Eisbären

Punktgewinn in Bietigheim trotz schlechter Leistung

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Bietigheim-Filo-Ausgleich

Die Eisbären Heilbronn haben am Samstag nachmittag ihr Auswärtsspiel bei den Bietigheim Steelers Amateuren mit 3:4 (1:0, 0:3, 2:0 – 0:1) nach Penaltyschießen verloren. Über zwei Drittel bot der Titelverteidiger seine bislang wohl schlechteste Saisonleistung, erkämpfte sich aber aber durch einen couragierten Aufritt im Schlussdrittel noch ein Unentschieden.

Eigentlich begann die Partie für die Eisbären sehr vielversprechend, denn schon nach 1:44 Minuten nutzte Sven Breiter das erste Überzahlspiel zum 0:1. Das sollte es dann aber für lange Zeit gewesen sein, denn beide Teams boten nicht mehr als magere Eishockey-Hausmannskost. Vor allem dem Titelverteidiger aus Heilbronn unterliefen zahlreiche Fehler, speziell beim Spielaufbau folgte ein Fehlpass dem anderen. Einzig Goalie Kevin Yeingst wusste auf Seiten der Eisbären zu gefallen.

Auch der mittlere Spielabschnitt war lange Zeit arm an Höhepunkten. Zwar konnte man den Eisbären ein gewisses Bemühen nicht absprechen, doch agierte man pomadig und nahezu körperlos. Nach einer halben Stunde zogen die an diesem Tag durchaus schlagbaren, aber gut kämpfenden jungen Steelers das Tempo an. Erst scheiterte Marcel Neumann in der 33. Minute noch am eigenen Unvermögen beim Abschluss, doch eine Minute später kam dann das Unvermeidbare: Lukas Fröhlich glich zum 1:1 aus.

Bietigheims Coach Robert Gratza nahm eine Auszeit um sein Team nochmal explizit auf die Schwächen des Gegners hinzuweisen – mit Erfolg, denn in der 36. Minute nutzte Arthur Gross die erste Eisbären-Strafe des Spiels zum 2:1-Führungstreffer. Als Marcel Göttfert 45 Sekunden vor der Pause dann gar noch auf 3:1 erhöhte, sehnten die Eisbären nur noch die Drittelpause herbei.

In der Kabine der Eisbären müssen klare Worte gefallen sein, denn das Team kam schon knapp vier Minuten vor Ende der Pause wieder zurück aufs Eis. Die Körpersprache der Spieler deutete an, dass man sich nicht weiter selbst leid tun, sondern beweisen wollte, dass man nicht umsonst als Titelfavorit gehandelt wird. Das Spiel sollte noch gedreht werden!

Und das letzte Drittel fing gut an. Als gerade mal 13 Sekunden gespielt waren, wurde Claudio Schreyer am Torschuss gehindert, und Hauptschiedsrichter Singaitis entschied auf Penaltyschuss. Diesen verwandelte Schreyer souverän zum 3:2 – die Eisbären waren zurück im Spiel und wollten nun mehr.

Vorwärts gepeitscht von den ca. 50 mitgereisten Fans drängten die Gäste, die in diesem Spiel auf Manuel Pfenning, Alex Keterling, Jannick Bätzold und Hansi Becker verzichten mussten, auf den Ausgleich. Dieser ließ zwar lange auf sich warten, in der 52. Minute war es dann aber so weit: Igor Filobok traf im Nachschuss zum 3:3 (Bild).

Kurz darauf stockte den 365 Zuschauern der Atem. Philipp Albrecht rammte Leontin Kreps so heftig in die Bande, dass dieser regungslos liegen blieb und mit der Bahre vom Eis transportiert wurde. Man musste das Schlimmste befürchten, doch gab es zum Ende der regulären 60 Minuten Entwarnung, als Kreps ohne Hilfe auf Schlittschuhen vom Sanitätsraum zur Eisbären-Bank zurückkehrte.

Da Albrecht für diesen Check eine Matchstrafe erhalten hatte, ergab sich für die Eisbären nun die Chance auf den Siegtreffer in Überzahl. Doch dieser wollte nicht mehr fallen, und so musste die Begegnung im Penaltyschießen entschieden werden. Dort vergaben mit Igor Filobok, Robin Platz und Sven Breiter alle drei Eisbären-Schützen, während auf Bietigheimer Seite Marcel Göttfert für den Siegtreffer zum 4:3 sorgte.

„Wir haben heute einen Punkt gewonnen, nicht zwei verloren“, sagte Eisbären-Coach Sascha Bernhardt nach dem Spiel und hatte damit absolut recht. 23:48 lautete die Schussbilanz zu Gunsten der Steelers – eine Statistik, die Bände spricht.

Im nächsten Spiel empfangen die Eisbären nun am kommenden Freitag (20 Uhr) die Zweibrücken Hornets, gegen die man eine bessere Leistung aufs Eis bringen muss, möchte man nicht Gefahr laufen, im Schlussspurt um Platz 1 der Hauptrunde noch von Schwenningen abgefangen zu werden.