Eisbären

Und täglich grüßt der Eisbär…

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…und zwar von der Tabellenspitze. Dass dies so bleiben würde, war schon vor dem Heimspiel der Eisbären Heilbronn in der Regionalliga Südwest gegen die Blue Gold Stars Pforzheim klar. Die Frage am gestrigen Freitag war vielmehr, ob die Käthchenstädter auch gegen den Tabellenletzten ihre dominante Rolle auf dem Eis weiter fortführen würden. Eine klare Antwort darauf gab das Endergebnis. Wie schon am vergangenen Sonntag gegen Freiburg und Anfang Oktober gegen die Schwenninger Fire Wings, gewannen die Eisbären Heilbronn auch gegen die Goldstädter zweistellig. 10:2 (3:0/4:1/3:1), so der überzeugende Endstand. Für die Mannschaft von Trainer Kai Sellers bedeutet dies den 9. Sieg im 9. Saisonspiel.

Bereits in der 1. Spielminute deutete das derzeit beste Sturmduo der Liga an, dass es auch an diesem Abend wieder sehr torhungrig sein würde. Ein Pass von Axel Hackert auf Manuel Weibler hielt Gäste-Torhüter Daniel Scheck stark. Nachdem Manuel Weibler in Minute 4 erneut mit einem Rückhandschuss knapp am Pforzheimer Goalie scheiterte, war dann aber Axel Hackert zur Stelle. Ein Zuspiel von Adrian Kolar – und Hackert konnte Daniel Scheck in aller Ruhe verladen. Nur der Torpfosten hinderte Hackert in Minute 7 am zweiten Torjubel. Nach einem Schuss von Milan Liebsch, der von der Bande abprallte, antizipierte Adrian Kolar die Situation und bediente die Nummer 10 der Eisbären.
Es dauerte 10 Minuten, bis zur ersten gefährlichen Situation der Gäste. Maurice Pietzka bediente den besten Spieler der Blue Gold Stars, Steffen Bischoff, welcher nur Zentimeter übers Tor legte. Doch dann war wieder Eisbären-Time am Europaplatz. Haiko Hirsch zeigte im gegnerischen Drittel Stehvermögen, schirmte den Puck an der Bande hinterm Tor gegen zwei Verteidiger ab und bediente mustergültig Robin Platz, der sich nicht lange bitten ließ – 2:0 (13.). Nachdem ein Hirsch-Tor 5 Minuten vor Drittelende keine Anerkennung fand, der Unparteiische pfiff zuvor ab, klappte es in der 17. Minute besser. Manuel Weibler spielte in Überzahl elegant auf Sascha Bernhardt, welcher den Gäste-Keeper eiskalt auszockte. Zu langsam war das Eisbären-Urgestein allerdings kurz vor der ersten Drittelsirene. Steffen Bischoff zog plötzlich auf und davon, und konnte von “Barny” nur noch regelwidrig gestoppt werden – Penalty. Gut, dass Eisbären-Goalie Marian Metz beim Strafschuss durch Bischoff die Schoner rechtzeitig dichtmachte und die Null in die Kabine rettete.
Der zweite Spielabschnitt begann mit einem kuriosen Eisbären-Treffer. Nach einem Schuss von der blauen Linie durch Robin Platz konnte Daniel Scheck noch parieren, doch Haiko Hirsch nahm den Puck kompromisslos aus der Luft, und drosch das Spielgerät zum 4:0 in die Maschen. Kein Hoher Stock, das Tor war regelkonform.
In der Folge verflachte das Spiel allerdings ein wenig. Die Eisbären ließen aufgrund der klaren Führung nun etwas weniger Konsequenz im Abschluss ihrer Chancen walten, blieben aber stets Herr der Lage. So ist in dieser Phase einzig ein Lattentreffer von Dominique Hensel aus Minute 32 erwähnenswert. In der 34. Zeigerumdrehung zeigte sich jedoch, dass dies nur die Ruhe vor dem Sturm war. Mit einem richtigen Tic-Tac-Toe-Spielzug nahmen die Hausherren die Defensive der Goldstädter auseinander. Milan Liebsch legt mustergültig zu Sascha Bernhardt auf, der wiederum schön zu Manuel Weibler am langen Pfosten weiterleitet. Das 5:0 war die logische Folge.
Nach einer kurzen Schrecksekunde durch einen Lattenknaller von der Blauen Linie durch Gästestürmer Marco Windisch, folgte in Minute 37 die nächste schöne Eisbären-Kombination. Eine Zwei-gegen-Eins-Situation in Unterzahl nutzte Axel Hackert zu einem Zuspiel auf Sascha Bernhardt, der wiederum uneigennützig den Doppelpass mit Hackert suchte, was Letzterer zum 6:0 vollendete. Das verdiente erste Tor für die Gäste durch Marco Windisch, der sich in der 39. Minute schön durchtankte und vollendete, war noch nicht der Schlusspunkt in diesem Drittel: Ganze zwei Sekunden vor der Sirene schoss erneut Axel Hackert den Puck gekonnt ins Kreuzeck, nachdem Manuel Weibler wieder einen seiner berühmten “Tänze” an der Bande gezeigt hatte und die Scheibe mustergültig abschirmte, um eben auf Hackert zu passen.
Auch in Spielabschnitt drei schalteten die Eisbären nicht zurück. Milan Liebsch profitierte in Minute 42 von einem Abwehrfehler und besorgte das 8. Tor der Polartiere. Nur wenige Sekunden später fand sich Haiko Hirsch plötzlich alleine vor Daniel Scheck wieder (Dominique Hensel passte sehenswert in den Slot). Hirsch verzögerte gekonnt und vollendete standesgemäß zum 9:1.
Bereits 12 Minuten vor der Schlusssirene fiel es dann, das 10. Tor. Adrian Kolar setzte sich gegen die Defensive der Gäste durch, bediente Milan Liebsch, welcher mit ein wenig Glück und mithilfe der Latte die Scheibe im gegnerischen Gehäuse unterbrachte. Weitere zahlreiche Eisbären-Chancen blieben ungenutzt. Ein waschechter Bauerntrick von Thorsten Weisler auf Pforzheimer Seite fand jedoch in Minute 55 den Weg zum 10:2-Endstand über die Torlinie.
Fazit: Die Eisbären wirken von Partie zu Partie eingespielter, verstehen es auch bei hohen Führungen weiter, konzentriert Druck auf das gegnerische Gehäuse auszuüben (was oftmals in der Vergangenheit ein Manko war) und scheinen mit jedem Sieg eine noch breitere Brust zu bekommen. Es bleibt zu hoffen, dass dies auch die nächsten Eisbären-Gegner zu spüren bekommen. Zunächst folgt am kommenden Samstag das Auswärtsspiel bei den Schwenninger Fire Wings, bevor dann am Freitag, 23.11. (20 Uhr, Kolbenschmidt-Arena) die Zweibrücken Hornets in Heilbronn gastieren.
(Klaus Drienko)