Eisbären

Eisbären bestehen Charaktertest

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Für jede dominante Mannschaft kommt irgendwann in der Saison der Punkt, an dem es eine Spielsituation gibt, in der es nicht wie gewünscht läuft. Eine Situation, in der eine Mannschaft gefordert ist, ein Match über den Kampf noch zu drehen. Genau eine solche Situation bot sich den Eisbären Heilbronn am gestrigen Samstag in der Schwenninger Helios-Arena gegen die gastgebenden Fire Wings. Nach einem 1:3-Rückstand nach 2 Dritteln gewann die Mannschaft von Trainer Kai Sellers noch mit 4:7 (1:0/2:1/1:6)

Vom Papier her war es eigentlich eine Pflichtaufgabe, die den verlustpunktfreien Spitzenreiter aus Heilbronn am Neckarursprung erwartete. Gewannen die Kätchenstädter das erste Spiel in Heilbronn doch mit 11:2. Doch wie es eben im Eishockey so ist, entwickelte die Partie eine Eigendynamik, die die Eisbären fast auf die Verliererstraße brachte. Zwar war der Tabellenführer in den ersten 40 Minuten das technisch bessere Team, schaffte es allerdings nicht, den gewohnten Zug zum Tor zu entwickeln und war zu uneffektiv im Spielaufbau. Die Folge war, dass die Fire Wings auf ihre Chancen lauerten und dabei die Effizienz zeigten, die ihre Gegner zunächst vermissen ließen. So ist der Führungstreffer für die Gastgeber durch Johannes Stöhr in der 6. Spielminute die logische Folge, wenngleich trotz Überzahl durchaus überraschend. Auf Eisbären-Seite ist im ersten Drittel eine Großchance von Haiko Hirsch zu erwähnen, der aber das leere Tor nicht traf.

Im 2. Spielabschnitt änderte sich anfangs wenig. Die Eisbären drückten (wenn auch zu verkrampft), doch erneut Johannes Stöhr erhöhte in Minute 29 für die Schwäne auf 2:0. Nun entwickelte sich die Partie zum echten Charaktertest für die Polartiere. Manuel Weibler scheiterte in Minute 32 mit einem Alleingang in Unterzahl – zwar kein Tor, aber der Weckruf war getan, denn die Einschläge kamen näher. Felix Kollmar traf in der 35. Minute noch den Pfosten, doch nur eine Zeigerumdrehung später war es Daniel Brendle (Foto) in Überzahl vorbehalten, den 2:1-Anschlusstreffer zu erzielen. Gift für die Eisbären-Aufholjagd war dann natürlich die Tatsache, dass Stefan Schäfer fast im direkten Gegenzug das 3:1 markierte (38.). Ein Schock, von dem sich die Gäste erst erholen mussten.

Eine klare Ansage von Trainer Kai Sellers in der Pause – „Fangt an, den Gegner Ernst zu nehmen“ – war dann mitverantwortlich für die Wende im letzten Spielabschnitt. In der 42. Minute läutete Milan Liebsch die Aufholjagd ein. In Minute 44 traf Haiko Hirsch zum 3:3. Als dann Dominique Hensel die erstmalige Heilbronner Führung besorgte (48.), schien das Spiel endgültig gekippt zu sein. Christopher Kohn konnte für Schwenningen allerdings nochmal egalisieren. Die Schlussminuten zeigten aber schließlich, wer der ungeschlagene Tabellenführer der Regionalliga Südwest ist. Alex Weiß und Stefan Schrimpf machten mit einem Doppelschlag in Minute 54 alles klar. Eine Zeigerumdrehung vor Schluss besorgte Dominique Hensel gar den 4:7-Endstand. „Schön, dass das Team sich aus dieser Situation rausgezogen hat“, so ein sichtlich erleichterter Kai Sellers nach Spielende. Die Eisbären stehen mit 30 Punkten aus 10 Spielen weiterhin unanagefochten auf Platz 1.

Jetzt steht den Eisbären ein weiteres Doppelwochenende bevor. Am Freitag (20 Uhr) gastieren die Zweibrücken Hornets in der Kolbenschmidt Arena, am Sonntag (19 Uhr) geht es zu den Rhein-Neckar Stars.

(Klaus Drienko)