Eisbären

5:6-Niederlage – zu viele Strafen im 2. Drittel kosten den Sieg

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Marian MetzMit nur vier Verteidigern und sieben Stürmern haben die Eisbären Heilbronn am Freitag das „Duell um Platz zwei“ bei den Schwenninger Fire Wings mit 5:6 (2:1, 0:1, 3:4) verloren. Dabei stellte das Team von Trainer Kai Sellers einmal mehr unter Beweis, dass es gerade dann glänzt und als verschworene Einheit auftritt, wenn zahlreiche Stammkräfte fehlen.

Zwar legten die Gastgeber schon nach drei Minuten durch Steven Zrinski das 1:0 vor, doch zeigten sich die Eisbären wenig beeindruckt. Bereits eine Minute später nutzte Igor Dorochin die erste Schwenninger Strafe zum 1:1. Die Eisbären standen kompakt im eigenen Drittel und ließen den Gegner kaum zum Schuss kommen. Zudem spielte Keeper Marian Metz wieder in Topform und parierte die wenigen Schüsse der Gastgeber gewohnt souverän. Auf der anderen Seite erarbeiteten sich Kapitän Hansi Becker und seine Stürmerkollegen einige gute Chancen, von denen Sascha Bernhardt in der 13. Minute eine zum verdienten 1:2 nutzte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Eisbären nur zwei Strafzeiten erlaubt.

Anders war die Lage dann im mittleren Spielabschnitt. Während die Fire Wings der Strafbank gänzlich fern blieben, fingen sich die Gäste gleich sieben Zwei-Minuten-Strafen und eine Disziplinarstrafe ein. Zwar überstanden der unermüdlich kämpfende Igor Dorochin und seine Nebenleute alle Strafen, darunter auch eine Kräfte zehrende drei gegen fünf Situation, unbeschadet, doch kostete diese Energieleistung sehr viel Kraft – Kraft, die dann im letzten Drittel fehlen sollte.

Unglücklich fiel in der 37. Minute der Ausgleich zum 2:2, nachdem die Eisbären die Strafenflut hinter sich gebracht hatten. Irgendwie hatte es Christopher Kohn geschafft, den bereits sicher geglaubten Puck unter Marian Metz hindurch über die Linie zu stochern.

Das Schlussdrittel stand dann ganz im Zeichen der schwindenden Kräfte. Die Gastgeber hatten die körperliche Verfassung ihres Gegners richtig eingeschätzt und drehten entsprechend auf. Innerhalb einer Minute machten Matthias Vater (43.) und Markus Eberhardt (44.) aus dem 2:2 ein 4:2. Doch obwohl die Beine schwer wurden, zeigten die Eisbären, die nun auch noch auf den gesundheitlich angeschlagenen David Vetsch verzichten mussten, Moral. Sascha Bernhardt brachte sein Team in der 49. Minute mit einem entschlossenen Schuss in Überzahl wieder auf 4:3 heran. Und auch nachdem Matthias Vater nur 26 Sekunden später auf 5:3 erhöhte und Bernhardt in der 51. Minute mit einer 10er-Disziplinarstrafe vorzeitig in die Kabine geschickt wurde, dachten die Eisbären nicht ans Aufgeben. Die fünf verbliebenen Stürmer erhielten Unterstützung von den Verteidigern, und so war es Abwehrmann Felix Kollmar vorbehalten, mit einem Schlagschuss abermals zum 5:4 zu verkürzen (53.). Für die Entscheidung sorgte dann erneut Vater mit dem 6:4 in der 57. Minute.

90 Sekunden vor dem Ende nahm Kai Sellers dann Goalie Metz vom Eis, um gegen die eh schon in Unterzahl spielenden Fire Wings mit sechs Mann noch das Unmögliche möglich zu machen. Doch spätestens als Mischa Zeller 13 Sekunden vor dem Ende auch noch auf die Strafbank geschickt wurde, war der Zug vollends abgefahren. Umso überraschender gelang Tim Riedel dann mit der Schlusssirene per Schlagschuss das 6:5 – es war sein erstes Tor seit über zwei Jahren. Trainer Sellers zeigte sich trotz der Niederlage mit der Leistung seines Teams zufrieden: „Wären die vielen Strafen im zweiten Drittel nicht gewesen, hätten wir das Spiel gewinnen können.“

Inzwischen hat sich die Liste der bis zum Saisonende verletzten Spieler übrigens auf vier erhöht, nachdem Benjamin Brozicek beim 3:0 gegen die Rhein-Neckar Stars eine Gehirnerschütterung erlitten hat.

Tore:
1:0 (3.) Zrinski (Erlenbusch/Mihajlovic)
1:1 (4.) Dorochin (Zeller) +1
1:2 (13.) Bernhardt (Becker)
2:2 (37.) Kohn
3:2 (43.) Vater (Kartapolow)
4:2 (44.) Eberhardt (Vater/Schulz)
4:3 (49.) Bernhardt (Kollmar) +1
5:3 (49.) Vater (Schulz/Kartapolow)
5:4 (53.) Kollmar +1
6:4 (57.) Vater (Kohn/Schulz)
6:5 (60.) Riedel

Strafen:
Schwenningen 12 Minuten
Heilbronn 22 Minuten plus je 10 Minuten Disziplinarstrafe für Bauhardt und Bernhardt

Am Sonntag müssen die Eisbären nun gleich wieder ran. Um 19.45 Uhr treten sie beim Tabellenletzten Black Hawks Bad Liebenzell an.