Eisbären

Eisbären fühlen sich trotz 2:4-Niederlage als Sieger

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Der Favorit wankte, er fiel aber nicht. Auch die Eisbären Heilbronn schafften es nicht, den Siegeszug des EHC Freiburg in der Regionalliga Südwest zu stoppen. Vor der Rekordkulisse von sage und schreibe 2.000 Zuschauern unterlag das Team von Trainer Kai Sellers gegen den Tabellenführer nach großem Kampf mit 2:4 (0:1, 1:2, 1:1).

Trotz der Niederlage fühlten sich die Eisbären nach der ersten Enttäuschung als Sieger des Abends – und sie hatten auch allen Grund dazu. Die 2.000 Zuschauer sahen ein fesselndes und bis zur letzten Sekunde spannendes Spiel, in dem ihr Team dem Topfavoriten aus dem Breisgau alles abverlangte. Auch wenn es nicht zum Sieg reichte – das, was sich auf dem Eis abspielte, war Werbung für den Eishockeysport, und viele der Zuschauer, die mit einer Freikarte zum ersten Mal beim Eishockey waren, haben die Eishalle nach dem Spiel als Eisbären-Fan verlassen. Nicht nur Eisbären-Schatzmeister Volker Hoffmann lief mit einem breiten Grinsen durch das Stadion – auch der Rest der Vereinsführung war sich einig, dass viele der heutigen Zuschauer auch beim nächsten Heimspiel gegen Hügelsheim am 18.12. wieder in die Eishalle kommen werden.

Auf dem Eis nahm der EHC Freiburg von Beginn an das Heft in die Hand und wollte schon früh zeigen, wer an diesem Abend den Ton angeben würde. Die Eisbären zeigten sich dann auch tatsächlich beeindruckt von der Power, die die Gäste aufs Eis brachten. Dennoch schafften diese es lange nicht, zu zwingenden Torchancen zu kommen. In der 13. Minute war es dann aber doch so weit, als sich der erneut stark haltende Eisbären-Keeper Max Dürr von Tobias Kunz zum 0:1 überlisten ließ.

Waren die Breisgauer im ersten Drittel noch dominant, so konnten die Eisbären das zweite Drittel zumindest ausgeglichen gestalten – vor allem, nachdem Michael Filobok (Foto) in der 31. Minute den viel umjubelten Ausgleich zum 1:1 erzielte. Die Zuschauer sahen nun ein rasantes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Erst wurde das vermeintliche 1:2 durch Timo Preuß (35.) wegen Torraumabseits nicht gegeben, dann schoss John Kraiss freistehend über das Tor (37.). Nach diesem vergebenen Führungstreffer mussten die Eisbären dann aber erkennen, weshalb der EHC Freiburg zu Recht auf dem ersten Tabellenplatz steht. In der 39. Minute nutzte Tobias Kunz eine Unachtsamkeit der Gastgeber eiskalt zum 1:2. Noch schlimmer kam es dann, als Dennis Schopp ganze drei Sekunden vor der Drittelpause erneut einen Fehler der Eisbären nutzte und zum 1:3 vollstreckte.

„Es ist unglaublich, du darfst dir gegen Freiburg einfach keinen Fehler erlauben, die nutzen das eiskalt aus“, ärgerte sich Kai Sellers in der Drittelpause über die beiden unnötigen Gegentore kurz vor der Pause. Doch sein Team steckte nicht auf, und spätestens nachdem Milan Liebsch in der 53. Minute in Überzahl zum 2:3 abstaubte, übernahmen die Eisbären vollends das Kommando und erspielten sich hochkarätige Chancen. Doch wie Eisbären-Goalie Max Dürr hatte auf der anderen Seite auch Christoph Mathis im Kasten der Breisgauer einen Sahnetag erwischt, denn er ließ trotz bester Einschussmöglichkeiten keinen weiteren Treffer mehr zu. Den machte der EHC Freiburg dann dafür 81 Sekunden vor dem Ende, als Benjamin Stehle einen schnellen Konter zum 2:4-Endstand abschloss. Der Torschütze prallte nach diesem Treffer an die Bande und musste verletzt vom Eis geführt werden. Wir wünschen von hier aus gute Besserung!

Sellers nahm nach diesem Treffer noch seinen Goalie vom Eis, um mit einem sechsten Feldspieler doch noch das Unmögliche möglich zu machen und den Ausgleich zu erzwingen. Doch die Gäste brachten die Führung routiniert über die Runden und freuten sich über den letztlich nicht unverdienten Sieg und den Ausbau der Tabellenführung.

Am kommenden Freitag erwartet die Eisbären schon die nächste schwere Aufgabe, wenn sie auswärts beim amtierenenden Meister Stuttgart Rebels antreten müssen.

Tore:
0:1 (13.) T. Kunz (N. Linsenmaier/Stehle)
1:1 (31.) Filobok (Gagnon)
1:2 (39.) T. Kunz (Stehle/N. Linsenmaier)
1:3 (40.) Schopp (N. Linsenmaier/Stehle) +1
2:3 (53.) Liebsch (Gagnon/Kraiss) +1
2:4 (59.) Stehle (Iliev/Kern)

Strafen:
Heilbronn 12 Minuten
Freiburg 12 Minuten