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Eisbären kämpfen sich mit letzter Kraft ins Finale

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Die Eisbären Heilbronn stehen auch 2015 wieder im Finale der Regionalliga Südwest!!! In einem packenden Spiel, das alles bot, was Playoff-Eishockey so attraktiv macht, konnten sich die Eisbären bei den Baden Rhinos nach großem Kampf mit 7:6 (2:2, 2:2, 3:2) durchsetzen.

„Ich bin so fertig, ich kann mich noch gar nicht richtig freuen“ – diese Aussage eines komplett erschöpften Milan Liebsch eine Viertelstunde nach Spielende drückt am besten aus, wie sich der Eisbären-Stürmer und seine Teamkollegen in den letzten Minuten reinhängen mussten, um den knappen Vorsprung über die Runden zu bekommen und sich ins FInale zu zittern.

Einmal mehr liest sich die Liste der Eisbären-Cracks, die bei diesem Halbfinal-Thriller nicht dabei sein konnten, wie das „Who is who“ der Regionalliga Südwest. Axel Hackert, Pascal Schoofs, Patrick Luschenz, Marc Oppenländer, Alex Keterling, Andrej Kaufmann und Stefan Schrimpf – sie alle waren zum Zuschauen verdammt, so dass Trainer Kai Sellers einmal mehr zum Improvisieren gezwungen war.

Dennoch erwischten die Gäste den besseren Start. Hügelsheims Goalie Sebastian Trenholm ließ einen Schuss von John Kraiss abprallen, Sven Breiter konnte ungehindert zum 0:1 einschieben und hatte dabei sogar noch die Zeit, sich die Scheibe vor dem Abschluss von der Rückhand auf die Vorhand zu legen (Foto).

Die Freude hielt allerdings nicht lange an. Milan Liebsch hatte knapp drei Minuten später gerade die erste Herilbronner Strafe abgesessen, da glichen die Gastgeber durch Noel Johnson zum 1:1 aus.

In der Folge entwickelte sich ein schnelles, packendes Spiel, in dem sich die beiden Teams nichts schenkten und um jeden Zentimeter Eis fighteten. Das erste Powerplay der Eisbären sollte dann die erneute Führung bringen. Erst fälschte Marc Bruns noch einen Breiter-Schuss an den Pfosten ab, doch dann traf Sven Breiter kurz darauf bei fünf gegen drei Überzahl mit einem Schlagschuss von der blauen Linie zum 1:2. Doch auch diesmal schlugen die Gastgeber umgehend zurück. Keine Zeigerumdrehung später glich Cedrick Duhamel zum 2:2 aus.

Ähnlich umkämpft wie das erste Drittel aufhörte, begann dann auch der mittlere Spielabschnitt – diesmal allerdings war Fortuna auf der Seite der Gastgeber, die nach 37 Sekunden erneut durch Duhamel mit 3:2 in Führung gingen. Als Andy Mauderer in der 25. Minute einen verunglückten Wechsel der Eisbären zu einem Alleingang nutzte und auf 4:2 erhöhte, musste man sich im Lager der Eisbären erstmals mit dem Gedanken an ein mögliches drittes Halbfinalspiel befassen.

Fünf Minuten später jedoch war der Spielstand erneut egalisiert. Erst verkürzte Manuel Pfenning in Überzahl zum 4:3 (27.), dann glich Benjamin Brozicek mit einem Schlenzer von halblinks zum 4:4 aus. Das Spiel war wieder komplett offen. Eine Schrecksekunde gab es fünf Sekunden vor der Drittelpause, als Noel Johnson Arno Metz in die Bande rammte und dieser mit einer Knieverletzung vom Eis fuhr, jedoch im letzten Drittel wieder mitspielen konnte.

Die Eisbären konnten das Schlussdrittel dadurch zwar in Überzahl beginnen, doch war der nächste Treffer den Gastgebern vorbehalten. Einmal mehr war es Cedrick Duhamel, der in der 45. Minute das 5:4 für die Baden Rhinos erzielte.

Doch die Eisbären bewiesen Moral. Zwei Minuten später setzte sich Arno Metz auf der linken Seite durch und legte quer auf Milan Liebsch, der die Scheibe nur noch zum 5:5 ins Netz schieben musste. Der Jubel der Eisbären war noch kaum verhallt, da zappelte die Scheibe erneut im Rhinos-Netz. Nur 14 Sekunden nach dem 5:5 brachte Leo Kreps sein Team mit 5:6 in Führung.

Bei dieser Aktion verletzte sich Hügelsheims Goalie Trenholm und wurde durch Christian Sess ersetzt. Sess war noch keine zwei Minuten im Kasten, da war er zum ersten und an diesem Abend einzigen Mal geschlagen. Robin Platz zog von der blauen Linie ab und traf zum 5:7.

Doch statt nun den Vorsprung zu verwalten, schwächten sich die Eisbären durch Strafzeiten selbst. Daniel Brendle schmorte bereits zu diesem Zeitpunkt für zehn Minuten auf der Strafbank, Sven Breiter ging zusammen mit Mathieu Fleury für zwei Minuten vom Eis, und Igor Filobok kassierte zwei plus zehn Minuten. Gerade letztere Strafe sorgte für Verwirrung, hatte der Stadionsprecher doch durchgesagt, dass Filobok zwei zehnminütige Disziplinarstrafen erhalten hätte. Filobok fuhr bereits in Richtung Kabine, wurde aber wieder zurückgerufen und durfte dann doch auf der Strafbank Platz nehmen. Zwei Zehner-Strafen hätten eine automatische Sperre für das erste Finalspiel bedeutet.

Durch diese Strafen kamen die nach den Gegentreffern kurzzeitig am Boden liegenden Rhinos wieder ins Spiel, und Kevin Kern verkürzte in der 50. Minute auf 6:7.

Was nun folgte, war ein wildes Anrennen der Gastgeber, während die kleine Eisbären-Truppe ihre letzten Kräfte mobilisierte und sich gegen den drohenden Ausgleich stemmte. Bis 40 Sekunden vor dem Ende ließen es die Mannen um Kapitän Felix Kollmar nicht zu, dass Hügelsheim den Keeper für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahm. In diesen 40 Sekunden warfen die Rhinos dann nochmal alles nach vorne, doch die Eisbären verteidigten mit Glück und Geschick den knappen Vorsprung und durften mit den ca. 60 mitgereisten Fans den Finaleinzug feiern.

Eisbären-Coach Kai Sellers war überglücklich, dass sein Team den Sprung ins Finale geschafft hat: „Dass wir das mit dieser Rumpftruppe geschafft haben, ist fantastisch. Die Jungs haben alles gegeben und haben sich das spielfreie Wochenende jetzt redlich verdient.“

Wann und gegen wen es nun ins Finale geht, steht momentan noch nicht fest. Dies könnte sich bereits am Sonntag abend ändern, wenn die Steelers Amateure in Bietigheim die Zweibrücken Hornets empfangen. Mit einem Heimsieg würde Bietigheim als Finalgegner feststehen, bei einem Hornets-Sieg würde es am nächsten Wochenende in Zweibrücken zu einem entscheidenden dritten Duell kommen.