Eisbären

8:7-Sieg im Penaltykrimi ist eine gefühlte Niederlage

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Mit 8:7 (1:0, 2:1, 4:6 – 1:0) nach Penaltyschießen haben die Eisbären Heilbronn beim Aufsteiger Baden Rhinos Hügelsheim gewonnen. Es war ein verrücktes Spiel, das die Eisbären über 40 Minuten klar dominiert hatten, bei dem die Gastgeber aber im letzten Drittel mit viel Herz und ebenso viel Einsatz einen Punkt erkämpft haben.

Von Beginn an drückten die Eisbären aufs Tempo und schnürten die Rhinos im eigenen Drittel ein, so dass diese sich oft nur durch Befreiungsschläge zu helfen wussten. Dennoch dauerte es bis drei Sekunden vor Ablauf des ersten Abschnitts ehe Paul Gagnon (Foto) zum 0:1 traf. Trotz der drückenden Überlegenheit schafften es die Eisbären nicht einen durchaus verdienten Drei- bis Vier-Tore-Vorsprung herauszuschießen. Ein Fakt, der sich später rächen sollte.

Auch in den zweiten 20 Minuten waren die Eisbären das klar bessere Team, und diesmal dauerte es nur fünf Minuten ehe Sascha Bernhardt auf 0:2 erhöhte. Doch statt nun das 0:3 nachzulegen, kassierte das Team von Trainer Kai Sellers in der 36. Minute den Anschlusstreffer durch Dennis Walther. Zwei Minuten vor der Pause stellte dann Kapitän Hansi Becker den alten Abstand wieder her, als er in Überzahl zum 1:3 traf.

Das Schlussdittel begann standesgemäß, als Milan Liebsch nach 21 Sekunden auf 1:4 erhöhte – ein Tor, das die Weichen vollends auf Sieg stellen sollte. Stattdessen war es der Startschuss zu einem regelrechten Torfestival. In der 42. Minute verkürzte Duhamel auf 2:4, in der 45. stellte Hansi Becker mit dem 2:5 den alten Abstand wieder her. Nur eine Minute später traf abermals Duhamel zum 3:5. Kurz darauf hatte Marc Oppenländer das 3:6 auf dem Schläger, er scheiterte jedoch mit einem Penalty an Anton Lukin.

Eine ganz entscheidende Phase wurde zehn Minuten vor dem Ende durch eine aus Eisbären-Sicht krasse Fehlentscheidung der Schiedsrichter eingeläutet. Cedrick Duhamel zog auf Linksaußen-Position Eisbären-Verteidiger Patrick Mundanjohl die Beine weg – die Akteure beider Teams warteten auf den Pfiff, der jedoch ausblieb. Duhamel schaltete am schnellsten, legte die Scheibe quer auf Artur Votler, der unbedrängt zum 4:5 einschob. Bei den darauf folgenden Diskussionen fing sich Daniel Brendle zu allem Überfluss eine Disziplinarstrafe ein.
Mit viel Wut im Bauch stürmten die Eisbären weiter. Paul Gagnon zog fast im Gegenzug ab, der stark haltende Rhinos-Keeper Anton Lukin fing die Scheibe und stürzte rückwärts mit ihr ins Tor – doch das Tor fand unverständlicherweise keine Anerkennung. Dennoch ließen die Eisbären nicht locker, und John Kraiss schaffte nach einer Energieleistung in Unterzahl tatsächlich das 4:6 (52.). Das muntere Scheibenschießen ging im Minutentakt weiter: 5:6 Walther (53.), 5:7 durch das dritte Tor von Hansi Becker (54.). Die Rhinos berannten nun in Person der kaum vom Eis gehenden Duhamel und Walther das Tor von Marian Metz, doch schienen die Eisbären ihren Vorsprung vollends über die Runden schaukeln zu können. Doch dann kam die 60. Spielminute, in der sie sich innerhalb kürzester Zeit die Butter vom Brot nehmen ließen. 56 und 19 Sekunden vor der Schlusssirene machte der nicht zu bremsende Duhamel aus dem 5:7 ein 7:7, so dass die Begegnung im Penaltyschießen entschieden werden musste.

Dort trafen dann Paul Gagnon und Milan Liebsch für die Eisbären, während Marian Metz nur einen Schuss von Erich Singaitis passieren lassen musste. Dadurch konnten die Eisbären mit viel Glück zumindest zwei Punkte mit nach Hause nehmen, wobei sich der Sieg aufgrund der überlegen geführten ersten 40 Minuten am Ende wie eine Niederlage anfühlte.
Als nächstes müssen die Eisbären nun am nächsten Sonntag bei den Rhein-Neckar Stars antreten.