Eisbären

Sprachloser Headcoach – bärenstarkes 9:2 gegen Schwenningen

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„Ich bin absolut sprachlos! Wir haben ein so schnelles Eishockey gespielt, waren sowas von bereit. Jeder Einzelne hat exakt das umgesetzt, was wir im Training besprochen haben. Das erste Drittel war mit das geilste Eishockey, was ich in dieser Liga bisher gesehen habe – das war von beiden Mannschaften fast Oberliga-Niveau!“ – Eisbären-Headcoach Manuel Pfenning gingen nach dem 9:2 (3:2, 4:0, 2:0)-Sieg gegen die Fire Wings Schwenningen fast die Superlativen aus angesichts der Begeisterung über das von ihm und Co-Trainer Sascha Bernhardt perfekt eingestellten Teams.

Bereits nach drei Minuten eröffnete Alexander Keterling den Torreigen, als er einen schönen Spielzug über Daniel Brendle und Benjamin Broizicek zum 1:0 vollendete. Die Eisbären ließen die Scheibe laufen, sprühten vor Spielfreude – und kassierten in der 9. und 10. Minute prompt zwei Gegentore zum 1:1 und 1:2. Erst hatte Mike Soccio in Überzahl getroffen, dann überwand Christopher Kohn Goalie Kevin Yeingst mit einem trockenen Schuss aus vollem Lauf.

Schwenningen wurde den Vorschusslorbeeren absolut gerecht, und die knapp 500 Zuschauer mussten sich auf eine „enge Kiste“ einstellen, hatten die Fire Wings doch am letzten Wochenende auch schon die Baden Rhinos Hügelsheim mit 4:1 geschlagen. Verstärkt wurde das zwischenzeitlich ungute Gefühl auf Seiten der Eisbären, als Sven Breiter mit einer Adduktorenverletzung vom Eis musste und auch nicht mehr zurückkam.

Doch die Gäste hatten die Rechnung ohne Alex Keterling gemacht. Der Jubilar, der vor Wochenfrist noch für zehn Jahre im Eisbären-Trikot geehrt worden war, glich schon zwei Minuten später zum 2:2 aus. Doch damit nicht genug – denn zwei Minuten vor der Pause machte sich der Publikumsliebling endgültig zur „Legende“, als er sein Team in Überzahl mit seinem dritten Treffer wieder mit 3:2 in Front schoss.

Im zweiten Drittel erwischten die Eisbären dann gleich einen perfekten Start, denn Felix Kollmar erhöhte nach 57 Sekunden auf 4:2. Die Hausherren wirkten nun einen Tick spritziger und waren ihren Gegenspielern immer einen Schritt voraus – was sich vor allem zwischen der 23. und 25. Minute ausbezahlte. Innerhalb von sechs Sekunden wurden Benjamin Brozicek und Stefan Schrimpf auf die Strafbank geschickt, und die Eisbären mussten eine drei gegen fünf Unterzahl überstehen. Kaum war man wieder komplett, wanderte mit Arno Metz schon der nächste Eisbär in die Kühlbox. Wieder bot sich für die Gäste in Überzahl die große Chance, bis auf ein Tor heranzukommen – doch stattdessen baute der Titelverteidiger seinen Vorsprung aus, denn John Kraiss traf in der 27. Minute in Unterzahl zum 5:2.

Als eine Minute später Igor Filobok gar auf 6:2 erhöhte, war das Spiel so gut wie entschieden. Das Geschehen spielte sich zunehmend im Drittel der Gäste ab, Schwenninger Entlastungsangriffe wurden meist schon an der Mittellinie abgefangen und Manuel Pfenning schraubte das Ergebnis in der 39. Minute auf 7:2 hoch.

Im Schlussdrittel schwächten sich die Gäste dann auch noch selbst, als Zach Fridella Moritz Muth mit Anlauf in die Bande rammte und dafür mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe zum Duschen geschickt wurde. Während des fünfminütigen Überzahlspiels erhöhte Robin Platz auf 8:2 (43.).

Den Schlusspunkt setzte der stark aufspielende Neuzugang Thomas Bernwald exakt sieben Minuten vor dem Ende. Von der Strafbank kommend, fing der 19-Jährige einen Schwenninger Pass ab, setzte sich an der Bande gegen einen Gegenspieler durch und bediente John Kraiss. Dessen Schuss konnte Gästekeeper Fabian Hoppe zwar noch parieren, aber Bernwalds Nachschuss fand den Weg zum 9:2 ins Netz.

9:2 gegen Schwenningen, mit einem so deutlichen Ergebnis hatte zu Beginn keiner gerechnet. Trotz des letztlich sehr deutlichen Resultats fand Eisbären-Coach Pfenning warme Worte über den Gegner: „Schwenningen ist eine sehr sehr gute Mannschaft, die am Ende definitiv unter den ersten vier stehen und in die Playoffs kommen wird.“

Für die Eisbären geht es nun am nächsten Samstag um 19 Uhr mit einem Auswärtsspiel bei den Bietigheim Steelers Amateuren weiter. Die Neuauflage des letztjährigen Finales verspricht ein echter Eishockey-Leckerbissen zu werden, stehen die Steelers doch ebenfalls noch ungeschlagen an der Tabellenspitze.