Eisbären

Entscheidung vertagt – erste Niederlage für die Eisbären

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Was mit einer rauschenden Feier am Samstag abend hätte enden sollen, kristallisierte sich nach 60 Minuten auf dem Eis als erste Saisonniederlage für die Eisbären Heilbronn heraus. Sie unterlagen im zweiten Finalspiel gegen bei den Baden Rhinos Hügelsheim mit 5:9 (2:3, 2:2, 1:4).

In der mit 1.024 Zuschauern restlos ausverkauften Eisarena am Baden Airpark ließen die Hausherren von Anfang an erkennen, dass sie die Serie unbedingt ausgleichen wollten. Nach 90 Sekunden marschierte Christian Böcherer allein auf Eisbären-Keeper Tobias Amon zu, schoss aber über das Tor. Doch vor allem die selbstbewusst auftretende erste Reihe der Eisbären hielt dagegen. Erst scheiterten in der 3. Minute Axel Hackert mit einem Rückhandschuss und Milan Liebsch von halb rechts, dann nutzte Manuel Weibler in der 5. Minute die erste Hügelsheimer Strafzeit zum 0:1.

Alles schien nach Plan zu laufen, doch ließen sich die Rhinos – angefeuert von ihren Fans – nicht aus dem Konzept bringen. In der 7. Minute musste Tobi Amon sein ganzes Können aufbieten, als er gegen Andi Mauderer rettete, doch in der 9. Minute war auch er geschlagen. Manuel Weibler saß gerade die erste von insgesamt elf Eisbären-Strafzeiten ab, als Mathieu Fleury aus vollem Lauf von Rechtsaußen-Position abzog und zum 1:1 traf. Eine Minute später jubelten die Gastgeber erneut, doch Schiedsrichter Sintenis versagte dem Treffer die Anerkennung. In der 15. Minute folgte dann aber doch die 2:1-Führung für die Rhinos. Torschütze war Björn Groß.

Eine Schlüsselszene der bis dahin ausgeglichen geführten Partie spielte sich dann in der 17. Minute ab. Eisbären-Kapitän Heiko Vogler beharkte den allein durchgebrochenen Dennis Walther von hinten mit dem Schläger um ihn am Torschuss zu hindern, worauf der Referee auf Penalty entschied. Diesen verwandelte Walther souverän zum 3:1. Doch die Eisbären steckten nicht zurück. Adrian Kolar verkürzte schon 22 Sekunden später wieder zum 3:2-Pausenstand.

Hügelsheim machte auch im zweiten Drittel von Anfang an mächtig Druck. In der 23. Minute traf Fleury erst den Pfosten, ehe dann Michel Obermann zwei Minuten später das 4:2 erzielte. Dieses Tor wirkte wie ein Weckruf für die bis dato ungewohnt nervös agierenden Eisbären, die nun das Heft in die Hand nahmen und auf den erneuten Anschlusstreffer drängten. Dieser gelang dann auch Axel Hackert in der 30. Minute in Überzahl zum 4:3. Der Ausgleich lag förmlich in der Luft, als in der 33. Minute erst Hackert in Unterzahl scheiterte und wenige Sekunden später Dominique Hensel nur den Pfosten traf. Diese beiden vergebenen Chancen sollten sich schnell rächen. Robin Platz hatte sich eine unnötige Strafzeit eingefangen und Dennis Walther nutzte die numerische Überlegenheit in der 35. Minute zum 5:3. 14 Sekunden vor dem Drittelende verkürzte erneut Axel Hackert zum 5:4 – ein Hoffnungsschimmer für die Eisbären, die sich zu diesem Zeitpunkt sicher waren, dass sie das Spiel im letzten Drittel noch drehen würden.

Diese Hoffnung hielt sich trotz optischer Unterlegenheit bis zur 50. Minute, doch mit dem 6:4 durch Björn Groß schien in den Köpfen der Eisbären-Cracks ein Schalter umgelegt worden zu sein. Anstatt ihre spielerischen und kämpferischen Qualitäten auszuspielen, fingen sie sich sechs Strafzeiten in Folge ein und ließen die Rhinos nun fast nach Belieben agieren. Diese ließen sich nicht lange bitten. Obermann (52.), Duhamel (53.) und Böcherer (56.) machten aus dem 6:4 ein 9:4. Die Partie war entschieden, Axel Hackerts dritter Treffer in der letzten Minute hatte nur noch statistische Bedeutung.

„Nach dem 9:3-Sieg letzte Woche in Heilbronn wurde in der Kabine und im Training mehr über die Meisterfeier gesprochen als über das Spiel selbst, und dafür haben wir heute die Quittung bekommen“, legte Trainer Kai Sellers bei der anschließenden Pressekonferenz schonungslos offen. „Ich hoffe, vor allem die jüngeren Spieler haben ihre Lektion daraus gelernt und besinnen sich diese Woche im Training und dann beim Spiel am Donnerstag wieder auf das Wesentliche.“

Weise Worte kamen auch vom Hügelsheimer Trainer Pascal Winkel: „Heilbronn hat nach dem Sieg im ersten Spiel mit einer Hand am Pokal gespielt. Wir hatten heute beide Hände am Schläger, und das hat den Unterschied gemacht.“

Am Gründonnerstag, den 28.3., kommt es nun um 20 Uhr in der Heilbronner Kolbenschmidt Arena zur dritten Auflage des Finales, in dem definitiv ein Meister ermittelt werden wird.

EIN HINWEIS FÜR DIE FANS AUS HÜGELSHEIM:
Das Heilbronner Eisstadion bietet Platz für über 4.000 Zuschauer. Es ist also nicht notwendig schon im Vorfeld Karten zu bestellen. Ihr könnt beruhigt am Donnerstag nach Heilbronn fahren und an der Abendkasse Eure Karten kaufen… 😀