Eisbären

Beeindruckende 9:0-Gala bei den Stuttgart Rebels

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Mit einer wahren Eishockey-Gala haben die Eisbären am Freitag abend bei den Stuttgart Rebels einen in dieser Höhe nie für möglich gehaltenen 9:0 (3:0, 4:0, 2:0)-Sieg geholt und haben damit den Vorsprung vor den Rebels in der Tabelle auf sieben Punkte ausgebaut.

Die Vorzeichen standen für die Eisbären dabei alles andere als günstig. Brozicek, Breiter, Keterling, Oppenländer, Schrimpf, Bruns – die Liste der Ausfälle war lang und Trainer Kai Sellers war wieder einmal zum Improvisieren gezwungen. Erschwerend kam hinzu, dass die im Privatfahrzeug angereisten Milan Liebsch, Kevin Yeingst, Igor Filobok, Manuel Pfenning und Arno Metz erst so kurz vor Spielbeginn auf der Stuttgarter Waldau eingetroffen waren, dass sie teilweise das Aufwärmen verpassten und quasi direkt von der Kabine aus ins Spielgeschehen eingriffen.

Unbeeindruckt von dieser Ausgangslage waren die Eisbären mit dem ersten Bully hellwach und stellten dies gleich eindrucksvoll unter Beweis. Als gerade mal 35 Sekunden gespielt waren, überwand Haiko Hirsch gleich mit dem ersten Torschuss Florian Glaswinkler im Stuttgarter Tor zum 0:1.

Der Tabellenführer legte eine eindrucksvolle Passsicherheit an den Tag und spielte die Gastgeber fast schwindlig. Dabei kam den Gästen zugute, dass die Rebels vor allem im Angriff einige unerfahrene Spieler aus der zweiten Mannschaft einsetzten, die das Tempo-Eishockey der Eisbären nicht mitgehen konnten.

Erst nachdem Axel Hackert in der 10. Minute auf 0:2 erhöht hatte, konnte sich Stuttgart teilweise aus der Umklammerung lösen und ein paar Entlastungsangriffe fahren. Die größte Chance hatte in der 15. Minute Arthur Gross, doch er scheiterte am glänzend aufgelegten Eisbären-Keeper Kevin Yeingst.

Für das Highlight des Spiels sorgte dann in der 19. Minute Leo Kreps. Der Topscorer der Saison 2013/14, der sich in den letzten Wochen in einem Formtief befand, narrte erst mit einem Spin-o-rama – einer Drehung um die eigene Achse – vier gegnerische Spieler, machte dann in Ermangelung einer Anspielstation eine weitere Drehung und schlenzte die Scheibe mit der Rückhand zum 0:3 ins lange obere Eck. Die Erleichterung war dem Mann mit der Nummer 13 anzusehen (Bild), die Ladehemmung der letzten Spiele war abgelegt.

Wie würden die Stuttgart Rebels nach diesem aus ihrer Sicht katastrophalen ersten Drittel aus der Kabine kommen? Das fragten sich die über 400 Fans im Stadion, unter denen sich auch ca. 70 Eisbären-Fans befanden. Waren die Gastgeber auch um eine Besserung ihres Spiels bemüht, so bekamen sie weiterhin kaum die Gelegenheit um sich in Szene zu setzen. Zu stark waren die Eisbären, die auch im zweiten Drittel klar machten, wer an diesem Abend auf dem Eis das Sagen hatte. Axel Hackert (25.) und Milan Liebsch (27.) erhöhten auf 0:5, ehe in der 30. Minute Max Schleicher mit seinem ersten Saisontor sowie erneut Leo Kreps mit zwei Toren innerhalb von nur 17 Sekunden zum 0:7 das Spiel vollends entschieden.

Das Schlussdrittel begann dann mit einer unnötigen Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Eisbären-Goalie Kevin Yeingst, der sich etwas zu lautstark beim Schiedsrichter beschwerte und sich mit dieser Aktion in der 44. Minute selbst um seinen ersten Shutout in dieser Saison brachte. Für ihn kam Anton Lukin, der seinen Job in den restlichen 16 Minuten sehr gut machte.

Yeingst hatte das Eis noch nicht richtig in Richtung Kabine verlassen, da klingelte es erneut im Stuttgarter Kasten, den seit dem 0:6 Daniel Blankenburg hütete. Daniel Brendle traf nach schönem Zusammenspiel mit Haiko Hirsch zum 0:8 (45.). Den Schlusspunkt setzte dann Arno Metz mit einem Kracher von der blauen Linie in Überzahl zum 0:9 (53.). Das von den Fans lautstark geforderte 0:10 war danach noch mehrfach nahe, doch war die Luft bei den Eisbären nun raus, so dass es beim 0:9 blieb.

„Das war schon fast beängstigend, wie gut wir gespielt haben“, wunderte sich Kai Sellers nach dem Spiel. „Wenn man bedenkt, wer uns alles gefehlt hatte und wie die Spieler teilweise erst eine Viertelstunde vor Spielbeginn angekommen waren. Ich hatte heute ein ganz enges Spiel erwartet und bin begeistert, wie die Jungs gespielt haben.“

Der Spielplan der Regionalliga Südwest sieht nun vor, dass beide Teams am kommenden Freitag gleich wieder aufeinander treffen, diesmal um 20 Uhr in der Heilbronner Kolbenschmidt Arena. „Wir dürfen da nur nicht den Fehler machen zu meinen, dass das nach dem 9:0 ein Selbstläufer wird. Das Spiel beginnt bei 0:0 und die Stuttgarter werden für die heutige Schmach Wiedergutmachung betreiben wollen.“