Eisbären

Hiobsbotschaft für die Eisbären: der Sieg gegen Stuttgart wird aberkannt!

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Die Euphorie bei den Eisbären Heilbronn nach dem 5:4-Sieg gegen Stuttgart am letzten Sonntag hat einen gewaltigen Dämpfer erlitten. Nachdem – wie abzusehen war – das am 18. Dezember abgesagte Auswärtsspiel in Schwenningen mangels Alternativtermin mit 0:5 gegen die Eisbären gewertet werden soll, wurde nun auch das 5:4 gegen Stuttgart nachträglich wegen eines Formfehlers zugunsten der Rebels gewertet!

Grund für den Abzug der beiden gewonnenen Punkte war der Einsatz von Tim Riedel gegen Stuttgart. Der junge Eisbären-Verteidiger hatte am 12.12. beim Auswärtsspiel in Zweibrücken eine 10-Minuten-Disziplinarstrafe plus eine Spieldauer-Disziplinarstrafe bekommen. Die automatische Sperre von einem Spiel für die Spieldauerstrafe saß Riedel beim Heimspiel am 7.1. gegen Zweibrücken ab. Da die 10-Minuten-Strafe vom 12.12. aber seine dritte 10er-Strafe in der laufenden Saison war, hätte Riedel auch noch ein zweites Spiel pausieren müssen – eben gegen die Stuttgart Rebels, gegen die er aber wieder im Einsatz war.

Bis zuletzt waren sich die Eisbären-Verantwortlichen sicher im Fall Riedel korrekt gehandelt zu haben, war man doch der Meinung, dass die Spieldauer-Disziplinarstrafe, die von Schiedsrichter Torsten Werner direkt nach 10er-Strafe ausgesprochen worden war, diese aufgehoben hat. Schon in der letzten Saison gab es einen ähnlichen Fall – damals bei Sascha Bernhardt. Auch dieser war in einem Spiel mit seiner dritten Zehn-Minuten-Strafe und einer Spieldauerstrafe bedacht worden – und da hatte die Spieldauer tatsächlich die 10er-Strafe aufgehoben und er durfte nach einem Spiel Sperre wieder aufs Eis.

Für Aufklärung sorgte nun Thomas Volkmer von der Spielberichts-Prüfstelle des Baden-Württembergischen Eishockeyverbandes. Bernhardt, so erklärte Volkmer, habe damals zwei aufeinander folgende 10-Minuten-Strafen erhalten, die automatisch in eine Spieldauer-Disziplinarstrafe umgewandelt wurden und damit abgegolten waren. Bei Tim Riedel lag der Fall aber anders. Riedel hatte keine zweite 10er-Strafe, sondern eine echte Spieldauerdisziplinarstrafe wegen „fortgesetzter grober Unsportlichkeit“ ausgesprochen bekommen. In diesem diffizilen Fall hob die Spieldauer-Disziplinarstrafe die 10er nicht auf und beide Strafen hätten getrennt voneinander beachtet werden müssen. Riedel hätte also ein Spiel für die Spieldauer- und eines für die drei 10er-Strafen aussetzen müssen.

„Der Fehler liegt bei diesem Sachverhalt klar bei uns“, sagte Trainer Kai Sellers nach Bekanntwerden des Punktabzuges. „Das tut mir für unsere Fans und Sponsoren, aber vor allem für die Mannschaft leid. Aber es ist nicht mehr zu ändern. Aus Fehlern lernt man, und so etwas wird uns mit Sicherheit nicht nochmal passieren.“