Eisbären

Lockerer 13:2-Sieg und viel Respekt für den Gegner

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Tabellenführer gegen Schlusslicht – was die Ausgangsposition beim Heimspiel der Eisbären Heilbronn gegen den EV Ravensburg versprochen hatte, hielt die Begegnung dann auch 60 Minuten lang. Die in allen Belangen überlegenen Eisbären besiegten ihre Gäste fast im Schongang mit 13:2 (4:1, 7:1, 2:0).

Bevor die Partie jedoch beginnen konnte, brauchten sowohl die Akteure als auch die knapp 500 Zuschauer viel Geduld. Mitten in der Aufbereitung der Eisfläche gab die Eismaschine der Kolbenschmidt Arena den Geist auf, weshalb Schiedsrichter Stefan Frölich das Spiel erst mit einer Verspätung von einer Dreiviertelstunde anpfeifen konnte.

Im Tor der Eisbären kam Patrick Seeger, der im Sommer vom Heilbronner EC gekommen war, an seinem 21. Geburtstag zu seinem ersten Einsatz im Trikot des Titelverteidigers. Den ersten Schuss auf sein Tor musste der junge Keeper gleich passieren lassen: Simon Heckenberger traf in der 7. Spielminute zum 0:1. Doch die Eisbären ließen sich durch diesen Gegentreffer nicht aus dem Konzept bringen. Claudio Schreyer und Igor Filobok stellten das Ergebnis nur eine Minute später innerhalb von nur wenigen Sekunden richtig und brachten die Eisbären mit 2:1 in Führung. Kapitän Stefan Schrimpf (11.) und Patrick Luschenz (14.) sorgten für den 4:1-Pausenstand.

Auch in der ersten Pause „zickte“ die Eismaschine, und es dauerte erneut eine gefühlte Ewigkeit, ehe das zweite Drittel beginnen konnte.

Was sich schon im Laufe der ersten 20 Minuten abgezeichnet hatte, wurde von Minute zu Minute deutlicher: Die überlegenen Gastgeber konnten nach Belieben kombinieren, die gegnerischen Verteidiger mussten sich teilweise wie Slalomstangen umkurven lassen. Patrick Luschenz (27.) und Igor Filobok (28.) erhöhten den Spielstand ohne große Mühe auf 6:1, ehe Christopher Repka auf 6:2 verkürzte (29.). Zweimal Benjamin Brozicek (30., 38.), Stefan Schrimpf (39.) sowie Sven Breiter und Robin Platz (beide 40.) erhöhten bis zur zweiten Pause auf 11:2.

Im Schlussdrittel schalteten die Eisbären zwei Gänge zurück, schraubten das Ergebnis aber dennoch auf 13:2 hoch. Thomas Bernwald (46.) und Manuel Pfenning (56.) hatten getroffen.

„Ich möchte heute eigentlich nicht über unsere Leistung sprechen“, sagte Coach Sascha Bernhardt nach der Begegnung. „Vielmehr möchte ich den Ravensburgern meinen Respekt zollen. Die jungen Kerle nehmen Woche für Woche lange Busfahrten auf sich, um dann regelmäßig den Hintern versohlt zu bekommen. Und obwohl sie abgeschlagener Tabellenletzter sind, kämpfen sie, werfen sich in Schüsse und lassen ihren bestimmt vorhandenen Frust nicht an den Gegnern aus. Das war heute wieder ein fairer Auftritt einer sympathischen jungen Truppe. Natürlich hätten wir im Schlussdrittel weiter Vollgas geben können, aber das bringt doch niemandem etwas, wenn wir hier 20 Tore schießen und die jungen Kerle demoralisieren. Stattdessen haben wir ab der Hälfte des Spiels lieber Leute wie Igor Filobok aus dem Spiel genommen und unseren jungen Spielern mehr Eiszeit gegeben.“

Mit dem Sieg haben die Eisbären wieder die Tabellenführung von den Zweibrücken Hornets übernommen, die 24 Stunden zuvor in Ravensburg mit 4:2 gewonnen hatten. Am kommenden Sonntag (18 Uhr) gastiert nun der Erzrivale Baden Rhinos Hügelsheim in der Kolbenschmidt Arena. Es wird das letzte Heimspiel bis zum 3. Februar sein – jenem Tag, an dem die Eisbären ihre diesjährige Spendenaktion für den sechsjährigen, durch einen Unfall schwerst gehirngeschädigten Noah Malicki aus Neuenstein durchführen werden.