Eisbären

Die Eisbären verpassen die Sensation nur knapp

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Knapp, ganz knapp haben die Eisbären Heilbronn am Freitag die große Sensation beim EHC Freiburg verpasst. Mit 3:4 (1:2, 0:0, 2:2) unterlag das Team von Kai Sellers beim immer noch ungeschlagenen Tabellenführer, den man mit einer starken Defensivleistung an den Rand der Verzweiflung brachte und der erst in den letzten Minuten die drei Punkte unter Dach und Fach brachte.

Ohne Filobok, Kraiss, Luschenz, Keterling, Brendle, Dexheimer und Marian Metz angetreten, mussten die Eisbären relativ schnell einem 2:0-Rückstand hinterher laufen. Böcherer (9.) und Kern (13.) hatten für die Gastgeber getroffen. Freiburg hatte deutlich mehr Spielanteile, doch die Eisbären setzten die defensive Taktik ihres Trainers fast perfekt um und kamen immer wieder zu guten Kontern. Einen davon schloss Alex Weiß noch vor der ersten Pause zum 2:1 ab.

Im mittleren Spielabschnitt drängte der EHC darauf, den Vorsprung auszubauen, doch fand der Tabellenführer keine Mittel um die kompakt stehende Eisbären-Defensive zu knacken, so dass man mit dem 2:1 auch zum zweiten Mal in die Kabine ging.

In der 45. Minute trauten die 1156 Zuschauer in der Franz-Siegel-Halle dann ihren Augen nicht. Es war nicht ihr Team, der Topfavorit, der den nächsten Treffer erzielte, sondern der vermeintliche „Underdog“ aus Heilbronn, der in Person von Sascha Bernhardt zum 2:2-Ausgleich traf. Freiburg zog das Tempo nun zwangsweise weiter an, verzweifelte aber an den Eisbären, die die Räume eng machten und jegliches Kombinationsspiel unterbanden. Dabei ergaben sich für die Eisbären immer wieder gute Kontermöglichkeiten, von denen einer in der 50. Minute fast zum Erfolg geführt hätte. Ab diesem Zeitpunkt übernahmen die Gastgeber dann aber vollends das Kommando, und Eisbären-Keeper Max Dürr hatte alle Hände voll zu tun um einen erneuten Rückstand zu vermeiden.

In der 53. Minute war dann aber auch er machtlos, als Routinier Patrick Vozar nach einem individuellen Fehler freistehend zum viel umjubelten 3:2 einschießen konnte. Nur zwei Minuten später schien die Partie endgültig zu Gunsten der Freiburger gelaufen, denn Anton Bauer traf in Überzahl zum 4:2. Doch die wackeren Eisbären steckten nicht auf und kamen in der 56. Minute durch den starken Hansi Becker nochmal zum Anschlusstreffer zum 4:3. In der Freiburger Halle wurde es ganz still, und die Fans sehnten die Schlusssirene herbei. Diese kam dann auch – Sekunden nachdem Felix Kollmar die große Chance zum 4:4 vergeben hatte.

Trotz der Niederlage geriet Trainer Sellers nach der Begegnung in Schwärmen: „Das Team hat heute so klasse gespielt. Wir hätten den einen Punkt sowas von verdient gehabt. Es hat wirklich nur das eine Quäntchen Glück gefehlt. Die Jungs waren absolut super!“ Begeistert zeigte sich Sellers auch vom Schiedsrichter-Gespann: „Das war heute die mit Abstand beste Schiedsrichterleistung in dieser Saison und wahrscheinlich auch in den Jahren davor. Schiedsrichter Sintenis und seine Linesmen haben mit sehr viel Fingerspitzengefühl gepfiffen und alle Entscheidungen waren korrekt. So etwas wünsche ich mir öfter.“

Jetzt gilt es für die Eisbären, die starke Leistung mit in das Heimspiel am Sonntag (19 Uhr) gegen Schwenningen zu übernehmen und die drei Punkte auf das Haben-Konto zu verbuchen. Verzichten muss das Team am Sonntag auf Benjamin Brozicek, der mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe vorzeitig duschen gehen musste, und auf Arno Metz, der sich eine Bänderverletzung im Knöchel zugezogen hat.