Eisbären

Zum vierten Mal zweistellig

Veröffentlicht

Eigentlich bilden der Freitag und die Zahl 13 eine eher unglückselige Kombination, doch bei den Eisbären Heilbronn scheint genau das Gegenteil der Fall zu sein. 13 Treffer am gestrigen Freitag gegen die Zweibrücken Hornets sprechen ein klares Bild. Für die Eisbären bedeutet der 13:1 (3:0/4:1/6:0)-Erfolg gegen die Gäste aus der Pfalz bereits der vierte zweistellige Sieg im siebten Heimspiel der Regionalliga Südwest. Eine unglaubliche Quote, die natürlich durch den Blick auf die Tabelle noch verschönert wird. 11 Spiele, 33 Punkte, Platz 1 – noch Fragen?

Dominique Hensel traf gegen Zweibrücken gleich dreimal.

Ja! Zum Beispiel, die Frage, wie lange es dauerte, bis die Gastgeber den ersten Treffer in der heimischen Kolbenschmidt-Arena feiern durften. Genau 18 Sekunden, so lautet die Antwort. Eine Kombination über Axel Hackert und Manuel Weibler verwandelte Dominique Hensel sicher zur frühen 1:0-Führung. Noch vor dem ersten Reihenwechsel dann ein Deja-Vu der besonderen Art: Axel Hackert auf Manuel Weibler, der unvermeidlicherweise weiter zu Dominique Hensel – und schon klingelte es ein zweites Mal hinter Steven Teucke im Gäste-Tor. 2:0 nach 43 Sekunden. Dominique Hensel verließ als zweifacher Torschütze zum ersten Wechsel das Eis…

Die erste Chance für die Gäste in Minute 7 entsprang eher dem Zufall. Nachdem der Puck von einem Eisbären-Schlittschuh unglücklich abgefälscht wurde, stand Jan Beetz plötzlich mutterseelenallein vor Marian Metz. Der Torhüter der Hausherren behielt allerdings die Nerven. Schon im Gegenzug dann der dritte Treffer für die Polartiere. Robin Platz bewies hinter der Grundlinie ein vorzügliches Auge für Axel Hackert, der stilecht mit einem satten Schuss in den Winkel vollendete.

Danach gab es eine fast einminütige 5-gegen-3-Überzahlsituation für die Hornets. Doch sowohl Pascal Sefrin als auch Tomas Vodicka scheiterten mit aussichtsreichen Chancen an Marian Metz, der kurz darauf sogar eine “100%ige” von Michael Neumann entschärfen konnte. Der Rest des Drittels war von klarer Eisbären-Dominanz geprägt, die mit vier Reihen permanent Druck auf das gegnerische Gehäuse ausübten, während die stark dezimiert angereisten Gäste (nur 11 Feldspieler) Mühe hatten, das 3:0 in die Pause zu retten – was aber gelang.

Auch im zweiten Spielabschnitt ließen die Käthchenstädter der Stadionuhr wieder keine volle Umdrehung Zeit, bis eingenetzt wurde. Nach einem Traumpass von Kapitän Heiko Vogler lief Axel Hackert in Unterzahl allein auf das Hornets-Tor zu und verlud Steven Teucke in allerbester Igor-Dorochin-Manier zum 4:0. Zwei Minuten später durften dann auch die Gäste das einzige Mal an diesem Abend jubeln. Ein Flatterschuss von Tomas Vodicka überraschte Marian Metz, Georg Hähn war zur Stelle und verkürzte auf 4:1. Dies war allerdings nur eine kurze Unterbrechung des Eisbären-Sturmlaufs. Einer Kombination über Patrick Luschenz und Benjamin Brozicek setzte Heiko Vogler mit einem unhaltbaren Schlagschuss die Krone auf – 5:1 (27.). Wenige Sekunden später machte Alex Keterling mit einem satten Treffer ins Kreuzeck nach Vorarbeit von Marc Oppenländer das halbe Dutzend voll. Und bereits in Minute 30 ließ Manuel Weibler dem Gäste-Goalie bei seinem Treffer zum 7:1 keine Chance, nachdem Patrick Mundanjohl und Dominique Hensel zuvor schön kombinierten. Viele weitere Eisbären-Chancen und seltene Zweibrücker Entlastungsangriffe prägten den weiteren Verlauf dieses Drittels, ohne dass ein weiterer Treffer zustande kam.

Im letzten Spielabschnitt machten die Eisbären es schnell zweistellig. Felix Kollmar traf zunächst im zweiten Versuch durch die Schoner von Teucke. Kollmar ist Verteidiger und daher eher fürs Tore verhindern zuständig, aber wenn man einmal auf den Geschmack gekommen ist, packt man gerne einen drauf. So traf Heilbronns Nummer 21 nur wenige Sekunden danach erneut, diesmal zum 9:1. Leontin Kreps hatte von hinter dem Tor aufgelegt. Nachdem Steven Teucke in Minute 45 erst klasse gegen Marc Oppenländer parierte, besorgte Alex Weiß im nächsten Angriff Tor Nummer 10 für die Gastgeber. Nur eine Zeigerumdrehung später erkämpfte sich Dominique Hensel den Puck, passte in die Mitte, Steven Teucke machte sich lang, doch Manuel Weibler war einen Sekundenbruchteil eher am Puck – das 11:1 war gefallen. In der 52. Minute schlug dann erneut die Dreier-Kombination zu, die die Begegnung schon so rasant eröffnete. Axel Hackert auf Manuel Weibler – Dominique Hensel sagt Danke – 12:1. Bei einem solch ausgeprägten Torreigen durfte schließlich auch Eisbären-Urgestein Sascha Bernhardt in der Schützenliste nicht fehlen. In der vorletzten Minute verwertete der vereinsinterne All-Time-Topscorer ein Zuspiel von Leontin Kreps zum 13:1-Endstand.

Fazit: Bei den Eisbären stimmt sowohl das kämpferische als auch das spielerische Element. Geht ein Puck verloren, versucht der entsprechende Spieler mit allen Mitteln, das Spielgerät wieder zu erkämpfen. Das Passspiel sowohl im Spielaufbau als auch im gegnerischen Angriffsdrittel zeugt von Dynamik und Einfallsreichtum. Die Effektivität vor dem gegnerischen Tor tut ihr übriges. Weiter so! Zum Beispiel bereits morgen (19 Uhr) beim Auswärtsspiel in Eppelheim, oder am Sonntag, 2. Dezember (18.30 Uhr), wenn die Eisbären der Zweibrücker Hexenkessel erwartet. Das nächste Heimspiel gibt es dann am Freitag, 7. Dezember (20 Uhr), gegen die Baden Rhinos aus Hügelsheim.

(Klaus Drienko)