Eisbären

Penalty-Krimi ohne Happy End

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Viele enttäuschte Gesichter gab es am Sonntag abend bei den Eisbären Heilbronn. Das Team startete mit einer unerwarteten 4:5 (0:1, 2:0, 2:3 – 0:1) Niederlage in die Saison und konnte dabei nur einen statt der erhofften drei Punkte einfahren. Dabei hatten die Eisbären sieben Minuten vor dem Ende noch 4:2 geführt, hatten sich aber durch unnötige Strafzeiten selbst um den Lohn gebracht. Die Tore für Heilbronn erzielten Marc Oppenländer, Heiko Vogler, Oliver Hackert und Michael Filobok.

Von Beginn an war zu sehen, dass die Begegnung kein Selbstläufer für die Eisbären werden würde. Denn nicht die Hausherren übernahmen das Zepter, sondern die spritzigeren Gäste, die jegliche Heilbronner Chancen schon im Keim erstickten. Die logische Folge war das 0:1 in der 13. Minute, als Matthias Vater bei fünf gegen drei Überzahl traf. Erst drei Minuten vor der ersten Pause kamen die Eisbären zu ihrer ersten zwingenden Chance, als Sascha Bernhardt mit einem Rückhand-Schlenzer am starken Keeper Henning Schroth scheiterte.

Ein ganz anderes Bild ergab sich für die 184 Zuschauer dann im zweiten Drittel. Nun zeigte das Team von Trainer Kai Sellers, weshalb es sich selbst zum Kreis der Meisterschaftsfavoriten zählt. In der 23. Minute spitzelte Marc Oppenländer die Scheibe zum 1:1 ins Netz, und sechs Minuten später traf Neuzugang Heiko Vogler mit einem fulminanten Hammer von der blauen Linie zum 2:1. Hatten die Eisbären in den ersten 20 Minuten noch vier Strafzeiten kassiert, so musste im zweiten Drittel nur einmal ein Spieler in die Kühlbox – eine Tatsache, die sich zu diesem Zeitpunkt positiv auf den Spielstand auswirkte.

Als in der 47. Minute Oliver Hackert in Unterzahl im Alleingang auf 3:1 erhöhte, sahen sich die Eisbären auf der Siegerseite. Doch die Gäste steckten nicht auf. Im Gegenteil, denn erst trafen sie in der 49. Minute nur den Pfosten, dann traf Karsten Schulz in der 52. Minute zum 3:2. 17 Sekunden später stellte Michael Filobok den Zwei-Tore-Abstand wieder her. Die Freude währte jedoch nur weitere 37 Sekunden, dann verkürzte Christopher Kohn auf 4:3.

Vorne hui, hinten pfui – so stellten sich die Eisbären in den verbleibenden sieben Minuten dar. Als Gästespieler Karsten Schulz kurz nach dem Anschlusstreffer auf die Strafbank musste, wollten die Gastgeber in Überzahl unbedingt das 5:2 erzielen. Doch statt ein kontrolliertes Powerplay zu spielen, drängten alle fünf Mann nach vorne – was innerhalb von 30 Sekunden zwei Alleingänge der Gäste ermöglichte. Lediglich dem blenden aufgelegten Keeper Marian Metz war es zu verdanken, dass die Führung weiter Bestand hatte. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende war dann aber auch Metz machtlos, als Benjamin Wildgruber doch noch zum 4:4 ausglich. Es war der dritte Schwenninger Überzahl-Treffer.

Im Penaltyschießen trafen zwar Heiko Vogler und Oliver Hackert für die Eisbären, doch Michael Filobok vergab zweimal, während Tobias Zappe, Karsten Schulz und Markus Zappe für Schwenningen erfolgreich waren und den Sieg für die Gäste sicherstellten.

„Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht und zu viele Strafzeiten eingefangen“, grantelte Kai Sellers nach dem Spiel. „Ich muss aber auch sagen, dass Schwenningen sehr stark war. Wenn sie in dieser Formation die Saison durchziehen können, ist mit ihnen absolut zu rechnen und sie werden auch den anderen Favoriten das eine oder andere Mal ein Bein stellen.“

Jetzt gilt es für die Eisbären, die Niederlage schellstens abzuschütteln und sich auf die Stuttgart Rebels zu konzentrieren, die am kommenden Freitag um 20 Uhr in der Heilbronner Eishalle gastieren.

0:1 (13.) Vater (Gaus/T.Zappe) +2
1:1 (23.) Oppenländer (Dexheimer)
2:1 (29.) Vogler (Weiß/Kollmar)
3:1 (47.) Hackert -1
3:2 (52.) Schulz (M.Zappe) +1
4:2 (53.) Filobok (Zeller)
4:3 (53.) Kohn (Stöhr)
4:4 (58.) Wildgruber (Vater)
4:5 (60.) M. Zappe -PEN

Strafzeiten:
Heilbronn 20 Minuten
Schwenningen 12 Minuten