Eisbären

Eisbären bleiben dank Last-Minute-Treffer ungeschlagen

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Die Eisbären Heilbronn konnten am vergangenen Freitag auch ihren zweiten
Saisonauftritt bei den Stuttgart Rebels auf der Degerlocher Waldau siegreich
gestalten und bleiben damit ungeschlagener Spitzenreiter der Regionalliga Südwest.
Zwar musste die Mannschaft von Co-Trainer Konrad Hoffmann, der den aus
familiären Gründen verhinderten Chefcoach Kai Sellers an der Bande vertrat,
im 15. Saisonspiel erstmals einen Punktverlust hinnehmen – doch ist der
7:6(2:1/3:3/1:2/1:0) – Erfolg nach Penaltyschießen mehr, als die Polartiere
noch bis Sekunden vor Ende der Partie zu hoffen wagen durften.

Doch arbeiten wir diesen sich gegen Ende zuspitzenden Eishockey-Krimi von
Beginn an auf. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich bei einem Top-Duell des
Tabellen-Zweiten gegen den Ersten zu Beginn ein durch Nervosität beider
Mannschaften geprägter Spielverlauf ergibt.
So war es zunächst auch in der Stuttgarter Eiswelt, bevor die Gäste aus der
Käthchenstadt dann gegen Mitte des Drittels mehr und mehr das Heft in die
Hand nahmen. Die logische Folge waren zwei Eisbären-Treffer durch
Robin Platz (10.) und Dominique Hensel (bei Unterzahl) in der 12. Spielminute.
Es sollte sich jedoch wie ein roter Faden durch die ganze Begegnung ziehen,
dass den Eisbären ein Vorsprung nicht wirkliche Sicherheit gab. So gelang den
Gastgebern noch vor der ersten Drittelsirene der Anschlusstreffer zum 1:2.
Artur Votler überwand den an diesem Abend nicht immer sicher agierenden
Gäste-Torhüter Marian Metz 24 Sekunden vor der Pause.

Der zweite Abschnitt wurde nun mit offenerem Visier geführt, als es noch zu
Beginn des Eröffnungsdrittels der Fall war.
Die Eisbären zeigten sich auch hier als das bessere Team, scheiterten aber oftmals
– auch mit hochkarätigen Chancen – am bekannt starken Stuttgarter Schlussmann
Dusan Strharsky.
Die Landeshauptstädter ihrerseits standen in nichts nach, und schafften es, immer
wieder gefährlich vor dem Heilbronner Gehäuse zu lauern. Einen dieser Vorstöße
nutzte Neil Witthöft gleich zu Drittelbeginn zum Ausgleich (23.).
Die Eisbären ließen sich dadurch nicht beirren und konterten ihrerseits mit
einem Treffer durch Milan Liebsch in der 28. Spielminute, was eine Initialzündung
für den Tabellenführer hätte bedeuten können. Zumal Benjamin Brozicek nur zwei
Minuten später gar das 2:4 erzielte. Es zeigte sich in der Folge allerdings, dass die
Eisbären zu leichtsinnig und undiszipliniert agierten, sodass die Degerlocher
erneut herankommen konnten: Philipp Hodul gelang der Anschlusstreffer
zum 3:4 (32.).
Was folgte, war das wohl schönste Tor der Saison. In der 33. Minute läuft Haiko
Hirsch allein auf das Gäste-Gehäuse zu, und schlenzt den Puck fast von der
Grundlinie per Rückhand ins obere linke Toreck! Doch auch dieses Traumtor
ließ Stuttgart kalt. Erneut Philipp Hodul traf in Minute 35 zum 4:5. Mit diesem
Ergebnis ging es dann auch in die 2. Drittelpause.

Der letzte Spielabschnitt zeigte auf der einen Seite ideenlose Eisbären, die
Probleme im Passspiel offenbarten und denen nichts mehr zu gelingen schien
– auf der anderen Seite hochmotivierte Rebels, deren Körpersprache suggerierte,
dass sie um jeden Preis gewillt waren, die Partie noch zu drehen. So kam,
was kommen musste: Zunächst gelang Alexander Schmidt in der 44. Minute der
Ausgleich, bevor nur eine Minute später Maxim Beck mit seinem Treffer zum 6:5
die Gastgeber ertmals an diesem Abend in Führung schoss. Für die Eisbären
bedeutete dieser Doppelschlag ein echter Schock, Verunsicherung machte sich breit.
Kein Wunder also, dass die Landeshauptstädter nun vehement auf die endgültige
Entscheidung drängten und den Bären die erste Saisonniederlage zufügen wollten.
In dieser Phase fand Marian Metz allerdings endlich die richtige Antwort auf den
Stuttgarter Dauerdruck und hielt seine Mannschaft mit starken Saves im Spiel.
Dennoch schien alles nichts zu nutzen, die Stadionuhr tickte unbarmherzig herunter.
Konrad Hoffmann versuchte zwei Minuten vor Ende mit einer Auszeit,
die letzten Kräfte zu mobilisieren. Tatsächlich nahmen sich die Degerlocher 77
Sekunden vor der Schlusssirene in Person von Miguel Tilgner ihre einzige
2-Minuten-Strafe des Spiels. Die Eisbären zogen das letzte Register und
ersetzten Marian Metz durch einen sechsten Feldspieler – und wurden ganze 16
Sekunden vor Toreschluss belohnt. Es war erneut Haiko Hirsch, der nach
Vorarbeit von Heiko Vogler und Axel Hackert das nicht mehr für möglichgehaltene
Penaltyschießen klarmachte.

Das Shoot-Out begann der zweifache Stuttgarter Torschütze Philipp Hodul, der
jedoch scheiterte. Axel Hackert machte es auf der Gegenseite besser, und verwandelte.
Artur Votler sorgte für den 1:1-Ausgleich, Manuel Weibler konnte auf Heilbronner
Seite nicht antworten. Als dann jedoch Maxim Beck die Rebels-Führung vergab,
hatte Eisbären-Kapitän Heiko Vogler die Chance die Siegesserie seiner Farben auf
15 Erfolge in Serie auszubauen. Eine Möglichkeit, die sich “Vogi” in gewohnt
abgezockter Art und Weise nicht nehmen ließ. So stand am Ende ein knapper,
nicht unverdienter, wenngleich aufgrund des Spielverlaufs schlussendlich dennoch
glücklicher Eisbären-Sieg zu Buche.

Am kommenden Sonntag, 23. Dezember (17.45 Uhr, Franz-Siegel-Halle), werden die
Eisbären versuchen, im Rahmen der Auswärtspartie beim EHC Freiburg 1b ihre
fantastische Siegesserie weiter auszubauen. Das nächste Heimspiel steigt am Sonntag,
6. Januar 2013 (19Uhr, Kolbenschmidt-Arena) gegen die Schwenninger Fire Wings.

(Klaus Drienko)