Eisbären

Aufholjagd wird nicht belohnt – Eisbären verlieren in Hügelsheim

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Nach einer Achterbahn der Gefühle haben die Eisbären Heilbronn am Samstag ihre Partie beim Verfolger Baden Rhinos Hügelsheim mit 5:7 (0:3, 3:1, 2:3) verloren.

Die selbstbewusst auftretenden Badener untermauerten von Beginn an ihre Ansprüche auf die drei zu vergebenden Punkte. Von der ersten Sekunde gingen sie aggressiv zu Werke und schnürten die Eisbären im eigenen Drittel ein. An einen vernünftigen Spielaufbau war kaum zu denken, denn die Rhinos störten früh und machten die Räume eng – Scheibenverluste der Eisbären im eigenen Drittel waren die Folge und die drei Gegentore in den ersten 20 Minuten mussten fast zwangsweise kommen. So hatte Alexander Dexheimer in der dritten Minute gerade einmal drei Sekunden auf der Strafbank Platz genommen, als Ex-Eisbär Mathieu Fleury von der blauen Linie zum 1:0 traf. Der überragende Cedrick Duhamel baute den Vorsprung der Rhinos mit zwei Treffern in der 8. und 16. Minute zum 3:0 aus.

Für die Eisbären schien sich ein Debakel anzubahnen, doch schien Co-Trainer Konrad Hoffmann, der für den verhinderten Kai Sellers eingesprungen war, in der Drittelpause die richtigen Worte gefunden zu haben. Die Eisbären besannen sich auf ihre spielerischen Qualitäten und nahmen dem Forechecking der Rhinos seine Effektivität. Zudem kam auch Keeper Marian Metz immer besser ins Spiel und vereitelte mehrfach den Treffer zum 4:0.

Ein erster konkreter Hoffnungsschimmer keimte auf, als Hansi Becker in der 26. Minute bei drei gegen vier Unterzahl zum 3:1 verkürzte. Vollends im Spiel angekommen waren die Eisbären dann, als Paul Gagnon das Spiel in der 33. Minute mit zwei Treffern innerhalb von 49 Sekunden zum 3:3 ausglich. Doch die Rhinos wollten sich nicht so einfach die Butter vom Brot nehmen lassen. In der 35. Minute rettete Marian Metz bei einem Hügelsheimer Konter mit einem waghalsigen Save gegen Duhamel und Walther das Remis, doch eine Minute später musste er bei Hügelsheimer Überzahl erneut hinter sich greifen. Dennis Walther traf in Überzahl zum 4:3 (36.).

Aufregung gab es zwei Minuten später, als Michel Obermann den Eisbären-Goalie hinter dem Tor über den Haufen fuhr und Metz benommen am Boden liegen blieb. In der darauf folgenden Keilerei machte Eisbären-Leader Sascha Bernhardt Obermann deutlich, dass eine solche Aktion nicht unbestraft bleiben konnte. Obermann musste zudem für 2 + 2 + 2 Minuten auf die Strafbank. Bernhardt folgte ihm mit 2 + 2 Minuten und nahm gleich noch Heiko Vogler mit, der von Schiedsrichter Bauder eine 10-minütige Disziplinarstrafe erhielt. Vogler schloss sich dabei Benjamin Brozicek und Hansi Becker an, die schon zuvor mit einer Diszi bedacht worden waren und zu diesem Zeitpunkt bereits die Sünderbank wärmten.

Als die Eisbären nach dem Anpfiff zum letzten Drittel wieder komplett waren, Obermann jedoch noch auf der Strafbank schmorte, glich Milan Liebsch nach 57 Sekunden des letzten Drittels zum 4:4 aus. Als dann Paul Gagnon ebenfalls in Überzahl mit seinem dritten Treffer in der 44. Minute sein Team erstmals in Führung schoss, schienen die Eisbären das Spiel endgültig gedreht zu haben. Doch die Hoffnungen der Eisbären hatten nur wenige Sekunden Bestand. Nur 12 Sekunden nach dem Führungstreffer der Eisbären nutzte Cedrick Duhamel einen individuellen Fehler gnadenlos aus und schoss zum 5:5 ein. Doch damit war es noch nicht genug. Denn nochmal 20 Sekunden später war es abermals Duhamel, der sein Team wieder mit 6:5 in Front brachte.

In der Folge entwickelte sich ein an Spannung kaum zu überbietendes Spiel, in dem zwei auf Augenhöhe spielende Teams mit hohem Einsatz um jeden Zentimeter Eis fighteten, in dem die Eisbären aber zwischen der 47. und 57. Minute fast dauerhaft in Unterzahl agieren mussten. Die größte Chance auf den Ausgleich hatte in der 48. Minute Milan Liebsch auf dem Schläger, doch sein Schuss knallte nur an die Querlatte. Drei Minuten vor dem Ende musste Marian Metz nochmal eine Großtat gegen Duhamel vollbringen, bevor Konrad Hoffmann seinen Keeper dann 90 Sekunden vor dem Ende für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahm, um so noch den Ausgleich zu erzwingen. Doch die Rhinos-Defensive gab sich keine Blöße mehr, und Björn Groß sorgte 13 Sekunden vor dem Ende mit einem Schuss ins leere Tor für den 7:5-Endstand.

Trotz der Niederlage konnten die Eisbären erhobenen Hauptes die Rückreise antreten. Auswärts vor 500 Zuschauern aus einem 0:3 ein 5:4 zu machen, zeugt von Moral. „Wenn diese zwei Unkonzentriertheiten nach dem 5:4 nicht gewesen wären, hätten wir das Ding nach Hause holen können“, ärgerte sich Konrad Hoffmann dann aber doch zurecht über die Niederlage. Für die Hügelsheimer Zuschauer und die Heilbronner Fans, die in einem von der Firma Taxi Götz gesponserten Fanbus angereist waren und ihr Team lautstark unterstützt hatten, war das Spiel ein guter Vorgeschmack auf die nahenden Playoffs.

Tore:
1:0 (3.) Fleury (Walther) +1
2:0 (9.) Duhamel (Walther/Fleury)
3:0 (16.) Duhamel (Fleury/Singaitis)
3:1 (26.) Becker (Vogler) -1
3:2 (33.) Gagnon (Vogler/Liebsch)
3:3 (33.) Gagnon (Bernhardt/Liebsch) +1
4:3 (36.) Walther (Duhamel) +1
4:4 (41.) Liebsch (Oppenländer) +1
4:5 (44.) Gagnon (Dexheimer) +1
5:5 (44.) Duhamel
6:5 (44.) Duhamel (Walther/Singaitis)
7:5 (60.) Groß EN

Strafen:
Hügelsheim 24 Minuten plus je 10 Minuten Disziplinarstrafe für Mauderer und Votler
Heilbronn 24 Minuten plus je 10 Minuten Disziplinarstrafe für Brozicek, Becker und Vogler