Eisbären

Hart erkämpftes 3:3 reicht nicht für den Finaleinzug

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Die Saison 2011/12 ist für die Eisbären Heilbronn Geschichte. Gerade mal ein Tor fehlte den Eisbären am Ende beim 3:3 (1:1, 1:2, 1:0) im Halbfinal-Rückspiel bei den Stuttgart Rebels um eine Verlängerung zu erzwingen und eventuell noch den Einzug ins Finale zu schaffen. Dennoch können Trainer Kai Sellers und seine Mannen auf das Erreichte stolz sein. Mit ihrer wohl besten Saisonleistung setzten sie den Titelverteidiger 60 Minuten lang unter Druck und brachten ihn an den Rand einer Niederlage.

Dreimal konnten die Eisbären Jubeln. Leider war dies zweimal zu wenig zum Weiterkommen.

Vor über 500 Zuschauen, darunter ca. 70 Heilbronner, tasteten sich beide Teams in den Anfangsminuten gegenseitig vorsichtig ab, ehe die Eisbären – begünstigt durch Stuttgarter Strafzeiten – etwas die Oberhand gewannen. Kai Sellers hatte im Training während der Woche fast ausschließlich Überzahlspiel trainieren lassen, was sich in der 12. Minute ausbezahlte, als Milan Liebsch das 0:1 erzielte. Dass auch die Rebels das Powerplay beherrschen, demonstrierte Dominik Schmitt schon drei Minuten später, als Arno Metz die erste Heilbronner Strafe verbüßte. Die Nummer 15 der Rebels glich zum 1:1 aus (15.).

Hatten beide Teams während der ersten 20 Minuten noch etwas verhalten agiert, so entwickelte sich im zweiten Drittel ein hochklassiger Playoff-Fight. Als gerade mal 83 Sekunden gespielt waren, brachte Christopher Mauch die Gastgeber mit 2:1 in Führung. Die Eisbären schienen nun etwas den Faden verloren zu haben, denn sie wurden von den Rebels immer öfter im eigenen Drittel festgenagelt. Bis sich dann Michael Filobok in der 25. Minute in Unterzahl an der Mittellinie den Puck erkämpfte, allein aufs Stuttgarter Tor zulief und den bärenstarken Keeper Dusan Strharsky zum 2:2 überwand. Nun kamen die Stuttgart Rebels ins Straucheln, und in der 27. Minute hatten Sascha Bernhardt, Milan Liebsch und Tim Riedel mit drei Schüssen in Folge die große Chance zum 2:3. Dies folgte dann in der 28. Minute, als Felix Kollmar seinem Mitspieler Benjamin Brozicek die Scheibe so exakt zuspielte, dass dieser nur noch die Kelle hinhalten und zum 2:3 einlochen musste. Jetzt hatten die Gäste das Spiel vollends im Griff, während die Rebels zunehmend nervöser wurden. Der Spielstand von 2:3 hätte für die Verlängerung gereicht. Doch in dieser Phase versäumten es die Eisbären den Sack zuzumachen – eine Tatsache, die sich später rächen sollte.

Stuttgart startete mit hohem Tempo ins Schlussdrittel, machte Druck um das nun drohende Aus abzuwenden. Doch die Cracks um Milan Liebsch, der das Kapitänsamt vom abwesenden Hansi Becker übernommen hatte, standen sehr gut und ließen kaum Schüsse der Gastgeber zu. Deshalb ist es umso ärgerlich, dass der Ausgleich in der 45. Minute ausgerechnet durch eine Situation zustande kam, in der die Eisbären eigentlich gar nicht in Bedrängnis waren. Ein Missverständnis zwischen gleich drei Eisbären-Spielern hinter dem eigenen Tor führte die Entscheidung zu Gunsten der Stuttgart Rebels herbei. Miguel Tilgner erkannte blitzschnell das Missverständnis, sprintete dazwischen und schnappte sich den Puck und bediente Tim Becker, der den glänzend haltenden Eisbären-Keeper Max Dürr aus kürzester Distanz zum 3:3 überwand.

Die Eisbären schafften es nicht mehr diesen Fehler auszubügeln und noch ein Tor nachzulegen, so dass am Ende der Titelverteidiger aus der Landeshauptstadt über den Finaleinzug jubeln durfte. „Heilbronn war heute ein sehr starker Gegner und hat unsere jungen Spieler so stark unter Druck gesetzt, dass diese immer nervöser wurden“, lobte ein erleichterter Rebels-Coach Pavol Jancovic den Gegner nach dem Spiel. Auch Kai Sellers war vom Spiel seines Teams begeistert: „Wir haben unser wohl bestes Saisonspiel gespielt und haben hier ein Unentschieden erreicht. Leider hat es nicht zum Weiterkommen gereicht.“

Für die Eisbären ist die Saison damit nun beendet. Jetzt heißt es erstmal das Ausscheiden zu verarbeiten, bevor man dann mit der Vorbereitung auf die neue Saison beginnt. Denn wie heißt es so schön? „Nach der Saison ist vor der Saison“.

Tore:
0:1 (12.) Liebsch (Bernhardt/Filobok) +1
1:1 (15.) Schmitt (Mauch/Schmidt) +1
2:1 (22.) Mauch
2:2 (25.) Filobok -1
2:3 (28.) Brozicek (Kollmar)
3:3 (45.) Becker (Tilgner)

Strafzeiten:
Stuttgart 8 Minuten
Heilbronn 6 Minuten

Im zweiten Halbfinalspiel hat der EHC Freiburg mit 6:1 gegen Hügelsheim gewonnen. Damit lautet das Finale nun EHC Freiburg gegen die Stuttgart Rebels. Das Hinspiel findet am kommenden Freitag um 20 Uhr in der Stuttgarter Eiswelt statt. In den Playdowns hat sich Schwenningen durch einen 4:0-Sieg gegen Bad Liebenzell durchgesetzt und hat sich damit vorzeitig den Klassenerhalt gesichert.