Eisbären

Rückblick 2010/11 – eine Saison mit vielen Rückschlägen

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Nachdem die Saison 2010/11 der Regionalliga Südwest am vergangenen Wochenende vollends zuende gegangen ist, ist es an der Zeit, dass die Eisbären Heilbronn einen Rückblick wagen. Wie zufrieden ist der Verein mit der Saison? Was waren die Hoch’s und Tief’s? Gab es Überraschungen sowohl positiver als auch negativer Art? Was erwartet die Eisbären-Fans in der Saison 2011/12? Lesen Sie nachfolgend einen ausführlichen Saisonrückblick…

Gesamtzufriedenheit:

Die Eisbären wollten den Meistertitel holen und landeten am Ende auf Platz vier von sieben Mannschaften – besser kann man die Zufriedenheit der Vereinsführung  mit der Saison eigentlich nicht ausdrücken. Beleuchtet man dann aber die Umstände, unter denen dieser Platz im Niemandsland der Tabelle zustande kam, relativiert sich das Ganze wieder etwas. Denn nach zwei Niederlagen zum Saisonstart galoppierte man mit sechs Siegen in Folge an die Tabellenspitze und schien seiner Favoritenrolle gerecht werden zu wollen. Anfang Dezember konnte man die Ambitionen mit den drei Neuzugängen Igor Dorochin, David Vetsch und Jozef Jambor unterstreichen, und selbst in Stuttgarter Kreisen war man sich einig, dass die Meisterschaft nur über die Eisbären führen würde.
Doch dann kam das Spiel am 12. Dezember in Zweibrücken, das alles änderte und eine zweite Saisonhälfte einläutete, die voller Verletzungen und Missgeschicke war. Erstmals konnte man bei einem Auswärtsspiel so gut wie komplett antreten, denn aufgrund der Neuzugänge wurden die Karten neu gemischt und einige Spieler mussten um ihre Plätze im Team kämpfen. Doch genau in diesem Spiel begann die Pechsträhne der Eisbären. Mit Heiko Vogler und Marc Oppenländer wurden zwei der wichtigsten und zuverlässigsten Spieler so schwer verletzt, dass ihre Saison beendet war. Diese beiden Verletzungen machten den Anfang zu einer wahren Verletzungsserie, der unter anderem Jozef Jambor, Benjamin Brozicek und David Vetsch zum Opfer fielen. Dazu kamen Sperren einzelner Spieler sowie berufliche und private Verpflichtungen, so dass sowohl die Beteiligung am Training unterirdisch war als auch bei den Spielen am Ende nur noch 11 oder 12 Cracks auflaufen konnten. Zudem gab es moralische Rückschläge wie die nachträgliche Aberkennung des Sieges gegen Stuttgart sowie die 0:5-Wertung des witterungsbedingt abgesagten Schwenningen-Spiels.
Betrachtet man diese Rückschläge, so hat das Team mit Siegen in Freiburg sowie zweimal gegen Bad Liebenzell und die Rhein-Neckar Stars am Ende noch das Maximum heraus geholt.

Hoch’s und Tief’s der Saison:

Die Höhe- und Tiefpunkte der Saison sind sehr eng miteinander verflochten, denn beide drehen sich um das Spiel am 9. Januar gegen die Stuttgart Rebels. Mit einem unglaublich starken Mannschaftsleistung besiegte man den Tabellenführer aus der Landeshauptstadt mit 5:4 nach Penaltyschießen. Die vorangegangenen Rückschläge waren vergessen, das Team hatte sich selbst und allen anderen bewiesen, dass es auch ohne seine Verletzten zu Großem fähig war. Dieser Höhepunkt währte gerade mal fünf Tage. Dann kam die Nachricht vom Verband, dass der Sieg aberkannt wurde, da mit Tim Riedel ein Spieler eingesetzt worden war, der für diese Begegnung nicht spielberechtigt war. Dieser Tiefschlag zog das Team so sehr herunter, dass man zwei Wochen später beim Rückspiel in Stuttgart mit 2:15 regelrecht demontiert wurde.

Positive Überraschungen der Saison:

Hier sind in erster Linie drei Namen zu nennen: Igor Dorochin, Benjamin Brozicek und Dominic Bauhardt.
Auch wenn man die Klasse eines Igor Dorochin seit langen Jahren kennt, war man bei den Eisbären höchst erfreut darüber, dass der ehemalige Olympiateilnehmer trotz seiner 48 Jahre immer noch einer der besten Spieler der Liga ist. Dorochin war vor seinem Wechsel zu den Eisbären Spielertrainer beim Tabellenletzten Black Hawks Bad Liebenzell, wo er nicht nur als Trainer heftig kritisiert worden war, sondern vor allem auch wegen seiner vielen Fehler auf dem Eis. Deshalb erstaunte seine starke Leistung bei den Eisbären umso mehr.
Benjamin Brozicek überraschte wegen seiner Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Aus den vergangenen Jahren nicht gerade als Torjäger bekannt, entwickelte sich der langjährige Eisbär in der abgelaufenen Saison zu einem der zuverlässigsten Torschützen, der trotz seines verletzungsbedingten Ausfalls zum Saisonende auf Platz drei der internen Torschützenwertung landete.
Dominic Bauhardt war vor der Saison aus dem Nachwuchs des Heilbronner EC zu den Eisbären gewechselt. Dort sollte der 18-Jährige behutsam mit Kurzeinsätzen gegen schwächere Gegner an das Niveau der Regionalliga herangeführt werden. Doch aufgrund der dünnen Personaldecke wurde er schon schnell ins kalte Wasser geworfen und musste auch in Über- und Unterzahl oft Verantwortung übernehmen. Natürlich unterliefen dem jungen Verteidiger auch viele Fehler, doch diese sind Teil der Entwicklung eines jungen Spielers. Dominic Bauhardt war der einzige Eisbären-Spieler, der in der Saison 2010/11 alle 23 Spiele bestritten hat.

Enttäuschungen der Saison:

Da gibt es nur eine große Sache: die Trainingsbeteiligung! Obwohl während der Saison insgesamt 28 Spieler zum Einsatz kamen, waren oftmals nur sechs oder acht Cracks im Training. Entschuldigt sind dabei natürlich sowohl die verletzten Spieler als auch diejenigen, die wie Felix Kollmar und Michael Filobok aufgrund von Studium und Schule die Wochentage in anderen Städten verbracht haben. In der Kritik standen dabei vor allem die „echten“ Heilbronner Spieler – denn es waren meist die „Auswärtigen“ wie Marian Metz oder Mischa Zeller, die die Fahrt zum Training auf sich nahmen und regelmäßig auf dem Eis waren.

Ausblick auf die Saison 2011/12:

„Wir wollen 2012 Meister werden“ – schon jetzt lässt Trainer Kai Sellers keine Zweifel daran, dass das Vorhaben, das in der abgelaufenen Saison gescheitert war, auch für 2011/12 Bestand hat. Zum Erreichen dieses Ziels soll vor allem eine höhere Trainingsbeteiligung beitragen, die auch das zentrale Thema der Mannschaftsbesprechung am Freitag abend war. Diese soll unter anderem durch einen größeren Konkurrenzkampf im Team erreicht werden. „Wenn eh nur 11 oder 12 Mann zu den Spielen verfügbar sind, brauche ich mich im Training nicht anzustrengen, denn spielen darf ich ja trotzdem, weil der Trainer mich einfach braucht“, gibt Sellers die Einstellung einiger seiner Cracks wieder. „Deshalb werden wir unseren Mannschaftskader gezielt durch Spieler verstärken, die erstens mit der richtigen Einstellung im Training dabei sind und die zweitens die Qualität haben uns nach vorne zu bringen“.
Einen ersten Neuzugang können die Eisbären bereits verzeichnen: Stürmer Robin Platz (20) kommt von den Junioren des Heilbronner EC.
Folgende Spieler haben bereits ihre Zusage für 2011/12 gegeben:
Tor: Marian Metz, Tobias Amon, Markus Nachtmann, Jennifer Weis
Abwehr: Heiko Vogler, Felix Kollmar, Daniel Brendle, Tim Riedel, Dominic Bauhardt, Patrick Mundanjohl
Angriff: Sascha Bernhardt, Hansi Becker, Michael Filobok, Oliver Hackert, Benjamin Brozicek, Mischa Zeller, Alex Keterling, David Vetsch, Alex Weiß, Marc Oppenländer
Ein Fragezeichen steht noch hinter Igor Dorochin. Nicht mehr zur Verfügung stehen werden voraussichtlich Florian Resch, Jozef Jambor, Hagen Göllner und Steven Stanic sowie Alex Dexheimer und Andreas Weisser, die beide bereits während der abgelaufenen Saison ausgestiegen waren.

Regionalliga Südwest – Spieler der Saison 2010/11:

Erstmals hat eine unabhängige Jury, die sich aus Vereins-Offiziellen, Spielern und Fans fast aller Teams der Regionalliga Südwest zusammengesetzt hat, in verschiedenen Kategorien über die Spieler der Saison abgestimmt – mit folgendem Ergebnis:

Bester Liga-Neuling: Jan Nekvinda (ESC Bad Liebenzell)

Bester Jugendspieler: Timo Linsenmaier (EHC Freiburg 1b)

Bester Goalie: Dusan Strharsky (Stuttgart Rebels)

Bester Verteidiger: Heiko Vogler (Eisbären Heilbronn)

Bester Stürmer: Cedrik Duhamel (Stuttgart Rebels)

Bester defensiver Stürmer: Marc Bruns (Rhein-Neckar-Stars)

Wertvollster Spieler seines Teams: Jan Nekvinda (ESC Bad Liebenzell)

Gentleman und FairPlay: Dennis Walther (Stuttgart Rebels)

Herausragendster Spieler: Dennis Walther (Stuttgart Rebels)

Bester Oldie: Igor Dorochin (Eisbären Heilbronn)