Eisbären

Eisbären schaffen den „Vorrunden-Sweep“ – Playoffs gegen die Rhein-Neckar Stars

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Es ist vollbracht: Durch einen 5:2 (1:0/1:0/3:2)-Erfolg über die Stuttgart Rebels vor über 2.000 Zuschauern haben die Eisbären Heilbronn ihre fantastische Siegesserie in der Regionalliga Südwest tatsächlich bis zum Ende der Hauptrunde durchgezogen. 21 Spiele, 21 Siege, so die Traumbilanz der Mannschaft von Trainer Kai Sellers. Doch natürlich gilt dies alles nichts, wenn es am Freitag um 20 Uhr in der Heilbronner Kolbenschmidt Arena zum ersten Play-off-Duell mit den Rhein Neckar Stars kommt und alles wieder bei Null beginnt.

Milan Liebsch gab nach dem Spiel bekannt, dass er auch in der Saison 2013/14 bei den Eisbären spielen wird.

Gegen Stuttgart stand vor der Partie die Frage im Raum, inwieweit die Eisbären die einmonatige Spielpause wegstecken würden. Die Antwort: In den ersten zwei Dritteln war es mitunter etwas holprig, aber im Schlussabschnitt verdienten sich die Käthchenstädter den Sieg.

Das Spiel nahm gleich zu Beginn Fahrt auf. Bereits in der ersten Spielminute hatte Adrian Kolar die erste Chance für die Eisbären, nachdem Manuel Weibler den Puck gekonnt ins gegnerische Drittel brachte. Im Gegenzug konnte Marian Metz im Heilbronner Gehäuse einen Schuss von Tim Becker gerade noch entscheidend ablenken. Auch in Minute 3 rettete Metz in höchster Not gegen Alexander Schmidt – die Rebels spielten Überzahl. Eine Unterzahlchance durch Manuel Weibler entschärfte in Minute 4 der starke Florian Glaswinkler im Tor der Degerlocher. Nach einer Schrecksekunde in Minute 6 – Marian Metz ließ nach einem Schuss von Michael Kerber den Puck fast ins Tor rutschen, durften die zahlreich erschienenen Eisbären-Fans dann allerdings das erste Mal jubeln. Nach einem unnötigen Foul von Tim Becker spielten die Polartiere das erste Mal Überzahl – aber nur kurz. Denn Stefan Schrimpf ließ nur wenige Sekunden später einen gleichsam humor- wie kompromisslosen Hammer von der Blauen Linie los. Das 1:0 war gefallen.

In Minute 9 durften die Eisbären-Fans ein weiteres Mal jubeln. Allerdings nicht lange. Ein Treffer von Sascha Bernhardt erhielt keine Anerkennung, da das Eisbären-Urgestein zuvor ein Foul beging und somit auf der Strafbank Platz nehmen musste. Diese Unterzahl blieb aus Sicht der Gastgeber jedoch ohne Folgen. Der weitere Verlauf des Auftaktdrittels sah weitere Chancen auf beiden Seiten, wobei die größte Eisbären-Chance aus Minute 17 datiert, als nacheinander Haiko Hirsch, Leontin Kreps und Adrian Kolar aus Kurzdistanz an Florian Glaswinkler scheiterten. Mit der Schlussirene gab es dann noch eine Möglichkeit für Stuttgarts Simon Eisele, doch ein Eisbären-Verteidiger konnte in letzter Sekunde klären.

Das 2. Drittel begann in Minute 25 mit einer aussichtsreichen 3-gegen-2-Situation für die Gäste, doch Michael Kerber konnte die Verteidigung der Hausherren nicht überwinden. Ganz anders jedoch die Stuttgarter Defensive, die ein besonderes Geschenk in Form eines Fehlpasses verteilte, welches Manuel Weibler per Direktpass auf Axel Hackert auch anzunehmen wusste. Hackert blieb eiskalt und verwandelte mit der Rückhand zum 2:0. Die Rebels reagierten mit teils wütenden Angriffen und hätten in dieser Phase des Spiels auch durchaus ein Tor verdient gehabt. Doch Marian Metz reagierte sowohl gegen Ryan Sparks (26.) als auch gegen Marc-Stephen Wied (27.) klasse. Es folgte eine längere Phase, in der sich beide Teams weitgehend neutralisierten. Nach einem Schuss von Ron Horwath musste sich Marian Metz in Minute 36 allerdings ganz lang machen, um den Puck vor dem einschussbereiten Marc-Stephen Wied unter sich zu begraben. In der 40. Minute ließ dann Heiko Vogler noch einen seiner gefürchteten Schlagschüsse los, doch Florian Glaswinkler war auch hier zur Stelle.

Das Schlussdrittel begann mit dem schnellen Anschlusstreffer für die Rebels. In der 42. Minute zog Alexander Schmidt einfach mal ab, Marian Metz sah nicht wirklich gut aus, und der Puck schlug neben dem Pfosten ein. Stuttgart drückte in der Folge natürlich auf den Ausgleich, doch auch die Eisbären blieben gefährlich und konnten mittels eines Doppelschlags binnen weniger Sekunden eine Vorentscheidung herbeiführen. Zunächst besorgte Axel Hackert mit seinem zweiten Tagestreffer nach schöner Vorarbeit von Adrian Kolar aus Kurzdistanz das 3:1. Kurz darauf schickte Haiko Hirsch Dominique Hensel auf die Reise, der sich nicht lange bitten ließ und zum 4:1 vollendete. Im direkten Gegenzug verhinderte Marian Metz per Hechtsprung in gigantischer Manier das 4:2 durch Simon Eisele. Den Gästen lag der Torjubel dabei bereits auf den Lippen. In der 53. Minute durften sie diesen dann auch rauslassen, nach schönem Zuspiel aus dem eigenen Drittel traf Ron Horwath. Die endgültige Entscheidung besorgte dann allerdings in Minute 57 Dominique Hensel, der einen Flachschuss von Heiko Vogler noch entscheidend abfälschen konnte.

Fazit: Den Eisbären war die lange Spielpause anfangs anzumerken. Je länger die Begegnung jedoch dauerte, desto selbstsicherer agierte das Team von Trainer Kai Sellers. Zum Ende hin ging den dezimiert angereisten Stuttgartern auch ein wenig die Luft aus. Aufgrund der Leistungssteigerung im letzten Spielabschnitt geht der Eisbären-Erfolg aber vollkommen in Ordnung.

In der Pressekonferenz nach dem Spiel gab es zudem Erfreuliches: Milan Liebsch gab bekannt, dass er auch in der kommenden Saison ein Eisbär sein wird.

Am kommenden Freitag, 22. Februar (20 Uhr, Kolbenschmidt-Arena), empfangen die Eisbären die Rhein Neckar Stars zum ersten Play-off-Halbfinalduell. Zwei Siege sind zum Einzug ins Finale nötig.

(Klaus Drienko)