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Die Eisbären stürmen ins Finale und freuen sich auf Zweibrücken

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Bietigheim-Playoffs-3

Mit einem 4:1 (0:1, 1:0, 3:0)-Sieg im dritten Spiel gegen die Bietigheim Steelers Amateure haben die Eisbären Heilbronn zum vierten Mal hintereinander das Finale der Regionalliga Südwest erreicht. Dort warten die Zweibrücken Hornets, die bei der zweiten Halbfinalserie in Schwenningen fünf Sekunden vor Ablauf der Overtime den Siegtreffer zum 4:3 erzielt haben.

„Do or die“ hatte es vor dem Spiel für beide Teams geheißen. Die Eisbären haben es getan. Sie haben abgeliefert und vor über 900 Zuschauern den nötigen Sieg geholt um die Steelers in die Sommerpause zu verabschieden. „Man kann gar nicht in Worte fassen, wie stolz wir auf dieses Team sind, das hier unter großem Druck stand und eine hammermäßige kämpferische Leistung abgerufen und Bietigheim im letzten Drittel keine Chance gelassen hat“, schwelgte Coach Sascha Bernhardt nach Spielende in Superlativen.

Dabei hatte die Partie so begonnen wie die letzte geendet hatte: mit einem offenen Schlagabtausch zweier absolut ebenbürtiger Kontrahenten. Die Gastgeber waren von Anfang an bemüht, das Kommando zu übernehmen, was in Teilen auch gelang. Bietigheim war jedoch vor allem bei Tempogegenstößen brandgefährlich, und die Eisbären durften sich mehrfach bei ihrem überragenden Goalie Kevin Yeingst dafür bedanken, dass sie nicht schon früh in Rückstand geraten waren.

In der 11. Minute war dann aber auch Yeingst machtlos. Zuerst rettete er noch mit einem Monstersave gegen drei Bietigheimer, musste sich dann aber doch geschlagen geben. Willi Gross nutzte die erste Eisbären-Strafzeit um in Überzahl das 0:1 zu machen.

Ihre größte Chance hatten die Hausherren, als sie die Gäste in der 19. Minute zu dritt gegen einen Verteidiger auskonterten, die Scheibe jedoch übers Tor lupften. So blieb es beim 0:1 nach den ersten 20 Minuten.

Auch im mittleren Spielabschnitt fighteten die Derby-Rivalen um jeden Zentimeter Eis, ohne dass sich eines der Teams entscheidende Vorteile verschaffen konnte. Hatten die Steelers im ersten Abschnitt noch die erste Eisbären-Strafe zum 0:1 genutzt, so drehten die Eisbären in der 28. Minute den Spieß um. Erste Bietigheimer Strafe, erstes Eisbären-Tor zum umjubelten Ausgleich. Und wer könnte in einem Playoff-Heimspiel gegen Bietigheim der Mann für die wichtigen Tore sein? Natürlich Claudio Schreyer, der schon im ersten Halbfinalspiel fünfmal ins Schwarze getroffen hatte. Der Mann mit der Nummer acht egalisierte die Partie mit seinem Treffer zum 1:1.

Dieses Tor gab dem Titelverteidiger einen sichtbaren Auftrieb, und die Chancen auf den Führungstreffer häuften sich. Erst scheiterte Manuel Pfenning kurz nach dem Ausgleich noch an Keeper Viktor Laveuve, doch dann schlug in der 31. Minute erneut Claudio Schreyer zu. Sein Schuss flatterte ins linke obere Toreck, doch der Jubel der Eisbären über den vermeintlichen Führungstreffer wurde jäh erstickt, denn der Treffer fand keine Anerkennung. Es blieb beim 1:1, und so musste das letzte Drittel die Entscheidung bringen.

Hier ließen sich die Eisbären nicht lange bitten. Nach exakt zweieinhalb Minuten schlug erneut „Steelers-Killer“ Claudio Schreyer zu. Sein Schuss fand aus der zweiten Reihe sein Ziel, die Eisbären gingen mit 2:1 in Führung. Sollte das traditionell starke Schlussdrittel die Käthchenstäder tatsächlich auf die Siegerstraße bringen?

Die Gäste mühten sich redlich gegen eine nun souverän und umsichtig spielende und hart arbeitende Eisbären-Mannschaft, die nicht den Eindruck machte als wolle sie den Vorsprung nochmal aus der Hand geben. Wurde Bietigheim dann doch einmal gefährlich, konnten sich die Mannen um Kapitän Felix Kollmar auf ihren „letzten Mann“ Kevin Yeingst verlassen – wie zum Beispiel in der 47. Minute, als er einen Alleingang von Timo Heintz entschärfte.

„Kevin hat heute wieder gezeigt, dass er der beste Torhüter der Liga ist“, schwärmte Coach Sascha Bernhardt in den höchsten Tönen vom sicheren Rückhalt der Eisbären. „Wenn du so einen Keeper in Bestform hinten drin hast und er hundertprozentige Chancen rausfischt, dann kannst du nach vorne ganz anders spielen, weil du weißt, dass hinten eigentlich nichts passieren kann.“

Genau so war es dann in der verbleibenden Spielzeit. Yeingst strahlte die nötige Sicherheit aus um seinen Kameraden das Selbstvertrauen zu geben, den Vorsprung auszubauen anstatt nur das Ergebnis zu halten. Dabei kam ihnen die Strafzeit von Marcel Göttfert in der 54. Minute sehr gelegen, denn John Kraiss nutzte die numerische Überzahl im Nachschuss zum 3:1.

Die Gäste warfen nun alles nach vorne, was den Eisbären viel Raum bot, um ihrerseits erfolgreiche Angriffe zu fahren. So war es der aufgerückten Steelers-Defensive zu verdanken, dass Alex Keterling in der 58. Minute einen Steilpass von Claudio Schreyer aufnehmen, allein davonziehen und seinen eigenen Nachschuss zum 4:1 verwandeln konnte.

Spätestens jetzt war das Spiel gelaufen, und die Eisbären freuten sich überschwänglich über ihren Sieg und den Einzug ins Finale gegen die Zweibrücken Hornets.

„Ich freue mich persönlich unheimlich, dass wir gegen Zweibrücken das Finale spielen dürfen“, so Sascha Bernhardt. „In Zweibrücken herrscht eine wahnsinns Stimmung in der immer vollen und engen Arena mit der kleinen Eisfläche. Die Hornets betonen wie wir mehr das spielerische Element, insofern dürfen sich die Fans auf eine tolle Finalserie freuen.“

Los geht es am nächsten Sonntag, den 20. März, mit einem Heimspiel in der Heilbronner Kolbenschmidt Arena. Die Uhrzeit steht noch nicht fest, es schaut aber so aus als könnte das erste Finale bereits am Nachmittag gespielt werden. Sobald die Uhrzeit genau feststeht, werden wir dies auf der Homepage und in Facebook bekanntgeben.