Leo Kreps hatte in der 53. Minute die Scheibe an der eigenen blauen Linie erobert. Er setzte sich auf der linken Seite gegen den einzigen mitgelaufenen Verteidiger durch und legte quer auf Manuel Pfenning, der Guris souverän zum 2:4 verlud (Foto).

Die Stuttgart Rebels hatten nun nichts mehr entgegenzusetzen, und die Eisbären entschieden die lange verloren geglaubte Partie doch noch mit 4:2 für sich.

Spielertrainer Manuel Pfenning ging bei der Analyse nach Spielende mit sich und seinen Nebenleuten erstmal hart ins Gericht: „Im zweiten Drittel haben wir das schlechteste Eishockey gespielt seit ich bei den Eisbären bin. Wir hätten uns nicht beschweren können, wenn wir 2:6 oder 2:8 zurück gelegen wären. Wir sind nur durch eine extrem starke Goalieleistung im Spiel geblieben.“

Doch im gleichen Atemzug folgte die Kehrtwende. Pfenning: „Wenn man so ein schlechtes Drittel spielt und dann trotzdem aus einem 0:2 ein 3:2 macht, zeugt das von einer unglaublichen Moral. Der Eishockeygott war heute definitiv auf unserer Seite.“

Der Coach freut sich nun darauf, dass ab kommender Woche wieder regelmäßig trainiert werden kann. „Durch die ganzen Feiertage haben wir seit Weihnachten kaum trainiert und werden nun mit den kommenden Einheiten wieder durchstarten können. Außerdem kehren die Verletzten und Urlauber zurück, und auch Milan Liebsch wird bald wieder regelmäßig dabei sein können“, blickt er den kommenden Aufgaben optimistisch entgegen. „Die restlichen Spiele der Hauptrunde sind fast alle wie Playoff-Spiele, da müssen wir voll im Saft stehen“, so Pfenning.

Für die Eisbären geht es nun am nächsten Samstag (19.30 Uhr) mit einem Auswärtsspiel bei den Baden Rhinos Hügelsheim weiter, die noch um den Einzug in die Playoffs kämpfen.