Eisbären

„An uns soll es nicht liegen“ – Interview mit Eisbären-Vorstand Kai Sellers

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Seit einer Woche steht fest, dass die Eisbären Heilbronn sich sportlich für die Oberliga qualifiziert haben. Ob der Aufstieg auch tatsächlich wahrgenommen werden kann, hängt jedoch von einigen, noch zu klärenden Faktoren ab, an denen im Hintergrund auf Hochtouren gearbeitet wird. Worum geht es dabei genau? Wie ist der aktuelle Stand? Wir haben beim Eisbären-Vorsitzenden Kai Sellers (Bild links, mit Manager Rainer Scholl) nachgefragt.

Die Eisbären haben es geschafft und sind sportlich in die Oberliga aufgestiegen. Wie fühlt sich der Vorsitzende und Trainer in Personalunion dabei?

Sellers: Unabhängig davon, ob der Aufstieg auch realisiert werden kann, fühle ich mich klasse. Zehn Jahre nach unserer Gründung im Frühjahr 2005 können wir nun auf zwei Aufstiege und vier Meisterschaften zurückblicken. Das kann sich sehen lassen.

Es hat ja geheißen, dass die Eisbären unbedingt in der Oberliga spielen wollen, dass aber noch viele Hausaufgaben gemacht werden müssen, um den Aufstieg realisieren zu können. Welche Hausaufgaben sind das genau?

Sellers: Wir haben bereits alles erfüllt, was in der Macht des Vereins liegt. Jetzt finden nächste Woche Gespräche mit der Stadt Heilbronn statt, in denen hoffentlich die infrastrukturellen Dinge – verfügbare Eiszeiten für Spiele und Training sowie die Kabinenfrage – geklärt werden können.

In der Heilbronner Stimme war zu lesen, dass die Finanzierung der Oberliga kein Problem wäre. Der momentane Etat müsste für die Oberliga ja mindestens verdoppelt werden. Wie wollt ihr das bewerkstelligen?

Sellers: Das kam in der Heilbronner Stimme nicht richtig rüber, denn es klang so, als würde die Finanzierung bereits komplett stehen und wir hätten einen ruhigen Sommer. Richtig ist, dass wir uns schon Anfang des Jahres für den Fall der Fälle vorbereitet und ein realisierbares Konzept für die Finanzierung der Oberliga erstellt haben. Hier ist nun aber zweifelsfrei die Vorstandschaft gefordert, um dieses Konzept in den nächsten Wochen und Monaten mit harter Arbeit umzusetzen – sollte der Aufstieg realisiert werden können.

Realistisch eingeschätzt: Werden wir die Eisbären 2015/16 in der Oberliga spielen sehen?

Sellers: Ich hoffe es. An uns soll es nicht liegen. Wir sind bereit das Projekt Oberliga anzugehen.

Ob Oberliga oder Regionalliga – haben aus dem bisherigen Kader schon Spieler für die neue Saison zugesagt?

Sellers: Konkrete Gespräche können erst geführt werden, wenn feststeht, wo wir 2015/16 tatsächlich spielen werden. Aber natürlich haben viele Spieler signalisiert, dass sie bleiben möchten, da sie ja beruflich in der Region verwurzelt sind. Im Rahmen unseres Oberliga-Konzeptes haben wir einen Weg gefunden, wie wir alle bisherigen Spieler einbinden können – und zwar so, dass sie zeitlich kaum einen Mehraufwand gegenüber der Regionalliga haben werden.

Die Saison endete durch den Lindauer Verzicht auf die Aufstiegsspiele recht abrupt, ohne dass man die Saison offiziell beenden konnte. Ist für die Spieler und die Fans zum Saisonende noch etwas geplant?

Sellers: Wir werden Ende April mit dem Team wieder ein paar Tage nach Mallorca gehen. Das haben sich die Jungs verdient. Auch für die Fans gibt es Planungen für eine Abschlussfeier. Wann und in welcher Form diese stattfinden wird, werden wir bekanntgeben, sobald alles organisiert ist.

Stichwort Kooperation mit dem HEC: Hier war in der Zeitung zu lesen, dass sich die Vereine angenähert haben und es Gespräche gab. Wird es eine Zusammenarbeit geben?

Sellers: Meine Meinung zu diesem Thema ist schon seit vielen Jahren dieselbe. Ich bin dafür, dass es eine sehr enge Zusammenarbeit aller eistreibenden Vereine geben sollte – also HEC, REV und Eisbären sowie die Falken GmbH. Auch hier haben wir mehrere Ideen in der Schublade und sind auch mit den Vereinen im konstruktiven Dialog. Jedoch kann eine Kooperation nur umgesetzt werden, wenn die Stadt die richtige Infrastruktur schafft, damit alle Beteiligten sich entsprechend entfalten können. Auch dies wird in der kommenden Woche im Gespräch mit der Stadt ein wichtiger Punkt sein.