Eisbären

4:5 – Strafzeiten brechen den Eisbären das Genick

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2016-10-14-schwenningen-milan

Fast 1600 Zuschauer erlebten am Freitag ein spannendes erstes Heimspiel der Eisbären Heilbronn, die am Ende gegen die Fire Wings Schwenningen mit 4:5 (0:1, 2:0, 2:4) den Kürzeren zogen.

Exakt eine halbe Stunde rannten die Hausherren erfolglos gegen die „finnische Wand“, Schwenningens neuen Keeper Miro Hämynen, an, der alle Schüsse des Titelverteidigers, die auf sein Tor kamen, mit einer stoischen Ruhe entschärfte. Auf der anderen Seite hatten die Gäste in Person von Marco Rais im ersten Drittel die erste Strafzeit der Begegnung zum 0:1 genutzt (12. Minute). Dann, als die Uhr bei genau 30:00 Minuten stand, erlöste Milan Liebsch sein Team mit dem Treffer zum 1:1 (Foto).

Acht Minuten später war es erneut Rückkehrer Milan Liebsch, der mit seinem bereits vierten Saisontor die Eisbären bei doppelter Überzahl erstmals in Führung brachte. Der Torjäger stand exakt richtig am langen Pfosten, um einen Nachschuss mit der Rückhand ins Netz zu lupfen. Endlich konnten die Eisbären ihre spielerische Dominanz auch in Zählbares ummünzen.

Doch dann folgte ein letztes Drittel, das es in dieser Form nicht hätte geben dürfen. Nach 54 Sekunden musste Doppeltorschütze Milan Liebsch wegen Beinstellen vom Eis, und weitere 16 Sekunden später glich Stefan Schäfer zum 2:2 aus. Was nun folgte, war eine wahre Strafzeitenflut gegen die Eisbären. Die Strafe gegen Sven Breiter in der 42. Minute überstand man noch unbeschadet, doch dann ging es Schlag auf Schlag: 48:55: Fünf Minuten plus Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Alex Keterling. 48:55: Bankstrafe. 49:56: Zwei Minuten gegen Robin Platz wegen Stockcheck. 50:04: Erneute Bankstrafe.

Das fortwährende Unterzahlspiel mit zwei Mann weniger auf dem Eis war selbst für die routinierten Eisbären zu viel. Dennis Böhm (49:22), Alexander Funk (51:44) und Florian Hoppe (52:51) nutzten die nummerische Überlegenheit gnadenlos aus und machten innerhalb von zweieinhalb Minuten aus dem 2:2 ein 2:5. Das Spiel war für die Eisbären verloren – oder doch nicht?

Manuel Pfenning hämmerte die Scheibe in der 54. Minute kurz vor Ablauf der letzten Strafe mit all der in den Minuten zuvor angestauten Wut zum 3:5 in die Maschen. Nun sprach der Referee erstmals im Schlussabschnitt auch eine Strafe gegen die Gäste aus, und die Eisbären schienen den neuen Schwung nutzen zu wollen, um mit einem Kraftatkt doch wieder mit den Gästen gleichzuziehen. Robin Platz, John Kraiss und Claudio Schreyer scheiterten jedoch kurz hintereinander an Hämynen, der seinem Team in dieser Phase den Vorsprung rettete.

Doch die Eisbären wären nicht die Eisbären, würden sie nicht auch in einer solch scheinbar aussichtslosen Lage an sich glauben. Und tatsächlich: 31 Sekunden vor dem Ende traf erneut Manuel Pfenning aus spitzem Winkel zum 4:5. Doch das war es dann auch. Der letzte noch benötigte Treffer wollte nicht mehr fallen, und der Titelverteidiger musste seine erste Saisonniederlage hinnehmen.

„Wir haben durch dumme Strafen ein sicheres Spiel aus der Hand gegeben. Das war eine selbst verschuldete Niederlage, denn wir waren über 50 Minuten das mit Abstand bessere Team“, fasste Trainer Sascha Bernhardt das 4:5 zusammen. „Wir waren bei allen fünf Gegentoren in Unterzahl. Daraus müssen wir nun unsere Lehren ziehen. Nächstes Wochenende haben wir zwei schwere Auswärtsspiele. Da müssen wir nun sechs Punkte holen.“

Sein Trainerkollege Manuel Pfenning ging bei seiner Analyse noch weiter ins Detail: „Sieben unserer acht Gegentore haben wir in Unterzahl bekommen. Das heißt zum einen, dass wir bei fünf gegen fünf so stark sind wie noch nie, aber auch gleichzeitig, dass wir nächste Woche unser Unterzahlspiel trainieren müssen.“

Am Freitag treten die Eisbären um 20 Uhr beim EV Ravensburg an. Zum zweiten Spiel des Wochenendes gastieren sie am Sonntag (19 Uhr) in Eppelheim.