Eisbären

Höhenflug im Airpark

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Es gab einige Zweifel vor der Partie der Eisbären Heilbronn bei den Baden Rhinos
aus Hügelsheim, ob die Gäste vom Neckar die Belastung zweier Spiele innerhalb
von 24 Stunden wegstecken können. Zumal die Rhinos zu den Top-Teams der
Liga gehören und von ihrem schnellen Konterspiel leben. Am Ende jedoch wurden
alle Zweifler Lügen gestraft. Die Eisbären schafften im Baden Airpark einen weiteren
Höhenflug und deklassierten die Badener gleich mit 4:9 (1:4/2:4/1:1). Und wie immer
erwähnen wir es gern: Für die Eisbären war es der 20. Sieg im 20. Saisonspiel.
Ein Sieg noch, und der Vorrunden-Sweep ist geschafft.

Die Erwartungen derjenigen, die ein echtes Spitzenspiel erwarteten, wurden nicht
enttäuscht. Von der ersten Sekunde an zeigten beide Teams ein berauschendes
Tempo, und die Eisbären machten schnell klar, dass sie an diesem Abend nicht
gewillt waren, ihre grandiose Siegesserie zu einem Ende kommen zu lassen. So
waren gerade einmal 20 Sekunden gespielt, als Alex Weiß einen ersten Warnschuss
abgab. In der 2. Minute probierte es Dominique Hensel. Doch natürlich ließ auch
die erste Hügelsheimer Chance nicht lange auf sich warten. Cedrick Duhamel
scheiterte noch mit einem Alleingang, doch nur 5 Sekunden später war es
passiert: Sebastian Wolf erzielte die Führung für den Gastgeber (2.). Und hätte
Duhamel zwei Minuten später statt des Pfostens das Tor getroffen – wer weiß,
wie sich das Spiel entwickelt hätte. Stattdessen kamen nun allerdings die
Polartiere wesentlich besser ins Spiel. Spätestens nach dem Ausgleich von Axel
Hackert in Minute 7 übernahmen die Käthchenstädter gar vollständig das
Kommando. Hügelsheim schaffte es zudem nicht, von der Strafbank wegzubleiben
und kassierte folgerichtig einen weiteren Treffer. Haiko Hirsch traf in der 12.
Minute bei doppelter Überzahl. Somit verblieben die Gäste bei einfacher
Überzahl, was Heiko Vogler in Minute 13 veranlasste, ein „Pfund“ von
der Blauen Linie auszupacken. Es stand 1:3. Doch Hügelsheim wollte
dagegenhalten; es entwickelte sich nun ein packendes Spiel auf Augenhöhe mit
Chancen hüben wie drüben – absolut mitreißend für die Zuschauer. Eine
Vorentscheidung schien dann aber schon eine Sekunde vor Ende des Ersten
Drittels gefallen zu sein. Manuel Weibler schloss zum 1:4 ab.

Doch wer die Baden Rhinos kennt, weiß, dass das Aufgeben nicht das ihre ist.
Mathieu Fleury konnte in der 25. Minute den Anschlusstreffer zum 2:4 erzielen.
Die richtige Antwort darauf gaben die Eisbären nur eine Minute später in Person von
Dominique Hensel, der zum 2:5 traf. Als die Unterländer jedoch wiederum nur
eine Zeigerumdrehung später ein sehr umstrittenes Unterzahltor durch Andy
Mauderer hinnehmen mussten – Axel Hackert wurde zuvor gefoult – schien die
Partie zu kippen. Zumal die Eisbären in der Folge weitere Unterzahlsituationen
überstehen mussten. Wer das Team von Trainer Kai Sellers in dieser Saison
allerdings intensiv verfolgt, weiß, dass genau diese bedrängenden Spielsituationen
die Mannschaft stark machen.
Nicht anders war dies am gestrigen Samstag im Baden Airpark. Zunächst gelang
Manuel Weibler in Unterzahl das 3:6 (35.), bevor Sascha Bernhardt nur zwei
Minuten später das 3:7 draufpackte. Als Manuel Weibler in Minute 38 gar zum
3:8 abschloss, war die Vorentscheidung gefallen.
Daran änderte auch der Hügelsheimer Treffer zum 4:8  durch Dennis Walther in
Minute 42 nichts, zumal der Unparteiische nun eine kleinliche Linie an den Tag
legte, und so jeden Spielfluss zunichte machte. Und auch wenn den Eisbären nun
aufgrund des Freitagsspiels die Beine etwas schwer wurden, konnten die Rhinos sich
dies nicht zu Nutze machen. Im Gegenteil: Haiko Hirsch setzte in Minute 57 sogar
noch einen drauf und erzielte den Endstand zum 4:9. Kai Sellers zeigte sich
nach der Partie sehr zufrieden und hatte viel Lob für seine Mannschaft übrig.
“ Das Team hat taktisch zu hundert Prozent diszipliniert gespielt und wir haben
hochverdient gewonnen. Ich hätte vor dem Spiel nicht gedacht, dass wir unseren
härtesten Verfolger so deutlich schlagen würden und habe mit einem sehr knappen
Ausgang gerechnet.“

Die Eisbären können nun im Rahmen des letzten Vorrundenspiels daheim gegen die
Stuttgart Rebels am Sonntag, 17. Februar (17.45 Uhr, Kolbenschmidt-Arena),
den Vorrunden-Sweep perfekt machen. In der Woche darauf beginnen dann die
Play-offs mit einem Heimspiel. Gegner und Spieldatum werden rechtzeitig bekannt
gegeben.

(Klaus Drienko)