Eisbären

5:3 in Bietigheim – erfolgreicher Eisbären-Saisonstart

Veröffentlicht

2016-10-08-bietigheim-erstes-saisontor

Mit einem 5:3 (3:1, 0:1, 2:1)-Sieg beim Lokalrivalen Bietigheim Steelers Amateure sind die Eisbären Heilbronn am Samstag erfolgreich in die Saison gestartet.

Vor 267 Zuschauern, darunter gefühlt zwei Drittel Heilbronner Fans, erwischten die Eisbären einen perfekten Start. Nach 74 Sekunden fing sich Steeler Thorsten Weisler die erste Strafzeit der Partie ein, und nochmal 23 Sekunden später staubte Rückkehrer Milan Liebsch zum 0:1 ab (Foto). Doch damit nicht genug, denn Igor Filobok brachte den Titelverteidiger nach viereinhalb Minuten auf Zuspiel von Stefan Schrimpf mit 2:0 in Führung – und das, obwohl das Trainerduo Sascha Bernhardt und Manuel Pfenning zum Improvisieren gezwungen war.

Claudio Schreyer, John Kraiss, Benjamin Brozicek, Hansi Becker, Felix Kollmar, Max Schleicher, Jannick Bätzold – die Liste der Ausfälle an diesem Abend liest sich fast wie das „Who is who“ der Regionalliga Südwest. Die Coaches wirbelten die eigentlichen Angriffsreihen durcheinander und spielten mit den Formationen Pfenning – Kreps – Keterling, Breiter – Liebsch – Bernwald und Oppenländer – Filobok – Luschenz. Diese ließen die Scheibe im ersten Drittel laufen und ließen ihre Gegner teilweise wie Statisten stehen – wie auch beim 0:3. Sven Breiter spielte zurück an die blaue Linie zu Thomas Bernwald, der passte in Bedrängnis auf Milan Liebsch, der urplötzlich völlig frei vor Steelers-Goalie Laveuve stand, die Scheibe noch in aller Seelenruhe von der Rückhand auf die Vorhand legen konnte, Leveuve verlud und zum 0:3 einschob.

Erst mit der ersten Strafzeit gegen die Eisbären gegen Manuel Pfenning kamen die Gastgeber in der 17. Minute zu ihrem ersten Erfolgserlebnis: Willi Gross traf zum 1:3.

Der mittlere Spielabschnitt wurde dann hauptsächlich von der Defensivstärke beider Teams geprägt. Für die Zuschauer wenig spannend anzusehen, egalisierten sich die Teams fast 20 Minuten lang, ehe zwei umstrittene Schiedsrichterentscheidungen Bietigheim wieder ins Spiel brachten. 68 Sekunden vor der Pause stürmte der überragende Eisbären-Keeper Kevin Yeingst aus seinem Kasten, um bei einem Konter vor dem gegnerischen Stürmer an die Scheibe zu kommen. Er spitzelte diesem die Scheibe weg, rutschte dabei jedoch in den Gegner und riss diesen um – und kassierte dafür zwei Strafminuten.

Eine halbe Minute später zog Tim Heffner von halb links ab, die Scheibe prallte ans Gestänge und sprang aufs Eis zurück. Tor oder nicht? Der Referee, der direkt hinter dem Tor stand und eigentlich gesehen haben muss, wo der Puck landete, entschied ohne zu zögern auf Tor für Bietigheim. Tor oder nicht – diese Frage beschäftigte die Beteiligten noch bis weit in die darauf folgende Pause hinein. Die Entscheidung stand jedoch fest, der vermeintliche Treffer zum 2:3 wurde gewertet und die Eisbären liefen Gefahr, das Spiel im letzten Drittel noch aus der Hand zu geben.

Doch der vierfache Meister spielte seine ganze Routine aus und gab sofort die richtige Antwort. Nach nur 20 Sekunden ließ Viktor Laveuve einen Schuss von Leontin Kreps abprallen, und Eisbären-Urgestein Alex Keterling schob zum 2:4 ins fast leere Tor ein. Im Gegensatz zum zweiten Drittel gewann die Begegnung nun richtig an Fahrt. Steelers-Kapitän Marcel Neumann brachte sein Team in der 44. Minute wieder auf 3:4 heran und die Gastgeber erwachten vollends aus ihrer zuvor fast 40 Minuten währenden Lethargie.

Doch die Eisbären verteidigten ihren Vorsprung völlig unaufgeregt und hatten in der 45. Minute zwei riesige Chancen durch Igor Filobok und Patrick Luschenz, doch beide Male fischte Laveuve die Schüsse der freistehenden Eisbären-Stürmer heraus.

Die letzten beiden Minuten spielten die Eisbären dann so routiniert herunter, dass die Steelers keine Gelegenheit hatten, um ihren Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis zu nehmen. Erst 15 Sekunden vor dem Ende schienen sie sich so im Drittel der Eisbären festzuetzen, dass Laveuve in Richtung Bank steuerte. Doch der junge Goalie hatte dort noch nicht mal Platz genommen, als Leo Kreps sich im eigenen Drittel die Scheibe fischte und sein „Flattermann“ über die komplette Eisfläche ins leere Tor trudelte. Die Entscheidung!

„Das war eine klasse Teamleistung“, freute sich Trainer Sascha Bernhardt nach der Partie. „Wir hatten einen überragenden Start und haben die Ausfälle super kompensiert. Die Jungs sind 60 Minuten hervorragend gestanden, das war eine brutale Energieleistung.“

Bei den vielen Ausfällen, so Bernhardt weiter, könne man nun von dem großen Kader profitieren – was aber nach der Leistung in Bietigheim die Aufstellung für das nächste Spiel umso schwieriger macht, wenn beispielsweise am Freitag Claudio Schreyer wieder dabei sein wird. Bernhardt: „Heute haben sich alle aufgedrängt.“

Am kommenden Freitag gastiert nun der Hauptrunden-Zweite des Vorjahres, die Fire Wings Schwenningen, zum ersten Eisbären-Heimspiel in der Kolbenschmidt Arena.