Eisbären

Playoff-Festival mit neun Eisbären-Toren

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Der Auftakt zur Mission Titelverteidigung ist für die Eisbären Heilbronn am Sonntag abend vollauf geglückt: Der Titelverteidiger konnte im ersten Playoff-Halbfinale gegen die Fire Wings Schwenningen einen sehr überzeugenden 9:2 (1:1, 6:1, 2:0)-Sieg landen und könnte somit bereits am kommenden Sonntag den Finaleinzug perfekt machen.

1541 Zuschauer – darunter mit Harry Mergel, Martin Diepgen, Rolf Rinkenauer und Björn Brett gleich vier der fünf Kandidaten der Wahl zum Heilbronner Oberbürgermeister – sahen ein rassiges Playoff-Spiel, das anfangs allerdings nur schleppend in Schwung kam.

Die ersten Minuten waren von gegenseitigem Abtasten geprägt, ehe dann mehr und mehr das kämpferische Element in den Vordergrund drang. In den ersten zehn Minuten bekamen die Eisbären gleich zweimal die Möglichkeit, in Überzahl in Führung zu gehen, doch sie nutzen die sich bietenden Chancen nicht. In der Folge mussten erst Stefan Schrimpf und dann Robin Platz auf der Strafbank Platz nehmen, was wiederum den Gästen gute Chancen zum Führungstreffer bot. Doch mit klugem Unterzahlspiel konnten auch die Eisbären die beiden Unterzahl-Situationen unbeschadet überstehen. 20 Sekunden nachdem Robin Platz wieder auf dem Eis zurück war, fiel dann aber doch das 0:1 für die Gäste. Kapitän Markus Zappe hatte aus spitzem Winkel geschossen, die Scheibe trudelte auf ihrem Weg ins Netz an Freund und Feind vorbei und passierte am Ende auch noch Eisbären-Keeper Tobias Amon.

Die Mannen von Coach Kai Sellers wirkten konsterniert, lag doch das bessere Team nun mit 0:1 zurück. Als dann alle schon damit rechneten, dass man mit einem Rückstand in die Kabine gehen würde, folgte drei Sekunden vor der Pausensirene doch noch der Ausgleichstreffer. Marc Oppenländer gewann das Bully, die Scheibe kam zu Patrick Luschenz (Foto), der aus ähnlicher Position wie Zappe beim 0:1 abzog und zum 1:1 traf. Ein perfekter und psychologisch wichtiger Zeitpunkt…

Nach etwas mehr als vier Minuten im zweiten Drittel folgte der nächste Rückschlag für die Eisbären. Jonah Hynes hatte von der blauen Linie abgezogen und die Scheibe landete zum 1:2 im Tor. Kai Sellers setzte nun ein Zeichen und brachte bei der nächsten Unterbrechung Goalie Kevin Yeingst für Tobias Amon ins Spiel. Das Signal schien beim Team angekommen zu sein, denn eineinhalb Minuten nach dem Torwartwechsel traf Haiko Hirsch zum umjubelten 2:2 (27. Minute). Doch damit nicht genug: Stefan Schrimpf, der zuvor noch zweimal an Gästekeeper Fabian Hoppe gescheitert war, brachte die Eisbären in der 30. Minute in Überzahl erstmals in Führung.

Während die Eisbären nach dem 3:2 immer sicherer zu Werke gingen, machte sich bei den in Bestbesetzung angetretenen Schwenningern Unsicherheit breit. Die Gastgeber schnürten den Gegner in dessen Spieldrittel ein und erwiesen sich in dieser Phase als überaus treffsicher. Patrick Luschenz (32.), Felix Kollmar (34.) und Haiko Hirsch (37.) sorgten für eine sichere 6:2-Führung, aus der Marc Oppenländer neun Sekunden vor der Pause gar ein 7:2 machte.

Die Partie war bei diesem Spielstand bereits so gut wie entschieden, doch die Gäste steckten nicht auf und kämpften auch im Schlussdrittel bis zur letzten Sekunde weiter, so dass auch die Eisbären, die mit Manuel Weibler und Sven Breiter zwei absolute Schlüsselspieler zu ersetzen hatten, bis zum Ende Vollgas geben mussten. Benjamin Brozicek sorgte in der 46. Minute für das zwischenzeitliche 8:2, ehe Marc Bruns in der 47. Minute mit dem 9:2 den Schluspunkt setzte. Vorbereitet wurde dieser Treffer vom reaktivierten Sascha Bernhardt, der bei seinem Comeback den Eindruck machte als sei er nie weg gewesen und der neben diesem Treffer auch das 3:2 vorbereitet hatte.

„Ich bin wahnsinnig stolz auf die Leistung meines Teams“, gab Kai Sellers nach dem Spiel zu Protokoll. „Alle drei Reihen haben überragend gespielt und haben sich diszipliniert an unsere Taktik gehalten. Mich freut vor allem, dass die dritte Reihe mit Marc Oppenländer, Patrick Luschenz und Benjamin Brozicek eine riesen Leistung gebracht und gleich vier Tore geschossen hat.“

Waren sich Sellers und sein Schwenninger Kollege Kevin Apelt bei der Pressekonferenz darin einig, dass das Ergebnis um ein paar Tore zu hoch ausgefallen ist und die Fire Wings unter Wert geschlagen wurden, so herrschte beim Ausgang des zweiten Spiels am nächsten Sonntag Uneinigkeit. Während Apelt ankündigte, dass man sich in zwei Wochen zu einem dritten Spiel wieder in Heilbronn treffen werde, war sich Kai Sellers sicher, dass sein Team beim Spiel zwei in Schwenningen den Sack zumacht und ohne Umwege in das Finale einzieht.

Das zweite Spiel dieses Halbfinales findet am Sonntag, den 9. März, schon um 17 Uhr in Schwenningen statt – eine gute Uhrzeit für die Fans der Eisbären Heilbronn, um die ca. eineinhalbstündige Fahrt an den Neckarursprung zu machen und dennoch am Sonntag abend wieder zeitig zuhause zu sein 🙂