Eisbären

Eisbären sind Derbysieger!!! Heilbronner Teams machen beim 6:3 Werbung fürs Eishockey

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Emotionsgeladen, hochklassig, spannend – der erste Heilbronner Eishockey-Derby hielt am Freitag abend alles, was es im Vorfeld versprochen hatte. Am Ende hatten die Eisbären Heilbronn nach einem fulminanten Schlussspurt gegen den Heilbronner EC die Nase vorne und konnten mit einem 6:3 (2:1, 1:2, 3:0)-Sieg als erster Heilbronner Derbysieger in die Geschichstbücher eingehen.

Vor einer beeindruckenden Kulisse von weit mehr als 1000 Zuschauern erwischte der Meister gegen den Aufsteiger den besseren Start: Benjamin Brozicek verwertete nach 71 Sekunden die erste Torchance des Spiels zum 0:1. Und damit nicht genug: In der 5. Minute konnte Alex Keterling bereits das 0:2 bejubeln (Foto), nachdem er die Scheibe im Nachschuss ins Netz lupfte.

Der Favorit agierte routiniert und stand gegen die jungen Kontrahenten solide in der Abwehr. So ließ man beispielsweise bei der ersten Eisbären-Strafe keinen einzigen Schuss des HEC auf das von Kevin Yeingst gehütete Tor zu. Doch die Souveränität fand in der 15. Minute ein jähes Ende, als der Eisbären-Goalie in Unterzahl hinter dem eigenen Tor zwar die Scheibe unter Kontrolle brachte, dann aber keine Anspielstation fand, in Bedrängnis geriet und Jannick Bätzold den Puck direkt auf den Schläger legte, so dass dieser nur noch ins leere Tor zum 1:2 einschieben musste.

Der HEC wurde nun stärker, während die zuvor sattelfeste Eisbären-Defensive ins Wanken geriet und Kevin Yeingst seinen Fehler gleich mehrfach wiedergutmachen konnte. Dennoch hätte das Team von Trainer Kai Sellers noch vor der Pause auf 3:1 davonziehen können, doch Pascal Schoofs‘ Schuss landete in der 18. Minute am Pfosten.

Im mittleren Spielabschnitt sahen die Fans einen offenen Schlagabtausch zweier gleichwertiger Teams. Zwar konnte Benjamin Brozicek in der 28. Minute in Überzahl auf 1:3 erhöhen, doch brachte ein erneuter Schnitzer der Eisbären im eigenen Drittel den HEC zwei Minuten später wieder auf 2:3 heran. Stefano Rupp und Patrick Eisele standen plötzlich ohne Gegenspieler vor dem Eisbären Tor, und Eisele hatte keine Mühe auf 2:3 zu verkürzen. Nun begann die Schwächste Phase der Eisbären, und es kam, was viele hatten kommen sehen: John Kraiss glich in der 38. Minute zum 3:3 aus.

Wie so oft in den letzten Spielen musste das Schlussdrittel die Entscheidung bringen – und hier wurde nun Axel Hackert zum Matchwinner. Der Außenstürmer traf erst in der 43. Minute zum 3:4 und sorgte dann zwei Minuten vor dem Ende in Überzahl für das 3:5, als der HEC wegen zu vielen Spielern auf dem Eis eine Bankstrafe aufgebrummt bekommen hatte.

Als Arno Metz 1:46 Minuten vor dem Ende nochmal auf die Strafbank musste, riskierte HEC-Trainer Milan Maruschka alles und nahm seinen Torhüter vom Eis, um mit sechs gegen vier Spielern doch noch irgendwie zu Toren zu kommen. Doch dieser Plan ging schief. Manuel Pfenning spitzelte einem HEC-Verteidiger in dessen eigenem Drittel die Scheibe unter dem Schläger weg und schob sie zum 3:6 ins leere Tor.

„Wir haben heute ein Ausrufezeichen gesetzt und haben trotz aller Personalsorgen gegen eine starke, auf Zweitliga-Niveau trainierende Truppe gewonnen. Ich bin überglücklich“, sprudelte es nach dem Spiel aus Kai Sellers heraus, der auf die Verletzten Stefan Schrimpf und Sven Breiter sowie auf den im Ausland weilenden Marc Oppenländer und den immer noch beruflich unabkömmlichen Marc Bruns verzichten musste.

Alles in allem gesehen, hat die Routine über die Jugend gesiegt. Der wahre Gewinner aber war der Eishockey-Sport in Heilbronn. Das Derby war eine echte Werbeveranstaltung für die schnellste Sportart der Welt, und auch die Fans beider Lager haben bewiesen, dass Eishockeyfans nicht nur auf dem Papier faire Fans sind.

Nach dem „Auswärtsspiel dahoim“ empfangen die Eisbären am Nächsten Freitag zum Spitzenspiel der Regionalliga Südwest die Zweibrücken Hornets, die einige Spione zum Heilbronner Derby geschickt hatten um den nächsten Gegner genauer unter die Lupe zu nehmen.