Eisbären

6:4 gegen Zweibrücken – erst fielen die Tore, dann flogen die Fäuste

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Die Eisbären Heilbronn ließen sich am Sonntag auf ihrem Vormarsch in der Tabelle auch von Tabellenführer Zweibrücken Hornets nicht aufhalten. 6:4 (5:1, 1:2, 0:1) hieß es am Ende für den Titelverteidiger in einem Spiel, in dem erst die Tore fielen und dann die Fäuste flogen. Zum ersten Mal in dieser Saison waren zu diesem Spitzenspiel über 1000 Zuschauer ins Stadion gekommen.

Diese sahen ein Eisbären-Team, das genauso stürmisch begann wie es vor Wochenfrist beim Auswärtssieg in Bietigheim aufgehört hatte. Nach zwei Minuten gab Stefan Schrimpf einen ersten Warnschuss ab, doch verhinderte der Pfosten des Gästetores das frühzeitige 1:0. Dieses ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Patrick Luschenz auf Alex Keterling – 1:0 nach knapp vier Minuten. Doch bereits im Gegenzug konnte Benedikt Peters für die Zweibrücken Hornets egalisieren (5. Minute).

Die Eisbären zeigten sich von diesem schnellen Ausgleich unbeeindruckt, und schon bei der nächsten gelungenen Aktion zappelte die Scheibe erneut im Zweibrückener Netz. „Lass das mal den Papa machen – Papa macht das gut“ schallte es aus den Lautsprechern der Kolbenschmidt Arena, denn der Treffer zum 2:1 in der 6. Minute ging auf das Konto von Eisbären-Stürmer John Kraiss, der am Tag zuvor Vater einer kleinen Tochter wurde.

Nachdem Goalie Kevin Yeingst in der 10. Minute nach einem krassen Abspielfehler eines Eisbären-Verteidigers im eigenen Drittel mit der Schlägerspitze den erneuten Ausgleich verhindert hatte, folgte zwischen der 12. und 16. Minute eine Phase, die Co-Trainer Sascha Bernhardt nach dem Spiel eine Machtdemonstration des amtierenden Meisters nannte. Innerhalb kürzester Zeit wurden die ersten drei Strafzeiten der Gäste kompromisslos durch drei schnelle, überlegt herausgespielte Powerplay-Treffer der Eisbären bestraft. Robin Platz (12.), Benjamin Brozicek (14.) und Manuel Pfenning (16.) machten aus dem 2:1 ein 5:1.

In der Drittelpause musste Gäste-Coach Richard Drewniak die richtigen Worte gefunden haben, denn von nun an ließen sich die Pfälzer nicht mehr so vorführen wie sie es teilweise im ersten Drittel taten. Auf der anderen Seite verlor das Spiel der Eisbären an Effektivität. Zwar erhöhte Patrick Luschenz in der 28. Minute noch auf 6:1, doch dann häuften sich die Unkonzentriertheiten aus Heilbronner Seite, so dass die Gäste bis zur zweiten Pause durch Benedikt Peters (34.) und Tomas Vodicka (35.) auf 6:3 herankommen konnten.

Nicht sonderlich schön anzusehen war dann das Schlussdrittel, in dem sich das Geschehen hauptsächlich auf den beiden Strafbänken abspielte. Zehn Strafminuten plus zwei Disziplinarstrafen für Igor Filobok und Stefan Schrimpf auf der einen, 18 plus 20 Minuten (Disziplinarstrafen gegen Srnka und Peters) auf der anderen Seite innerhalb des letzten Drittels sprechen Bände. Die Emotionen auf dem Eis kochten mit jeder Aktion weiter hoch, was dann in der 55. Minute in einem Faustkampf zwischen Stefan Schrimpf und Benedikt Peters gipfelte.

Während die Eisbären auch im Spiel fünf gegen drei nicht mal mehr ansatzweise an die Powerplay-Effektivität des ersten Drittels anknüpfen konnten, verkürzte Zweibrücken in der 56. Minute durch Marc Lingenfelser auf 6:4. Das Spiel hätte nun nochmal richtig eng werden können, doch fehlte den Rosenstädtern die nötige Cleverness, um die angeschlagenen Gastgeber nochmal in Gefahr bringen zu können. Zwei weitere Strafen gegen Maximilian Wanninger und Tim Essig erstickten die Versuche schon im Ansatz, so dass die Eisbären den 6:4-Vorsprung vollends ungefährdet über die Runden brachten.

„Wir haben 20 Minuten lang das gespielt, was wir Woche für Woche trainieren. Und dann, ab dem zweiten Drittel, sind wir nur noch vogelwild durch die Gegend gerannt“, polterte Coach Sascha Bernhardt nach dem Spiel. „Plötzlich stand keiner mehr auf seiner angestammten Position. Wir haben nicht mehr als Team agiert und jeder wollte sich nur noch selbst in Szene setzen. Das ist gegen einen so starken Gegner wie Zweibrücken Gift. Letztendlich haben wir den Sieg unserem Goalie Kevin Yeingst zu verdanken, der unsere Fehler ausgebügelt und uns im Spiel gehalten hat.“

Durch diesen Sieg haben die Eisbären bis auf einen Punkt auf das Spitzenduo aufgeschlossen, wobei Bietigheim und Zweibrücken schon zwei bzw. drei Spiele mehr als die Eisbären absolviert haben. Am nächsten Sonntag geht es nun zum bislang noch sieglosen Schlusslicht EV Ravensburg, ehe dann am 8. November zuhause das Derby gegen Stuttgart ansteht.