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Eisbären fallen trotz 5:4-Penaltysieg auf Platz 4 zurück

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Gewonnen und doch verloren – so lässt sich die Situation der Eisbären Heilbronn nach dem 5:4 (0:0, 3:1, 1:3 – 1:0)-Sieg im Penaltyschießen bei den Rhein-Neckar Stars auf den Punkt bringen. Denn trotz des Sieges musste das Team einen der drei Punkte an die unterlegenen Rhein-Neckar Stars abgeben, während die direkte Konkurrenz aus Hügelsheim (5:0 in Schwenningen) und Stuttgart (5:3 in Zweibrücken) ihre Hausaufgaben gemacht und voll gepunktet hat. So bleibt den Eisbären aktuell nur der vierte Platz, der in der Endabrechnung ein Duell gegen Ligaprimus Freiburg bedeuten würde. Doch noch ist nicht aller Tage abend, denn Hügelsheim (36 Punkte) empfängt am Samstag just diese ungeschlagenen Freiburger, während die Eisbären zuhause gegen Zweibrücken antreten. (35 Punkte) Bleibt Freiburg auch im 21. Spiel ungeschlagen und nimmt die Punkte aus Hügelsheim mit, dann würde den Eisbären ein Punkt gegen Zweibrücken reichen, um in der Endabrechnung als Dritter gegen Stuttgart zu spielen. Doch nun zum Spiel bei den Rhein-Neckar Stars…

Heiko Vogler entschied die Partie mit zwei Treffern im Penaltyschießen. (Foto Larissa Nied)

Im an Torchancen armen ersten Drittel bekamen die 100 Zuschauer – darunter ca. 25 Heilbronner Fans – von beiden Seiten ziemlich biedere Eishockey-Hausmannskost serviert. Einziges Highlight der ersten 20 Minuten war in der 13. Minute erst ein Torschuss der Eisbären, den Felix Kollmar an den Pfosten abfälschte, und dann der direkte Gegenzug der Hausherren, bei dem Goalie Max Dürr einen Alleingang von Marc Bruns entschärfte.

Im zweiten Drittel brachte Felix Kollmar sein Team nach etwas mehr als einer Minute in Führung. Paul Gagnon legte in der 27. Minute das 0:2 drauf, und das Spiel schien nun in die richtige Richtung zu laufen. Bis dann in der 35. Minute die Referees einen fragwürdigen Penalty gegen die Eisbären aussprachen, nachdem Heiko Vogler Claudio Schreyer bei einem Alleingang am Torschuss hinderte ohne diesen jedoch zu Fall zu bringen. Den Penaltyschuss verwandelte Schreyer gegen Max Dürr, der in den Minuten zuvor einige Großtaten vollbracht hatte.

Die Stars hatten nun Oberwasser und drängten auf den Ausgleich, den Moritz De Raaf in der 36. Minute bei einem schnellen Konter schon auf dem Schläger hatte. Doch auch diesmal blieb Dürr wieder der Sieger. Fast im Gegenzug machten es die Eisbären besser, als Alex Keterling einen Nachschus aus spitzem Winkel zum 1:3 ins Tor versenkte. Eine vorentscheidende Szene spielte sich dann exakt 30 Sekunden vor der zweiten Pause ab, als Michael Filobok direkt vor der RNS-Bank einen Gegenspieler so foulte, dass dieser liegen blieb und behandelt werden musste. Hatten die Schiedsrichter das Spiel erst nicht einmal unterbrochen, so sprachen sie dann nach heftigen Protesten von der Spielerbank der Rhein-Neckar Stars gleich eine Fünf-Minuten- plus Spieldauerstrafe gegen Filobok aus – sehr zum Unmut von Eisbären-Coach Sellers.

Prompt verkürzte Ackermann in der 43. Minute auf 2:3, und Korte glich drei Minuten später – ebenfalls in Überzahl – zum 3:3 aus. Nun hatten die Gastgeber endgültig Oberwasser, und es war abermals Thomas Korte, der sein Team in der 49. Minute erstmals mit 4:3 in Führung schoss. Die Eisbären sahen sich an den Rand einer Niederlage gedrängt, bis dann Daniel Brendle eine Einzelaktion entschlossen zum 4:4 verwandelte.

Zwei Minuten vor dem Ende stockte den Eisbären der Atem. Denn da hatten die Gastgeber gerade zum 5:4 getroffen und über den vermeintlichen Siegtreffer gejubelt. Dieser jedoch fand bei den Unparteiischen keine Anerkennung, da das Tor verschoben war als der Puck über die Linie ging. So lautete der Endstand 4:4 und die Partie musste im Penaltyschießen entschieden werden. Dort wurde Heiko Vogler zum Matchwinner, da er sowohl den dritten als auch den fünften Heilbronner Penaltyschuss versenkte, während auf Seiten der Stars nur Marvin Miethke getroffen hatte.

Tore:
0:1 (22.) Kollmar (Gagnon)
0:2 (27.) Gagnon (Liebsch)
1:2 (35.) Schreyer – PENALTY
1:3 (37.) Keterling (Brozicek)
2:3 (43.) Ackermann (Schreyer) +1
3:3 (46.) Korte (Sawicki) +1
4:3 (49.) Korte
4:4 (54.) Brendle
4:5 (60.) Vogler – PENALTY

Strafen:
RNS 16 Minuten
Eisbären 10 Minuten + 5 + Spieldauer für Filobok + 10 Minuten Diszi für Becker