Eisbären

9:6 in Stuttgart – die Eisbären haben den längeren Atem

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Mit 9:6 (1:2, 4:2, 4:2) haben die Eisbären Heilbronn am Freitag abend ihr Spiel bei den Stuttgart Rebels gewonnen und haben damit erstmals in dieser Saison die Tabellenführung der Regionalliga Südwest übernommen. Lange Zeit stand die Begegnung auf des Messers Schneide, ehe die Eisbären in den letzten zehn Minuten aus einem ausgeglichenen 6:6 ein 9:6 machten. Wie schon in der Woche zuvor musste der Titelverteidiger auf einige beruflich verhinderte und gesundheitlich angeschlagene Spieler verzichten.

Dennoch war die kleine, eingeschworene Truppe fest gewillt, sich bei den Gastgebern für die jüngst erlittene 1:2-Niederlage zu revanchieren – und sie erwischten den besseren Start, denn Thomas Bernwald traf schon nach 53 Sekunden zum 0:1. Richtig freuen konnte man sich bei den Eisbären über den Treffer jedoch nicht, erhielt der Youngster doch beim Schuss einen so heftigen Stockschlag auf die Hand, dass er das Spiel nicht mehr fortsetzen konnte und vermutlich auch am Sonntag ausfallen wird.

Die Gäste hielten nach dem Führungstreffer das Zepter in der Hand, scheiterten aber wie schon im Hinspiel reihenweise am blendend aufgelegten Stuttgarter Keeper Dominik Guris. Auf der anderen Seite konnten die Rebels aus ihren wenigen Chancen Kapital schlagen und durch Treffer von Eric Strieska in Unterzahl (5. Minute) und Tim Becker (9.) zum 2:1 den Spieß umdrehen.

Zu Beginn des zweiten Drittels meldete sich dann Neuzugang Claudio Schreyer erstmals zu Wort. Es waren gerade mal 13 Sekunden gespielt, als die Nummer 8 der Eisbären die Scheibe in Unterzahl zum 2:2 im Stuttgarter Netz versenkte. Die Antwort der Rebels ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Abermals 13 Sekunden nach dem Ausgleich traf Patrick Eisele, der Heilbronner im Dienste der Landeshauptstädter, zum 3:2 für die stark spielenden Hausherren.

Schon zu diesem Zeitpunkt ahnten die 322 Zuschauer, dass sich in der weiteren Spielzeit ein Eishockey-Krimi entwickeln würde. Sie sollten Recht behalten. In der 27. Minute gleich Benjamin Brozicek zum 3:3 aus, und drei Minuten später erzielte Arno Metz in Überzahl das 3:4. Als Claudio Schreyer in der 34. Minute einen Penaltyschuss auch noch zum 3:5 versenkte, schienen die Eisbären endgültig auf der Siegerstraße angekommen zu sein. Doch Patrick Daucik verkürzte noch vor der zweiten Pause auf 4:5.

Was dann in der 44. Minute passierte, gehörte zum Verrücktesten, was diese Saison bisher geboten hat. Bei 43:03 Minuten traf erst Sven Breiter zum 4:6. Neun Sekunden später, bei 43:12 verkürzte, Patrick Daucik abermals auf 5:6, ehe Miroslav Hudak bei 43:31 gar der Ausgleich zum 6:6 gelang.

Coach Sascha Bernhardt reagierte, nahm Goalie Anton Lukin vom Eis und brachte stattdessen Tobias Amon ins Spiel. Diese Maßnahme schien dem Team mehr Sicherheit zu geben, und Felix Kollmar brachte seine Farben in der 52. Minute in Überzahl mit 6:7 in Führung. Nun hieß es zittern. Würden die Eisbären den knappen Vorsprung über die Runden retten können?

Stuttgarts Coach Philipp Hodul warf alles in die Wagschale und nahm eineinhalb Minuten vor dem Ende Dominik Guris zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis – und ebnete damit den Eisbären den Weg zur Entscheidung. Erst traf Alex Keterling zum 6:8 ins leere Tor (59.) und dann setzte Patrick Luschenz 25 Sekunden vor dem Ende noch einen weiteren Treffer zum 6:9-Endstand drauf.

„Ich bin total fertig und muss mich erstmal sammeln“, schaufte Sascha Bernhardt nach dem hart erkämpften Sieg erstmal durch. „Die paar Mann, mit denen wir heute hier waren, haben sich für das Team zerrissen, und ich bin unheimlich stolz darauf, wie wir nach dem 6:6 zurückgekommen sind.“

Einen Einstand nach Maß feierte Neuzugang Claudio Schreyer, der gleich vier Scorerpunkte sammelte. Bernhardt: „Claudio war überragend und hat sich in das Team eingefügt als hätte er schon immer für uns gespielt.“

Jetzt heißt es Kräfte für das Heimspiel am Sonntag (19.15 Uhr) zu sammeln, wenn der Tabellenführer Eisbären den Zweiten Bietigheim Steelers Amateure zum Spitzenspiel empfängt. Die personelle Lage wird sich bis dahin wieder entspannen, zumal auch Leontin Kreps nach überstandener Leistenverletzung sein Comeback geben wird.

Die Eisbären spielten in Stuttgart mit folgender Aufstellung:

Tor: Lukin, Amon
Abwehr: Kollmar, Metz, Platz, Muth
Angriff: Schreyer, Bernwald, Breiter, Pfenning, Brozicek, Luschenz, Keterling