Eisbären

5:3 in Eppelheim – Eisbären machen Werbung für Eishockey

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Eisbären Heilbronn vs. Firewings Schwenningen  4:5

475 Zuschauer erlebten am Sonntagabend ein begeisterndes und höchst faires Eishockeyspiel, in dem sich die Eisbären Heilbronn mit 5:3 (2:0, 1:1, 2:2) gegen ihre Eppelheimer Namensvettern durchsetzen konnten.

In einem der schnellsten Regionalliga-Spiele der vergangenen Jahre nutzte Spielertrainer Manuel Pfenning schon früh eine Unachtsamkeit der Eisbären Eppelheim bei deren Überzahl und schloss ein Break zum 0:1 ab (4. Minute).

Obwohl beide Teams an diesem Wochenende bereits eine Begegnung absolviert hatten, konnte man bei keinem der Akteure einen Kräfteverschleiß feststellen. Die rasante Partie wogte hin und her und beide Teams schenkten sich nichts. Ein ums andere Mal standen die überragenden Torhüter Kevin Yeingst und Janis Wagner im Mittelpunkt des Geschehens.

In der 9. Minute eroberte Claudio Schreyer hinter dem Gästetor die Scheibe und spitzelte diese zu Manuel Pfenning. Dieser legte quer auf John Kraiss, der Wagner zum 0:2 überwand. Die Gastgeber erhöhten nun die Schlagzahl und setzten den Titelverteidiger unter Druck, doch dieser stand defensiv so kompakt, dass es für die Hausherren kein Durchkommen gab.

In der 22. Minute fiel dann aber doch der Anschlusstreffer zum 1:2, als die Scheibe ein paar Schläger, Schlittschuhe und die Schoner von Kevin Yeingst berührte und von dort irgendwie über die Linie rutschte. Doch die Eisbären Heilbronn ließen sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen. In der 27. Minute passte Stefan Schrimpf lang auf Marc Oppenländer, der die Scheibe mit fantastischem Auge in den Lauf von Igor Filobok spielte, so dass dieser nur noch zum 1:3 abzuschließen brauchte. Auch der Schiedsrichter schien von Oppenländers genialem Pass beeindruckt gewesen zu sein, denn er schrieb der Nummer 86 den Treffer zu – was wir nun vom offiziellen Spielberichtsbogen auch so in die Scorerliste übernehmen.

Auch wenn es nun fast 20 Spielminuten dauerte, ehe das nächste Tor fiel, wurden die Fans von den Akteuren auf dem Eis ohne Pause mit hochklassigem Regionalliga-Eishockey bestens unterhalten. Und auch das nächste Tor in der 46. Minute war zum „mit der Zunge Schnalzen“. Sven Breiter luchste einem Gegnerspieler in dessen Drittel den Puck ab, verlud einen zweiten Eppelheimer und schoss zum 1:4 ein – ein Tor des puren Willens!

Die Vorentscheidung? Mitnichten, denn eineinhalb Minuten später stocherte Cedric Striepeke die Scheibe zum 2:4 ins Tor. Fast im Gegenzug hätte Manuel Pfenning den Drei-Tore-Abstand fast wiederherstellen können, doch sein Schuss klatschte an die Querlatte. Eppelheim drängte, Heilbronn verteidigte und konterte – ohne dass das Tempo auch nur für wenige Sekunden nachließ. Fünf Minuten vor dem Ende schafften es die Gastgeber tatsächlich, den Anschlusstreffer zum 3:4 zu erzielen. Wieder gab es ein Gestocher vor dem Tor von Kevin Yeingst, und wieder landete der Puck irgendwie im Tor.

Eppelheims Coach Thomas Korte setzte eineinhalb Minuten vor dem Ende alles auf eine Karte und nahm seinen Torhüter zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Doch die gastgebenden Eisbären hatten sich noch nicht richtig im Heilbronner Drittel festgespielt, da krallte sich Manuel Pfenning die Scheibe im eigenen Drittel, bediente John Kraiss, der auf Claudio Schreyer weiterleitete und diesem die Chance gab, seinen ersten Saisontreffer zu erzielen. Der Torjäger der letzten Saison ließ sich diese Chance nicht entgehen und netzte zum 3:5-Endstand ein.

„Das war heute ein klasse Spiel, in dem beide Teams Werbung für das Eishockey gemacht haben“, freute sich Trainer Sascha Bernhardt über das hochklassige Eisbären-Derby, bei dem er bis auf Patrick Luschenz, Max Schleicher, Jannick Bätzold und Hansi Becker auf den gesamten Kader zurückgreifen konnte. „Was mich besonders freut: Die Jungs haben jetzt alle begriffen, dass wir bei der diesjährigen Ausgeglichenheit der Liga allein mit spielerischer Klasse nicht weit kommen. Jeder Einzelne hat heute bis zum Umfallen gekämpft und sich in den Dienst des Teams gestellt. Nach der Niederlage gegen Schwenningen haben wir Trainer vom Team sechs Punkte an diesem Wochenende eingefordert, und die Jungs haben abgeliefert – das macht uns stolz.“

Am kommenden Wochenende steht gleich der nächste Doppelspieltag an: Erst geht es am Samstag (19.30 Uhr) zu den Baden Rhinos nach Hügelsheim, ehe am Sonntag (18 Uhr) der Tabellenführer Zweibrücken Hornets in Heilbronn gastiert.