Eisbären

Eisbären erklimmen die Tabellenspitze

Veröffentlicht

milan-liebsch

Mit einem 7:4 (2:1, 3:0, 2:3)-Sieg gegen die Zweibrücken Hornets haben die Eisbären Heilbronn ausgerechnet in der Neuauflage des letztjährigen Finales die Tabellenspitze der Regionalliga Südwest erobert.

Zehn Minuten lang tasteten sich die beiden Teams gegenseitig ab, ehe Milan Liebsch (Foto: Lenny Dillenz) nach zwölf Minuten in Überzahl zum 1:0 abstaubte. Der Eisbären-Express schien nun ins Rollen zu kommen, wurde jedoch nur 18 Sekunden später durch einen Abspielfehler im eigenen Drittel jäh gestoppt. Tom Tracy fing die Scheibe ab, steuerte allein auf Goalie Kevin Yeingst zu und schob zum 1:1 ein. Die Eisbären ließen sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen, und Igor Filobok brachte sein Team in der 14. Minute erneut in Überzahl mit 2:1 in Führung.

Das mittlere Drittel stand dann komplett im Zeichen der Eisbären. Während vom Tabellenzweiten aus der Pfalz kaum etwas zu sehen war, gingen die Eisbären hoch konzentriert zu Werke. Milan Liebsch in Unterzahl (22.), Sven Breiter (30.) und Igor Filobok (36.) machten aus dem 2:1 ein scheinbar ungefährdetes 5:1.

„Bis zu diesem Zeitpunkt war das alles top“, konstatierte Trainer Sascha Bernhardt nach dem Spiel. „Ich habe auf die Jungs in der Pause mit Engelszungen eingeredet, dass sie in jedem Fall ein frühes Gegentor vermeiden sollen. Denn wir wissen ja aus dem letztjährigen Finale, dass es bei Zweibrücken sehr schnell gehen kann, wenn man sie zum Torschuss kommen lässt. Leider hat alles Reden nichts genutzt.“

28 Sekunden waren im Schlussabschnitt gespielt, als Ryan McDonald in Überzahl auf 5:2 verkürzte. Knapp drei Minuten später legte erneut der Amerikaner das 5:3 nach. Und eine weitere Zeigerumdrehung später – es war die 45. Minute – gelang Stephen Brüstle gar noch das 5:4. Die Zuschauer fühlten sich nun tatsächlich in den März 2016 zurück versetzt, als die Hornets aus einem 8:4 noch ein 8:8 gemacht hatten.

Doch dann konterten ausgerechnet die beiden Verteidiger Stefan Schrimpf und Moritz Hauß den Gegner klassisch aus. Kapitän Schrimpf tankte sich auf der rechten Seite durch, legte quer auf Moritz Hauß, und der Neuzugang erzielte mit seinem ersten Tor für die Eisbären das wichtige 6:4 (47.).

Dass die Gäste keine erneute Aufholjagd starten konnten, hatten die Eisbären in den letzten zehn Minuten vor allem dem Schiedsrichtergespann zu verdanken. Sieben Strafzeiten für die Eisbären und fünf Zwei-Minuten-Strafen für Zweibrücken im letzten Drittel – bei einer solchen Strafzeitenflut und einer langen Drei-gegen-drei-Phase konnte kein geordnetes Spiel mehr aufgezogen werden. So waren es die Eisbären, die in Person von Claudio Schreyer den Schlusspunkt setzten. Der Torjäger mit der Nummer acht traf in Unterzahl zum 7:4 (56.).

„Wir wollten am Wochenende sechs Punkte holen, und das haben wir geschafft“, freute sich Sascha Bernhardt nach dem Spiel. „Wir sind jetzt Tabellenführer, und da oben wollen wir nun auch bleiben. Einen speziellen Glückwunsch möchte ich an dieser Stelle noch an Tim Riedel für sein 100. Spiel im Eisbären-Dress aussprechen. Wie sich der Junge in den Dienst des Teams stellt, obwohl er meist recht wenige Eiszeiten hat, ist absolut bemerkenswert – ein riesen Typ!“

Am kommenden Sonntag (18 Uhr) steht nun bereits das nächste Spitzenspiel in der Kolbenschmidt Arena an, wenn der Tabellendritte Stuttgart Rebels in Heilbronn gastiert.

Überhaupt ist in der Tabelle bereits nach sieben bzw. sechs Spieltagen eine Tendenz erkennbar, welche Teams sich im Frühjahr in Richtung Playoffs orientieren können. Während auf den Plätzen eins bis vier die Eisbären, Bietigheim, Stuttgart und Zweibrücken nur zwei Punkte auseinander liegen, weisen die Teams aus Schwenningen, Eppelheim, Hügelsheim und Ravensburg schon einen gewissen Rückstand auf die Top vier auf.