Eisbären

Auch Bietigheim kann den Eisbären-Express nicht stoppen

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Mit einem überzeugenden 8:4 (5:1, 2:2, 1:1)-Sieg beim SC Bietigheim haben die Eisbären Heilbronn sich für den Kampf um das Heimrecht in den nahenden Playoffs eine hervorragende Ausgangsposition geschaffen.

Die über 700 Zuschauer in der Bietigheimer EgeTrans Arena kamen in den ersten 20 Minuten nicht mehr aus dem Staunen heraus. Nach anfänglichem gegenseitigen Abtasten der beiden Teams brannten die Eisbären ein wahres Feuerwerk auf dem Eis ab und spielten ihr wohl bisher bestes Drittel der Saison. Den Anfang des Torreigens machte Manuel Weibler, der in der 9. Minute in Unterzahl einen Konter zum 0:1 abschloss, während Felix Kollmar die erste Strafe der Eisbären absaß. Nur 49 Sekunden später setzte Kollmar, der vom nach Nürnberg abgewanderten Heiko Vogler das Kapitänsamt übernahm, kurz nach Ablauf seiner Strafe das 0:2 drauf.

Auch der Anschlusstreffer zum 1:2 – Keeper Tobias Amon musste bei drei gegen fünf einen abgefälschten Schuss passieren lassen – brachte die Eisbären nicht aus dem Konzept. Sie ackerten und fighteten und waren immer einen Schritt schneller an der Scheibe als die Gegner. Typisches Beispiel dafür war in der 13. Minute, kurz nach dem Bietigheimer Anschlusstreffer, eine Szene von Benjamin Brozicek. Erst vergab der jüngst als „Team’s hardest worker“ ausgezeichnete Stürmer in Unterzahl das 1:3, um dann im Gegenzug schon wieder als letzter Mann im eigenen Drittel bei einer Bietigheimer Zwei-zu-eins-Situation im Fallen die Scheibe wegzuschlagen und das 2:2 zu verhindern. Kaum war diese Szene geklärt, da fand ein verdeckter Schlagschuss von Sven Breiter den Weg ins gegnerische Tor (15.) und gab dem Spiel vollends seine Richtung.

Mit breiter Brust fuhren die Eisbären ihre Angriffe und legten bei der Verwertung der Chancen eine lange nicht mehr gesehene Effektivität an den Tag. Als Leontin Kreps in der 18. Minute beim Schussversuch die Scheibe verlor, erkämpfte er sie sofort wieder zurück, schoss aus der Drehung und traf zu seiner eigenen Überraschung zum 1:4. Für das wohl schönste Tor des Abends sorgte Haiko Hirsch in der 19. Minute. Allein von halb links kommend bewies der Krefelder viel Geduld beim Abschluss. Er zögerte den Schuss so lange hinaus, bis Steelers-Keeper Max Häberle in die Knie ging, um die Scheibe dann aus spitzem Winkel ins weit offene Tor zu lupfen (Bild).

„Das war traumhaftes Eishockey, ein solches Drittel habe ich von den Eisbären bisher noch nicht gesehen“, schwärmte Hauptsponsor Ruven Baumgärtner in der Pause.

Zwar konnte das Team von Trainer Kai Sellers das Feuer aus dem ersten Drittel nicht komplett mit in die weiteren Spielabschnitte nehmen, doch änderte dies nichts an der souveränen Spielweise. „Wir haben nach dem ersten Drittel wahrscheinlich schon zu hoch geführt um weiter so zu spielen“, mutmaßte Manager Rainer Scholl nach der Begegnung. „Hätten wir nur 3:1 geführt, dann hätten wir auch so weiter gewirbelt.“

Im zweiten Drittel dauerte es bis zur 31. Minute, ehe der Torreigen seine Fortsetzung fand. Arno Metz tunnelte Häberle und erhöhte auf 1:6. Das folgende 2:6 durch Andrej Kaufmann (33.) beantwortete Stefan Schrimpf mit dem 2:7 (34.). 29 Sekunden vor der Pause verkürzte Philipp Albrecht dann nochmal auf 3:7.

Spätestens als Milan Liebsch in der 47. Minute in Überzahl auf 3:8 erhöhte, war das Spiel entschieden. Die Gastgeber machten zwar in den letzten zehn Minuten nochmal ordentlich Druck, doch sprang außer dem 4:8 durch Dirk Wrobel in der 55. Minute nichts Zählbares heraus. Die Eisbären waren an diesem Tag einfach zu stark für Bietigheim.

Hochzufrieden war Eisbären-Coach Sellers nach der Begegnung: „Bietigheim hat letzte Woche in Hügelsheim gewonnen. Wir haben heute Bietigheim dominiert und haben gezeigt, wozu wir gegen starke Gegner fähig sind. Schade nur, dass wir mit Konne Hoffmann und Benjamin Brozicek zwei Verletzte zu beklagen haben.“

Nun steht am kommenden Freitag die ultimative Prüfung an, wenn Eisbären-Verfolger Hügelsheim in Heilbronn gastiert.