Eisbären

Eisbären siegen auch im Hexenkessel von Zweibrücken

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Es bleibt dabei: Die Eisbären Heilbronn sind für die Zweibrücken Hornets ein scheinbar unbezwingbarer Gegner! Vor offiziell 1.561 Zuschauern – es mögen ein paar weniger gewesen sein – hat das Team von Trainer Kai Sellers nach hartem Kampf mit 7:4 (0:1, 5:1, 2:2) gewonnen.
Von Anfang an entwickelte sich ein schnelles, temporeiches Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, die jedoch von den beiden starken Keepern Steven Teucke und Tobias Amon in überzeugender Manier zunichte gemacht wurden. Letzterer vollbrachte vor allem in der 13. Minute eine Großtat, als er einen Alleingang der Gastgeber souverän entschärfte. In der 17. Minute war jedoch auch Amon machtlos, als Lukas Srnka in Überzahl zum 1:0 traf.
Zu diesem Zeitpunkt war der Spielfluss allerdings längst dahin – dafür hatten die Referees gesorgt. Ab der 14. Minute waren beide Strafbanken, vor allem aber die der Eisbären, durchgehend mit mehreren Spielern belagert. 10 Minuten für die Hornets und 12 + 40 Minuten für die Eisbären, so lautete die Strafenbilanz in den letzten sechs Minuten des ersten Drittels.


Auch im zweiten Drittel setzte sich die Strafzeitenflut fort, obwohl das Spiel keineswegs unfair war. Doch gerade durch die kleinliche Regelauslegung schaukelten sich die Emotionen von Minute zu Minute hoch. Trotz der Strafen wurde aber auch weiter Eishockey gespielt, und Tomas Vodicka brachte sein Team in der 27. Minute mit 2:0 in Führung. Kurzzeitig war nun sogar zu befürchten, dass die Eisbären ihre allererste Niederlage gegen die Hornets kassieren würden.
Doch dann kam eine entscheidende Phase. Heiko Vogler hämmerte in der 33. Minute die Scheibe zum Anschlusstreffer in die Maschen, und Sascha Bernhardt gleich nur zwei Zeigerumdrehungen später zum 2:2 aus. Sekunden später spielte sich dann die spielentscheidende Szene ab. Tomas Vodicka rammte Daniel Brendle so heftig in die Bande, dass dieser kurzzeitig benommen liegen blieb. Vodicka kassierte eine Spieldauerdisziplinarstrafe und bescherte seiner Mannschft zudem noch ein fünfminütiges Unterzahlspiel. Dieses nutzten die Eisbären gnadenlos durch Tore von Heiko Vogler (36.), Alex Keterling (40.) und Patrick Potulski (40.)
Trotz dieser Rückschläge zeigten die Hausherren ihre gefürchtete Moral und kämpften sich wieder zurück ins Spiel: Andre Nunold verkürzte in der 43. Minute zum 3:5. Doch postwendend schlug „Killer“ Benjamin Brozicek zu und stellte den alten Drei-Tore-Vorsprung wieder her.
Nunold konnte zwar in der 52. Minute erneut verkürzen, doch so richtig zwingende Chancen blieben auf Seiten der Gastgeber nun aus. Zu clever agierten die Eisbären in dieser Phase. Als Benjamin Brozicek dann drei Minute vor dem Ende einen Abpraller zum 4:7 im gegnerischen Tor versenkte, war die Partie vollends entschieden.
Die Eisbären konnten ihren dritten Sieg in Folge feiern und haben sich damit endgültig an der Tabellenspitze festgespielt.
„Ich bin froh, dass wir heute die drei Punkte geholt haben“, sagte Kai Sellers nach dem Spiel. „In Zweibrücken spiele ich nie gerne, und ich bin mir sicher, dass hier in dieser Saison noch einige Mannschaften ins Straucheln kommen werden.“

Torfolge:
1:0 (17.) Srnka (Hartfelder/Pastorek) +1
2:0 (27.) Vodicka (Pastorek/Srnka) +1
2:1 (33.) Vogler (Brozicek)
2:2 (35.) Bernhardt (Kollmar/Becker)
2:3 (37.) Vogler (Bernhardt/Filobok) +1
2:4 (40.) Keterling (Brozicek/Zeller) +1
2:5 (40.) Potulski +1
3:5 (43.) Nunold (Luft)
3:6 (44.) Brozicek (Zeller(Kollmar)
4:6 (52.) Nunold +1
4:7 (57.) Brozicek (Bernhardt/Vogler) +1

Strafen:
Zweibrücken 32 Minuten + 5 + 20 für Vodicka
Heilbronn 32 Minuten + 2×10 (Spieldauer) für Riedel + je 10 für Kollmar und Vogler