Eisbären

Mit leichtfüßigem Power-Eishockey zum Derbysieg

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Es bleibt dabei: Die Bietigheimer EgeTrans Arena ist für die Eisbären Heilbronn ein gutes Pflaster. Sechseinhalb Monate nach dem Gewinn der Regionalliga-Meisterschaft auf Bietigheimer Eis landeten die Eisbären bei ihrem ersten Auswärtsspiel der Saison einen überzeugenden 6:2 (3:1, 3:1, 0:0)-Sieg gegen die Bietigheim Steelers Amateure.

Schon nach 48 Sekunden zappelte die Scheibe das erste Mal im Bietigheimer Tor – doch dem Treffer von Igor Filobok wurde die Anerkennung versagt, weil das schlecht verankerte Tor zuvor verschoben worden war. Eine Minute später stand Milan Liebsch, der genauso wie der nach einer Verletzung wieder genesene Max Schleicher sein erstes Saisonspiel absolvierte, frei vor Goalie Max Häberle, doch dieser parierte.

Die Eisbären dominierten das Spiel von der ersten Minute an und ließen unmissverständlich erkennen, dass es an diesem Samstag Abend nur einen Sieger geben konnte. Erst nach sieben Minuten musste der bärenstark haltende Eisbären-Torhüter Kevin Yeingst erstmals einen Schuss der Gastgeber parieren – so dominant traten die Eisbären in der Anfangsphase auf. Doch mit jeder vergebenen Eisbären-Chance kam der Gegner besser ins Spiel, und als Steelers-Torjäger Marco Windisch in der 9. Minute einen Abpraller zum 1:0 verwandelte, war der bisherige Spielverlauf auf den Kopf gestellt.

Dieser Gegentreffer schien die Gäste zu lähmen, und Bietigheim konnte vorübergehend das Kommando übernehmen. Doch die Schockstarre der Eisbären währte nicht lange – vier Minuten, um genau zu sein. Denn dann legte Leo Kreps die Scheibe in die Mitte zu Thomas Bernwald, der noch einen Gegner ausspielte und die Scheibe zum 1:1 ins linke obere Eck schlenzte. Überhaupt drückte der Youngster der Begegnung im ersten Drittel eindrucksvoll seinen Stempel auf. Dreieinhalb Minuten nach diesem Treffer bereitete er das 1:2 durch Benjamin Brozicek vor und sorgte in der 19. Minute dann wieder selbst für das 1:3 – ein umstrittenes Tor, da der Puck an die Innenseite des Lattendreiecks klatschte und von dort wieder heraus sprang.

Das Spiel der Eisbären kam den ca. 100 mitgereisten Heilbronner Fans unter den knapp 300 Zuschauern wesentlich leichtfüßiger vor als das der Steelers. Während bei diesen jede Aktion nach großer Anstrengung aussah, spielte der Titelverteidiger wesentlich effektiver. Eigene Pässe kamen millimetergenau an, gegnerische wurden oft schon an der Mittellinie abgefangen.

Mit derselben Effektivität gingen die Mannen des Trainer-Duos Manuel Pfenning und Sascha Bernhardt dann auch im zweiten Drittel vor. Erst musste Kevin Yeingst in der 28. Minute mit seiner bis dato größten Rettungstat gegen Windisch klären, dann erhöhte Igor Filobok in der 33. Minute auf 1:4. Die Eisbären sprühten regelrecht vor Spielfreude, und John Kraiss traf im Powerplay zum 1:5 (38.). Exakt eine Minute später packte Arno Metz – ebenfalls in Überzahl – noch das 1:6 drauf. Zwar verkürzte der ehemalige Eisbär Haiko Hirsch Sekunden vor der Pause auf 2:6, doch war zu diesem Zeitpunkt schon lange klar, dass dies nur Ergebniskosmetik sein würde.

Das Geschehen im torlosen Schlussdrittel ist schnell erzählt. Bietigheim versuchte nochmal alles, um den Rückstand zu verkürzen, doch die Eisbären verteidigten unaufgeregt ihren Vorsprung. „Wir wollten das letzte Drittel zu null beenden, das haben wir souverän geschafft“, freute sich Co-Trainer Sascha Bernhardt nach Spielende.

Überhaupt merkte man dem Trainerduo den Stolz auf sein Team an. „Wenn du in dieser Liga einfaches Hockey spielst und jeder weiß, wo er stehen muss, dann gewinnst du fast zwangsweise die Spiele. Dass diese Automatismen bei uns schon so früh in der Saison so perfekt wie heute greifen, hätten wir beide nicht erwartet. Wir sind absolut stolz auf das Team“, so Headoach Manuel Pfenning, der nach dem Spiel noch zum Nähen eines Cuts an der Oberlippe ins Krankenhaus fahren musste.

Am nächsten Sonntag erwarten die Eisbären nun um 19.15 Uhr zum nächsten Spitzenspiel den Tabellenführer Zweibrücken Hornets.