Eisbären

6:3 – Eisbären-Rumpftruppe stoppt Hügelsheimer Siegeszug

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Mit einer absoluten Rumpftruppe haben die Eisbären Heilbronn am Samstagabend am Baden Airpark allen Widrigkeiten getrotzt und den Klassiker gegen ihren Erzrivalen Baden Rhinos Hügelsheim mit 6:3 (3:0, 0:1, 3:2) gewonnen.

Gerade mal zwei Torhüter, fünf Verteidiger und fünf Stürmer konnte Coach Sascha Bernhardt gegen den Tabellendritten aufbieten, der seine letzten zehn Spiele allesamt gewonnen und seinen Fans einen heißen Tanz auf dem Eis versprochen hatte. Die Grippewelle sowie berufliche Verpflichtungen auf Seiten der Eisbären hatten dafür gesorgt, dass sich die Fans im Baden Airpark schon beim Warmlaufen verwundert die Augen gerieben hatten. Wollten die „paar Hansel“ tatsächlich den seit dem 2. Dezember ungeschlagenen Gastgebern Paroli bieten?

Dass sich der dezimierte Titelverteidiger nicht nur gut verkaufen, sondern die drei Punkte mit nach Hause nehmen wollte, mussten die rund 1.000 Zuschauer schon nach nicht einmal einer Minute feststellen. Strafe Christian Böcherer, 23 Sekunden später Tor durch Daniel Brendle – 0:1.

„Die Jungs haben von der ersten Sekunde eins zu eins das umgesetzt, was vor dem Spiel gesagt wurde“, sagte Sascha Bernhardt nach dem Spiel. „Das hat zwar nicht immer schön ausgesehen, war aber effektiv. Wir haben bestimmt 25 Icings gemacht und dafür gesorgt, dass der Gegner zunehmend frustriert war und sich durch Frustaktionen Strafen gezogen hat. Und im Powerplay waren wie heute so effektiv wie noch nie.“

Ganze fünf der sechs Treffer fielen mit einem Mann mehr auf dem Eis – wie zum Beispiel das 0:2 durch Igor Filobok in der 7. Minute. Überhaupt sprühte der Topscorer der Eisbären nach abgesessener Sperre vor Spielfreude und glänzte als dreifacher Torschütze sowie als zweifacher Vorbereiter. Dennoch erhielt nicht die Nummer 15 der Eisbären ein Sonderlob vom Coach, sondern vielmehr Youngster Moritz Hauß. „Moritz ist ja eigentlich Verteidiger, er hat aber heute neben Igor Filobok und Sven Breiter im Sturm gespielt und hat in dieser Reihe so geackert und gekämpft, dass er für die beiden immer wieder Räume zum Spielen geschaffen und damit die Grundlage zum Sieg gelegt hat.“

Auch Goalie Markus Nachtmann erhielt im Statement des Trainers eine besondere Erwähnung. „Nachti war mit seinen 41 Jahren so sicher und hat von Anfang an so eine Ruhe ausgestrahlt, dass die Jungs vor ihm zu keinem Moment nervös waren. Das war überragend“, so Bernhardt. Bis zur ersten Pause stand bei Nachtmann die Null, während Sven Breiter in der 10. Minute Hügelsheims Keeper Sebastian Trenholm zum dritten Mal überwinden konnte.

In den zweiten 20 Minuten konnten sich die abgezockten Eisbären lange gegen den wütenden Sturmlauf der Gastgeber erwehren, ehe Noel Johnson zweieinhalb Minuten vor der zweiten Pause der Anschlusstreffer zum 1:3 gelang.

Wer nun aber gedacht hatte, dass der Treffer die Gastgeber im Schlussdrittel beflügeln und gleichzeitig die Kraft der zehn aufrechten Eisbären schwinden würde, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Genau 37 Sekunden nach Wiederanpfiff erhöhte Igor Filobok auf 1:4 – erneut in Überzahl. Auch beim 1:5, das abermals auf Filoboks Konto ging (47.), hatten die Eisbären einen Mann mehr auf dem Eis.

Ein weiterer Grund für den Erfolg war die Tatsache, dass die Eisbären immer eine Antwort auf die wenigen Erfolgserlebnisse der Rhinos parat hatten – so wie in der 51. Minute, als Leo Kreps Dennis Walthers Tor zum 2:5 (48.) mit dem 2:6 beantwortete. Auch nachdem Christian Böcherer zum 3:6 verkürzte (53.), geriet der Sieg nicht mehr in Gefahr. Denn die Eisbären hielten sich weiterhin an das vorgegebene „Einfach die Scheibe raus“.

Mit diesem Sieg unter ungünstigsten Voraussetzungen setzte der Titelverteidiger ein großes Ausrufezeichen in Richtung Playoffs. Nach der Niederlagenserie im „schwarzen Januar“ dürfte die Konkurrenz spätestens jetzt wissen, dass die Eisbären im Rennen um die Meisterschaft wieder da sind!

Wieder da sein werden beim Heimspiel jetzt am Sonntag (18 Uhr) gegen Zweibrücken auch mindestens drei Spieler, die am Samstag aus beruflichen Gründen gefehlt haben. „Natürlich wird der Eine oder Andere etwas schwerere Beine als sonst haben, aber ein solcher Sieg setzt auch weitere Kräfte frei. Wir sind in jedem Fall bereit für Zweibrücken und wollen uns die Tabellenführung zurückholen“, so Sascha Bernhardt.

Den Tabellenersten aus der Pfalz und seinen Verfolger Eisbären trennt nur noch ein Punkt, und es dürfte wahrscheinlich sein, dass der Sieger dieser Partie am vorletzten Hauptrunden-Spieltag auch als Sieger der Hauptrunde in die Playoffs starten wird.