Eisbären

4:2 gegen Bietigheim – das Powerplay machte den Unterschied

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Das Heimdebut ist für die Eisbären Heilbronn geglückt. In der Neuauflage der letztjährigen Finalserie besiegte der amtierende Meister seinen Vize SC Bietigheim mit 4:2 (1:1, 2:0, 1:1).

Es war kein Spiel für Eishockey-Ästheten, doch servierten die beiden Teams den knapp 700 Zuschauern eine packende, kampfbetonte Partie, in der die Mannschaft, die etwas mehr Siegeswillen zeigte, am Ende die Nase vorne hatte.

Die Eisbären, die mit Manuel Pfenning, Igor Filobok und Marc Bruns auf einen kompletten Paradeblock verzichten mussten, begannen ungewohnt nervös und machten vor allem im eigenen Drittel viele Fehler. Einen davon nutze Marcel Neumann in der 3. Minute zum 0:1 für die Gäste. Erst langsam konnten die Hausherren ihre Nervosität ablegen, was dann aber endgültig gelang, als Sven Breiter in der 8. Minute die Scheibe zum 1:1 unter den Schonern von Bietigheims Keeper Max Häberle hindurch über die Linie stocherte. Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Pause.

Im zweiten Drittel traten die Eisbären selbstbewusster auf, ohne jedoch spielerisch glänzen zu können. Für das erste Highlight hätte in der 25. Minute erneut Sven Breiter sorgen können, als er in Unterzahl alleine auf und davon gelaufen war, jedoch an Goalie Häberle scheiterte.

Die Schiedsrichter sprachen nur in regelmäßigen Abständen Strafen aus – erst traf es einige Bietigheimer Spieler und gegen Ende des Drittels der Gerechtigkeit halber auch einige Eisbären. Als in der 33. Spielminute gerade zwei Gästespieler auf der Strafbank saßen, hatten die Eisbären Platz im gegnerischen Drittel, und Kapitän Felix Kollmar (Foto) hämmerte einen Nachschuss mit Volldampf zum 2:1 in die Maschen. Zweieinhalb Minuten später – die Gäste waren gerade wieder komplett – schlenzte Verteidiger Arno Metz die Scheibe von der blauen Linie in Richtung Bietigheimer Tor, in dem sie zur Überraschung aller dann tatsächlich landete. Es stand 3:1, ein komfortabler Vorsprung, den die Eisbären trotz eigener Drei-gegen-fünf-Unterzahl und einer zehnminütigen Disziplinarstrafe gegen Pascal Schoofs in die zweite Pause retteten.

Dass das Spiel im Schlussdrittel extremst spannend wurde, war Bietigheims Timo Heinz zu verdanken, der in der 43. Minute auf 3:2 verkürzte. Die Gäste versuchten in der Folgezeit, den Ausgleich zu erzielen, sie bissen sich jedoch an der kompakt stehenden Eisbären-Defensive und einem stark haltenden Kevin Yeingst im Tor die Zähne aus. Die Eisbären ihrerseits hatten in der 45. und 48. Minute zwei Großchancen, als sowohl Leo Kreps als auch Milan Liebsch jeweils im Alleingang scheiterten. Drei Minuten vor dem Ende erlöste dann Sven Breiter die Fingernägel kauenden Fans, als er aus halb linker Position die Scheibe zum 4:2 im rechten oberen Eck versenkte. Auch diesmal hatten die Eisbären zwei Mann mehr auf dem Eis.

In den Schlussminuten agierten die Eisbären dann so souverän, dass der SC Bietigheim nicht mal mehr die Chance hatte, seinen Keeper zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis zu nehmen. Die Eisbären standen am Ende als verdienter Sieger da und haben zumindest bis Sonntag die Tabellenführung übernommen.

Für Trainer Kai Sellers zählte neben den drei Punkten vor allem die Erkenntnis, dass das Team trotz der Ausfälle einiger Schlüsselspieler die Topteams der Liga schlagen kann: „Die Tiefe des Kaders zahlt sich aus und wir haben die Ausfälle gut kompensiert.“

Einziger Wermutstropfen an diesem Abend war die Verletzung von Verteidiger Stefan Schrimpf, der aber wohl nochmal Glück im Unglück hatte. „Es sieht nach einer Bänderdehnung im Sprunggelenk aus“, so Sellers.

Am nächsten Freitag steht für die Eisbären nun die weite Fahrt nach Ravensburg an, ehe es Ende des Monats den „Eisbären Halloween Marathon“ mit zwei Spielen innerhalb von 14 Stunden geben wird.