Eisbären

Einen Punkt gewonnen – nicht zwei Punkte verloren!

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Mit einer 4:5 (1:0, 1:4, 2:0 – 0:1)-Niederlage nach Penaltyschießen bei den Stuttgart Rebels sind die Eisbären Heilbronn sehr durchwachsen ins neue Jahr gestartet. Obwohl man den spielerisch wenig überzeugenden Kontrahenten lange Zeit gut im Griff hatte, hätte eine hohe Fehlerquote in allen Mannschaftsteilen fast dafür gesorgt, dass man mit leeren Händen nach Hause gefahren wäre.

Dabei hatte die Begegnung für den Titelverteidiger bestens begonnen: Nach knapp vier Minuten hatte Claudio Schreyer das 0:1 erzielt, und man hatte wesentlich mehr Spielanteile als die schwachen Gastgeber, die sich einmal mehr bei ihrem Torhüter Dominik Guris bedanken konnten, dass sie nicht frühzeitig einem höheren Rückstand nachjagen mussten. Doch auch bei den Eisbären war längst nicht alles Gold, was glänzte. Mit zunehmender Spielzeit häuften sich die Fehler auf Seiten des Titelverteidigers, wodurch dieser den Gegner aufbaute. 17 Sekunden vor der Pause hatte man großes Glück, als die Querlatte für den bereits geschlagenen Goalie Tobias Amon rettete.

Mit dem Ausgleichstreffer von Lukas Willer in der 27. Minute zum 1:1 begannen die bisher wohl schlechtesten zehn Eisbären-Minuten in der laufenden Saison. Zwar traf erneut Claudio Schreyer in der 30. Minute in Überzahl zum 1:2, doch konnte dieser Treffer nicht über die hohe Fehlerquote hinweg täuschen, durch die die Eisbären ihren Gegner zusehends mehr ins Spiel brachten. Das 2:2 durch Christopher Mauch in der 33. Minute entsprang genau einer solchen Verkettung von Fehlern, an deren Ende Tobias Amon die Scheibe nicht festhalten konnte und Mauch nur noch einzuschieben brauchte.

Trainer Sascha Bernhardt nahm in der 36. Minute einen Torwartwechsel vor und brachte Kevin Yeingst für Amon, der nach dem 2:2 zweimal Kopf und Kragen riskieren musste und angeschlagen wirkte. Kevin Yeingst wurde jedoch gleich kalt erwischt – der erste Schuss, der nach 36:40 Minuten auf seinen Kasten zugeflogen kam, zappelte gleich im Netz. Lukas Willer hatte zum 3:2 getroffen. Eine knappe Minute später entschieden die Referees bei einem ungeschickten Eisbären-Rettungsversuch auf Penaltyschuss für Stuttgart. Diese Chance ließ sich Tim Becker nicht nehmen und netzte zum 4:2 ein (38.)

Auch zu Beginn des Schlussdrittels ließ die Körpersprache der Eisbären nicht erahnen, dass sie sich in den letzten Minuten wieder ins Spiel zurückkämpfen würden. Erst mit dem Anschlusstreffer durch Benjamin Brozicek in der 53. Minute besann sich das Team um Kapitän Stefan Schrimpf wieder auf seine Stärken. Nun spielte sich das Geschehen fast ausschließlich vor dem Tor von Dominik Guris ab, und es war erneut Claudio Schreyer, der mit seinem dritten Treffer in der 54. Minute für den Ausgleich sorgte.

Trotz weiterer Chancen – Manuel Pfenning traf in der 56. Minute den Pfosten und Claudio Schreyer hätte 90 Sekunden vor dem Ende mit seinem vierten Tor alles klar machen können – kam bis zum Schlusspfiff nichts Zählbares mehr heraus, so dass das Penaltyschießen entscheiden musste. Dort scheiterten Benjamin Brozicek und Patrick Luschenz, während die Rebels gleich zweimal trafen und so das Spiel zu ihren Gunsten entschieden.

„Hätte man mir vor dem Spiel gesagt, dass wir nach Penaltyschießen verlieren würden, hätte ich von zwei verlorenen Punkten gesprochen. Da wir aus dem 2:4 aber ein 4:4 gemacht haben, kann ich jetzt getrost von einem gewonnenen Punkt sprechen“, sagte Sascha Bernhardt nach dem Spiel. Der Coach ärgerte sich vor allem über den phasenweise fehlenden Einsatz mancher Spieler: „Stuttgart war nicht besser als wir, aber dort hat sich jeder Einzelne den Hintern aufgerissen, um das Spiel heute zu gewinnen. Insofern haben sie sich die zwei Punkte redlich verdient.“

Der Coach ist überzeugt, dass sein Team gleich am heutigen Sonntag beim Spitzenspiel in Zweibrücken (19 Uhr) die richtige Antwort auf dem Eis liefern wird. „Wir haben heute trotz der weitgehend schlechten Leistung aus dem 2:4 ein 4:4 gemacht. Das nehmen wir als Positives mit zum Spitzenspiel nach Zweibrücken, und ich erwarte, dass wir gegen die Hornets mehr Einsatz zeigen als gegen Stuttgart“, so der Coach. Auch der Verfolger aus der Pfalz hatte am Freitag auswärts in Schwenningen mit 4:5 nach Penaltyschießen verloren. Bernhardt: „Insofern ist trotz der beiden verlorenen Punkte alles beim alten geblieben.“