Eisbären

Beachtlicher 11:6-Sieg im Duell der Rumpfteams

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Mit einem in dieser Höhe nicht erwarteten 11:6 (6:1, 3:3, 2:2)-Sieg bei den Rhein-Neckar Stars sind die Eisbären Heilbronn am Sonntag abend von ihrem letzten Auswärtsspiel der Saison zurückgekommen. Dabei hat den Mannen von Kai Sellers ein gutes erstes Drittel genügt, um schon vorzeitig die Weichen auf Sieg zu stellen.

Im Spiel zweier Rumpfteams – die Eisbären waren mit 11 Feldspielern angetreten und die Stars brachten gerade mal einen Spieler mehr aufs Eis – hatten die Eisbären den besseren Start. Nach nicht einmal zwei Minuten traf Alex Keterling zum 0:1, dem Daniel Brendle 74 Sekunden später das 0:2 folgen ließ. In der 8. Minute hatte sich Dennis Hambrecht gerade als erster Stars-Spieler in Richtung Strafbank verabschiedet, als es schon wieder klingelte. Diesmal ließ Sascha Bernhardt Torhüter Dominik Wich keine Chance. Kurios war dann der überraschende Anschlusstreffer in der 11. Minute – denn es waren nicht die harmlosen Gastgeber, die den Treffer erzielten, sondern es war Igor Dorochin, der die Scheibe nach einem Missverständnis mit Dominic Bauhardt am verdutzten Marian Metz zum 1:3 vorbeischob. In der 12. Minute nahm sich abermals Hambrecht eine zweiminütige Auszeit, und wieder nutzten die Eisbären das Überzahlspiel. Daniel „Paul Coffey“ Brendle traf zum 1:4. Mit einem Doppelschlag innerhalb von 15 Sekunden in der 19. Minute erhöhten Hansi Becker und Sascha Bernhardt noch vor der Pause auf 1:6.

Im zweiten Drittel machte Stars-Keeper Dominik Wich Platz für seinen Stellvertreter Adrian Walser. Die Gastgeber, die in den ersten 20 Minuten noch müde und unmotiviert wirkten, hatten nun beschlossen, den Eisbären die drei Punkte nicht kampflos zu überlassen. Sie präsentierten sich wesentlich aggressiver und fanden immer mehr ins Spiel. Dennoch machten erstmal die Eisbären die nächsten Tore in Person von Mischa Zeller (25.) und Igor Dorochin, der diesmal den Weg ins richtige Tor fand (26.).

Die Szene des Tages spielte sich dann in der 31. Minute ab, nachdem die Stars zuvor auf 2:8 verkürzt hatten. Igor Dorochin kam bei Überzahl der Rhein-Neckar Stars hinter der eigenen Torlinie an die Scheibe. Er erspähte den durchstartenden Alex Keterling und bediente ihn mit einem geschlenzten, unglaublichen Pass über die Köpfe von Freund und Feind hinweg, der exakt an der gegnerischen blauen Linie millimetergenau auf dem Schläger von Keterling landete. Dieser hatte dann keine Mühe mehr den Puck im Alleingang zum 2:9 zu versenken.

Doch statt weiter taktisch diszipliniert zu spielen, stellten die Eisbären das Eishockeyspielen nun nahezu ein. Man stürmte teilweise kopflos nach vorne ohne weiter nach hinten zu arbeiten – mit dem Ergebnis, dass Moritz de Raaf (34.) und Arno Metz (38.) auf 4:9 verkürzten. Ähnlich sah es im Schlussdrittel aus. Die Rhein-Neckar Stars waren das bessere Team und hatten die Eisbären klar im Griff. Jedoch machten sie sich eine mögliche weitere Aufholjagd selbst durch Strafen zunichte, was die Eisbären jeweils bei fünf gegen drei Überzahl zum 4:10 durch David Vetsch (45.) und 4:11 durch Tim Riedel (54.) nutzten. Zwar trafen Andreas Morlock (57.) und Nicolas Ackermann (57.) noch für die Gastgeber, doch der Sieg war den Eisbären nicht mehr zu nehmen.

Nun steht am kommenden Freitag um 20 Uhr noch das Heimspiel gegen Freiburg an, dann beendet die Eisbären als erstes Team der Regionalliga Südwest die Saison 2010/11.

Aufstellung:
Tor: Metz (Amon)
Abwehr: Riedel, Dorochin, Bauhardt, Brendle
Angriff: Bernhardt, Weiß, Becker, Zeller, Vetsch, Göllner, Keterling

Tore:
0:1 (2.) Keterling (Riedel/Vetsch)
0:2 (4.) Brendle (Dorochin/Bernhardt)
0:3 (8.) Bernhardt (Becker/Weiß) +1
1:3 (11.) Korte
1:4 (12.) Brendle (Becker/Bernhardt) +1
1:5 (19.) Becker (Zeller/Dorochin)
1:6 (19.) Bernhardt (Dorochin)
1:7 (25.) Zeller (Keterling)
1:8 (26.) Dorochin
2:8 (29.) Bruns (Schäfer) +1
2:9 (31.) Keterling (Dorochin) -1
3:9 (34.) De Raaf (Gottschalk)
4:9 (38.) Metz (Stadler) +1
4:10 (45.) Vetsch (Dorochin/Becker) +2
4:11 (54.) Riedel (Bernhardt) +2
5:11 (57.) Morlock (Metz) +1
6:11 (57.) Ackermann (Bruns)

Strafen:
RNS 20 Minuten + 5 + Spieldauer für De Raaf
Eisbären 16 Minuten