Eisbären

Überlegener 11:1-Sieg in Bad Liebenzell mit lachendem und weinendem Auge

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Mit 11:1 (3:0, 3:0, 5:1) haben die Eisbären Heilbronn am Sonntag abend bei den mehr als harmlosen Black Hawks Bad Liebenzell gewonnen. Es hätte ein richtig schöner Eishockeyabend sein können, an dem in den letzten elf Minuten Torfrau Jennifer Weis ihr Debut feierte. Doch dann kassierte Sascha Bernhardt sechs Sekunden vor dem Ende eine mehr als unnötige Spieldauer-Disziplinarstrafe, so dass der Topscorer der Eisbären am kommenden Freitag bei den Stuttgart Rebels aussetzen muss.

Im Tor der Eisbären stand diesmal Markus Nachtmann, der einen ruhigen Abend verbrachte und bei den wenigen Chancen der Black Hawks bewies, dass er ein Meister seines Fachs ist. Zum ersten Mal jubelten die Eisbären in der 6. Minute, als Sascha Bernhardt die Scheibe über die Linie bugsierte. Doch während die Spieler jubelten, zeigen die Schiedsrichter Stratz und Volkmer zu aller Überraschung „kein Tor“ an. Vier Minuten später sorgte dann aber Mischa Zeller endgültig für das 0:1, dem Felix Kollmar (14.) und Sascha Bernhardt (19.) bis zur Pause zwei weitere Treffer folgen ließen.

Auch im zweiten Drittel sahen die wenigen Zuschauer – darunter eine achtköpfige Gruppe des Eisbären-Fanclubs Lichtenstern (vielen Dank für die Unterstützung!) – ein einseitiges Spiel, in dem Igor Dorochin (25.), Felix Kollmar (31.) und Sascha Bernhardt (33.) die Führung auf 0:6 verdoppelten.

Im Schlussabschnitt erhöhten abermals Bernhardt (43.) und Daniel Brendle (46.) auf 0:8, ehe Daniel Heimann der Ehrentreffer für die Black Hawks gelang. Kurz darauf brachte Trainer Kai Sellers dann Jenny Weis für Markus Nachtmann und sorgte damit für eine Premiere. Zwar war die Torfrau schon oft als Backup Goalie mit von der Partie, doch war sie während ihren fast zwei Jahren bei den Eisbären noch zu keinem Einsatz gekommen. Die Gastgeber witterten kurz die Chance zu weiteren Treffern zu kommen, doch bewies Jenny Weis mit zwei klasse Paraden gleich, dass sie nicht gewillt war ein Gegentor hinzunehmen.

Dafür musste ihr Gegenüber Timothy Rogers noch dreimal hinter sich greifen. Hansi Becker (53.), Alex Weiß (57) und Igor Dorochin (60.) sorgten schließlich für den Endstand. Sechs Sekunden vor dem Ende bremste dann ein mehr als ungestümer Check von Sergej Wittmann gegen Dominic Bauhardt die Freude der Eisbären über den lockeren Sieg. Sascha Bernhardt stürmte von der Wechselbank der Eisbären auf das Eis um Wittmann intensiv ins Gebet zu nehmen – eine Aktion, bei der den Referees gar nichts anderes übrig blieb als eine Spieldauerstrafe gegen den dreifachen Torschützen auzusprechen.

Damit werden die personellen Sorgen von Trainer Sellers vor dem Doppelwochenende in Stuttgart und bei den Rhein-Neckar Stars nicht kleiner. Zu den verletzungsbedingten Ausfällen Vogler (Kreuzbandriss), Oppenländer (Innenbandriss), Jambor (Leistenverletzung) und Brozicek (Gehirnerschütterung) gesellt sich nun auch noch David Vetsch (Lungenentzündung). Da auch Oliver Hackert aufgrund einer vierwöchigen beruflichen Fortbildung in Braunschweig nicht zur Verfügung steht, wiegt die Sperre von Bernhardt gegen Stuttgart umso schwerer.

Tore:
0:1 (10.) Zeller (Kollmar)
0:2 (14.) Kollmar (Zeller/Dorochin)
0:3 (19.) Bernhardt (Göllner/Becker)
0:4 (25.) Dorochin (Becker)
0:5 (31.) Kollmar (Bernhardt/Riedel)
0:6 (33.) Bernhardt (Kollmar/Riedel)
0:7 (43.) Bernhardt (Kollmar/Dorochin) +1
0:8 (46.) Brendle (Bauhardt)
1:8 (47.) Heimann (Nekvinda/Marx)
1:9 (53.) Becker (Kollmar/Dorochin) -1
1:10 (57.) Weiß (Becker/Dorochin) +1
1:11 (60.) Dorochin (Brendle/Becker)

Strafen:
Bad Liebenzell 8 Minuten + 10 für Nr. 82 + 5+Spieldauer für Wittmann
Heilbronn 12 Minuten + 5+Spieldauer für Bernhardt